Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Vékony-Vadász Éva: Das Hügelgrab von Kismező bei dem Ságbereg

30 Vékony- Vadász Eva FEKETE 1985, Abb. 11, 9; TOMEDI 1992, 214, Abb. 4, 5; VULPE 1990, Taf. 45, 28-36). Übliche Beigaben der vornehmen Kriegergráber aus den südöstlichen Alpen sind die Eisenspielie, die füir das Festmahl des Jenseits vorbereitet und neben die Verstor­benen gelegt wurden. Die Wurzeln dieser Gewohnheit werden auf orientalische Einflüsse, im Falle Transdanu­biens aber meistens nach Italien zurückgefíihrt (STARY 1979). Auch im Grab von Kismező wurde eine Art der Spielie - besser gesagt ein Fleischgabelbruchstück - ge­funden (Abb. 2, 9), es weicht aber von den gewöhnli­chen Typen ab (PATEK 1993, 119, Abb. 97, 9). Die in U-Form zusammengebogene Gabel mit Hakenenden ist die eiserne Variante eines charakteristischen Urnenfel­derinstrumentes (HUNDT 1953, 147, Abb. 1, 1-6, 149­151). Das Weiterleben dieser Form ist in der Hallstatt­Periode durch mehrere Funde bestatigt (KROMER 1959, Taf. 38, 6 [Gr. 260], Taf. 40, 16 [Gr. 263]), ,7 solch ein Exemplar kennen wir in Százhalombatta (HOLPORT 1985, Taf. 5, 18). 18 In Grabern auftauchen­de, spàtbronzezeitliche Gabeln sind in Transdanubien nicht bekannt, aber wir kennen solche, die in Siedlun­gen - wie Velem - gefunden wurden (MISKE 1907, Taf. 15, 37-38). Obwohl die Funktion dieser Gabeln von der der Spielie abweicht - nach der Meinung von H.-J. Hundt wurden sie bei der Dünstung des Fleisches, die Spiefte aber beim Braten verwendet (HUNDT 1953, 154-155) -, müssen wir ihre Einlegung ins Grab mit den, sich seit dem 7. Jahrhundert verstárkenden etrus­kisch-italischen Einflüssen in Verbindung bringen. Die zwei, im Grab gefundenen Gabeln nicht sind nicht gleich. Sie habén doch einen gemeinsamen Zug, námlich auf das Halsstück von beiden wurde je eine Bernsteinperle gezogen, die leider verlorengingen. Eine der Nadeln mit kleinem Vasenkopf kann dem Тур Lim­berg zugeordnet werden (Abb. 2, 5) (RICHOVSKY 1983, 50). Das Verbreitungsgebiet dieser Nadeln ist die mittlere Donaugegend. Wir kennen zahlreiche Exem­plare solcher Nadeln aus den Siedlungen in Velem und auf dem Ságberg (MISKE 1907, Taf. 10, 33, Taf. 11, 3­4, 34, Taf. 12, 49; PATEK 1968, Taf. 29, 34-38, 42­45). 19 Ihr Alter wird von den spaturnenfelderzeitlichen Grabeinheiten wie z.B. Hadersdorf, St. Andrá definiert (STEGMANN-RAJTAR 1992, 51, 54, Abb. 10, 7, 59, Abb. 14, 60). Nadeln mit kleinem Vasenkopf kennen wir aber seltener in Fundgruppen der HC-Periode, und ihre nachtragliche Ausschmückung mit Bernsteinperle ist in der Spàtbronzezeit unbekannt (STEGMANN-RAJ­TAR 1992, 123, 124, Abb. 45, 11 [Moravicany Gr. 31]). 20 Der Halsdurchmesser der anderen Nadel (Abb. 2, 6) wurde ausdrücklich dafür verringert, damit man die Perle aufziehen kann, und dadurch sie von unten ge­stützt wird. Das obère Ende ist wahrscheinlich mit Ab­briichen da. Àhnliche, aber nicht genau solche Nadeln kommen in Italien vor. In der Hallstattzeit wurden die Fibeln italischer Abstammung meistens mit Glaspasten­und Bernsteinperlen geschmückt. Berasteinperlen wur­den ferner bei der Imitation von Mehrkopfhadeln ver­wendet. Nadeln, die mit einer Perle geschmückt wurden, sind vom 9. bis 8. Jahrhundert in der Umgebung der Grâberfelder der Villanova-Kultur um Bologna und in Picenum oft zu finden. Die verschiedenen Varianten wurden bis zum 6. Jahrhundert verwendet (CARANCI­N1 1975, 79-81 [Тур San Vitale], 84 [Тур Fano]). Ge­hören die Nadeln mit kleinem Vasenkopf zum Form­schatz der Urnenfelderkultur, haltén wir die Perlenaus­schmückung, besonders in Assoziation mit der zweiten Nadel doch fur die Àufterung der italischen Wirkung. Beide Nadeln deuten auf die friihe Datierung des Mate­rials von Kismező hin. Die Charakteristiken des Fundmaterials aus dem Hü­gelgrab von Kismező haben wir folgenderweise zusam­mengefalit. Die Beerdigungsart und der Grabbau vom grofien Ausmafi spiegeln eine markante Gliederung der Gesellschaft wider, die erst von der HC-Periode begin­nend existierte. Die Waffen und die Zaumzeuge sind aus Eisen, ihre Zusammenstellung ist auch fur diese Zeit charakteristisch. Die Anzahl der Keramikbeigaben, ihre Typologie und Verteilung sind der gewöhnlichen Fund­garnitur der „Fürstengraber" Nordtransdanubiens àhn­lich. Zeichen, die auf friihe italische Verbindungen hin­weisen, sind im Material ebenfalls zu finden. Die lokale Tradition der Urnenfelderkultur ist aber sehr stark zu spüren. Hierher zahlen wir auch die thrako-kimmeri­schen Elemente, die von der Spàtbronzezeit auftauchen, und auch in die wichtigen Siedlungszentren wie der Ságberg und der nahe liegende Somlyóberg gelangten. Die Tradition der Urnenfelderkultur ist nicht nur bei den Metallfunden, sondern auch bei der Grabkeramik zu bemerken. Hier denken wir zuerst an die vier groften, mit dichten Kanneluren verzierten Urnen, aber die Form der kraterförmigen Schüsseln und ihre Verzierung weichen von den spateren ab (Abb. 4) (STROH­SCHNEIDER 1976, Taf. 19, 3, 5; STROHSCHNEIDER 1984, Taf. 15a [Gr.14], Taf. 27 [Gr. 28a]; SCHEIBEN­REITER 1954, Taf. 8, 1, Taf. 29, 1, Taf. 40, 1, Taf. 42, 5). Die verschiedenen Verbindungen des ganzen Fund­materials zweigen auseinander, aber die bedeutendsten verfügen über gut defmierbare lokale Wurzeln. Obwohl ein neues Rohmaterial, das Eisen verwendet wurde, wei­sen eigenartige, doch traditionelle Typen der Metallfun­de auf die Tatsache hin, dafi die friiheisenzeitlichen Umwandlungen als ProzeB zur Zeit des Hügelgrabes von Kismező làngst kein Ende genommen haben. Die Zeitdauer dieses Vorgangs ist schwer feststellbar, besonders im Falle eines so wichtigen metallurgischen Zentrums der Spàtbronzezeit wie der Ságberg, zu dem auch unser Hügelgrab gehört. Die Bevölkerung dieser Wohnstàtten konnte sich - dank ihren günstigen

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