Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Lauermann, Ernst: Bestattungssitten der Hallstattkultur im Weinviertel Niederösterreichs

44 Ramls, Peter С. Weiters wurden noch ein trichterformiger Teil von einem Schalengeblase und mehrere Fragmente von Schmelztiegeln gefunden, wobei ein Graphittiegel an der Aultenseite stark verglast ist. Tierknochen: Die Tierknochen werden zur Zeit von Dr. Pucher (Zool.Abt.NHM, Wien) ausgewertet. Ein Artefakt stellt ein aus einem Geweih herausge­drechselter Griff mit eingeritztem Muster dar (Abb. 6). Die Umzeichnung zeigt deutlich ein Friihlatènemuster westlicher Beeinfiussung, welches z.T. mit dem Zirkel herausgearbeitet wurde. Als Parallèle zu dieser Verzie­rung ist ein Giirtelhaken aus Ossarn, von besprochener Fundstelle 4-5 km entfernt zu nennen, der mit genau dem gleichen Muster verziert ist. 23 Zur Funktion ist zu sagen, dafi es sich wahrscheinlich um den Griff eines Nagelschabers handelt. Eine ahnliche Form, allerdings aus Bernstein, wurde im zur Siedlungskette dazugehöri­gen Gráberfeld, Grab 279 gefunden. Ein anderes Beispiel aus den Tierknochen ist ein Teil eines Hirschgeweihs (Abb. 7), das deutlich erkennbare Schnittspuren zeigt und aufierdem noch beweist, dali Hirschjagd betrieben wurde, da ein Teil des Schádels noch mit dem Geweih verbunden ist. Den Gedanken weiterruhrend, kónnte man sagen, Hirschjagd wurde von Priviligierten, also vom Produktionsprozeft teilweise Freigestellten, betrieben, was die Annahme eines soge­nannten „Herrenhofes" unterstützt. Menschliche Knochen: Eine Besonderheit stellt ein halbfertiges Schadelamu­lett aus Obj. 1616 dar (Abb. 8). Dabei wurde die Ka" Neugebauer, J.-W.: Archâologie in Niederösterreich. StPölten- Wien 1993, 100. 2 Baumgartner, Georg: Prahistorische Funde nachst der Station Getzersdorf. MZK 3.F., V, 1906, 287ff. 3 Offenberger, Johann: Inzersdorf ob der Traisen, BH St. Pölten.FÖ 8, 1961-65, 78. 4 Eibner, Clemens: Walpersdorf, Gde. Inzersdorf o.d. Traisen. FÖ 8, 1961-65,78. 5 ds.: Inzersdorf ob der Traisen. MUAG 18, 1967, 91. s.a. Anm. 5. ds.: Walpersdorf, Gem. Inzersdorf ob der Traisen, BH StPölten. FO 10, 1971,56. 7 Gattringer, Alois: Walpersdorf, Gem. Inzersdorf­Getzersdorf, BH St. Pölten. FÖ 16, 1977, 386. ds.: Walpersdorf, Gem. Inzersdorf­lotte von beiden Seiten her angebohrt. Die Bohrung ist nur zur Halite erhalten und vermutlich wegen eines Sprunges im Schàdel nicht vollendet worden. Sie wurde vermutlich mit einem Spitzbohrer durchgeruhrt. Ein vollendetes Produkt dieser Gattung ist u.a. im Siedlungsteil Walpersdorf/Süd aufgetreten. Der Rohstoff dieser als „Amulette" inteфretierten Artefakte wurde wohl aus den Schàdeln erschlagener Feinde 25 oder, als andere Möglichkeit, aus gepliinderten oder regular geoffneten Grâbern, gewonnen. Weiters wurden noch andere Schàdelknochen gefun­den, die möglicherweise von oberirdischen Einrichtun­gen (Kultbauten, Schâdel am Tiirstock 26 etc.) stammen. Daneben, fur Friihlatènesiedlungen nicht untypisch, kamen Skelette von Kleinstkindern 27 zutage, wie sie auch vom Dürrnberg, Radovesice 28 und Walpersdorf/­Siid bekannt sind. Hausbau: Neben den am Grundriftplan deutlich erkennbaren Grubenhütten konnten auch Hausgrundrisse von Ober­flachenbauten aus der Vielzahl von Pfostenlöchern her­ausgearbeitet werden (Abb. 9). Hier sind nur jene Grundrisse eingezeichnet, die sicher oder möglicherwei­se in die Spâthallstatt/Latènezeit fallen. Der zu den Bauten dazugehörige Hiittenlehm wurde zum Teil in groBeren Mengen gefunden. So kamen in Obj. 796 ingesamt 124 Stuck Lehmbewurf mit einem Gesamtgewicht von über 39 kg zutage, wobei das schwerste Stuck 2,7 kg wiegt. Auf den Lehmbrocken konnten viele Abdriicke von Geflechten, Baumstâmmen, behauenen Balken und auch menschlichen Fingéra be­obachtet werden. Getzersdorf, BH St. Pölten. FÖ 17, 1978, 294. 5 ds.: Walpersdorf, Gem. Inzersdorf-Getzersdorf, BH St. Pölten. FÖ19, 1980,410. 10 Urban, Otto H: Inzersdorf an der Traisen, Gem. Inzers­dorf-Getzersdorf, BH St. Pölten. FÖ 20, 1981, 395. 11 ds.: Inzersdorf an der Traisen, OG Inzersdorf-Getzers­• dorf, VB StPölten. FÖ 21, 1982, 263. 12 Neugebauer, J.-W.: Inzersdorf an der Traisen, OG In­zersdorf-Getzersdorf, VB St. Pölten. FÖ 22, 1983, 56. 13 ds.: Inzersdorf an der Traisen, OG Inzersdorf-Getzers­dorf, VB StPölten. FÖ 23, 1984 100. 14 ds.: Rettungsgrabungen im Unteren Traisental im Jahre 1987. FÖ 26, 1987,38. 15 Smrz, Z.: Drouzkovize - an enclosed Area of the early La Tène Period. Praha 1991 218ff. Anmerkungen:

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