Zalai Múzeum 6. (Zalaegerszeg, 1996)
Közlemények - Horváth László András: Egy különleges rézkori agyagtárgy
166 Horváth László András Ein besonderer kupferzeitlicher Gegenstand Von 1986 bis 1990 wurden Rettungs-, bzw. Plangrabungen an der östlichen Grenze der Gemeinde von Bak (SW-Ungarn, Komitat Zala) durchgeführt. Wâhrend der Freilegungen wurde, unter anderen auch eine Kultgrube der mitteleuropaischen Furchenstichkeramik fin weiteren FSK) ausgegraben. die früher zum Teil schon publiziert wurde (HORVÁTH L 1990). Unter den Funden dieser Grube wurde ein tönerner. ergànzter Gegenstand abgebildet, der damais als 'Gewicht' bchandelt wurde (HORVÁTH L 1990, Abb. 9, 1 la—b; Abb. 13,6). Seine Funktion konnte ich früher nicht bestimmen. Da der Тур des genannten Gegenstandes bis dahin unbekannt war, untersuchte ich seine Bezichungen nicht weiter. Nachtraglich möchte ich es aber tun. Die Beschreibung des Gegenstandes ist: Schamottartig durchgebrannter, grauer Tongegenstand von gewölbter Form. Sein Durchsclinitt ist an dem einen Ende halbkreisförmig, an dem anderen dreieckig. Auf dem oberen Teil und auf der Seitenwand wurden Halbbohrungen gefertigt. An den Enden wurde er waagerecht durchbohrt, neben den Bohrlöchern sind die Benutzungsspuren zu schen. Gewicht: 780 g. Lange der unteren Linic: 18.0cm. Die Parallelen wurden den Kulturcn nach und geographisch gruppiert behandelt. /. Baalberger Kultur Am Südrand des Stadtgebietes von Erfurt wurden auch einige Siedlungsgruben der Baalberger Kultur zwischen 1982-1984 neben einem urnenfeldzeitlichen Gráberfeld freigelegt. In einer Kultgrube lagen hier zwei „nierenförmige Gebilde". die typologisch den Exemplaren von Bak nahestehen. In der Grube wurden noch Menschen- und Tierknochen (Rind. Ziege und Schwein) nebst Baalberger Gefaflscherben gefunden (BAHN 1989, 166-168). Die Zeitstellung dieses riesigen Kulturkreises ist für heute ziemlich gut umschreibbar (LICHARDUS 1976, 100; TODOROVA 1989, 28). Für uns ist es hier das wichtigste. dali ihre Spatphase schon mit der transdanubischen und so mit der mitteleuropaischen Furchenstichkeramik zeitlich parallel verlief (BEHRENS 1973, 172; RUTTKAY 1985, 34-35; RUTTKAY 1989, 149; KALICZ 1982,Abb.3). Gröfie der publizierten Exemplare schwankt zwischen 20-21 cm (GUERRESCHI 1967, 189, 190, foto 54; MÜLLER-KARPE 1968, 514. Taf. 255, 12,15,19). Sie kamen in einem Haufen vor. Ebenso dem Kulturgut der Lagozza-Kultur gehören die Bruchstücke an, die auf dem Fundort Isolino di Varese ans Tageslicht kamen. Die Gröfte dieser Funde weicht voneinander stark ab, sie schwankt zwischen 10 und 20 cm (GUERRESCHI 1990, fig.4; GUERRESCHI 1991, Tav.XV.unten). Unter Wirkung der Lagozza-Kultur erscheinen die Vertreter dieses Gegenstandstyps als Importe oder Nachahmungen auch in der Kultur „Vasa bocca quadrata" (BAGOLINI 1986, 367). Die genannten Kulturen wurden absolutchronologisch in das 4/3. (kalibriert 5/4.) Jahrtausend v.u.Z. datiert (BAGOLINI-FASANI 1982. 337; BAGOLINI 1990, Fig.l; BAGOLINIBARFIELD 1991. Fig. 1.). und damit zeitlich mindestens zum Teil mit der mitteleuropaischen FSK gleichgestellt (RUTTKAY 1985. Taf.3(); BAGOLINI et alia 1979, fig.36). 3. Maliq-Ku Itur Die formell vielleicht beste Parallèle bietet ein Tongegenstand mit drei Durchbohrungen aus der Maliq(Kamnik)-Kultur des albanischen Àneolithikunis (PRENDI 1976. T.XXII.38.). Die erste Phase dieser Kultur kann mit der VincaPlocnik-Phase des Neolithikums. die zweite dagegen mit der Suplevec-Bakarno-Gumno- und Bubanj-Hum-Formung parallclisiert werden (PRENDI 1976. 77; KORKUTI 1985, Tab.I.). 4. Thermi In der Ill/b Schicht dieses Tells kam ein, dem Exemplar von Maliq áhnlicher Gegenstand zum Vorschein. Seine Gröfie - 9,0 cm - ist viel kleiner als die des Exemplares von Bak (LAMB 1936, 159. T.XXIV.31.61). Die Ill/b Schicht in Thermi wurde anhand der Keramik an Troja I bzw. an die anatolische Frühbronzezeit geknüpft (PODZUWEIT 1978, 33). 5. Mersin (Yümük Tepe) 2. Lagozza-Kultur Vom namengebenden Fundort stammen zahlreiche, auf beiden Enden durchbohrte Tongegenstànde. Die Der halbmondförmiger Tongegenstand mit gelöchertem Ende war in der 10. Schicht des Tells üblich. Im Raum 117 kamen zwei Exemplare vor (GARSTANG 1953, 217.fig. 137). Die relativchronologische Lage die-