Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)

Neugebauer, Johannes-Wolfgang: Die frühe und beginnende mittlere Bronzezeit in Ostösterreich südlich der Donau

Die frühe und beginnende mittlere Bronzezeit in Ostösterreich südlich der Donau 93 mit Sicheheit terkannt werden. Die Grabbtiefen schwank­ten zwischen 30 und 175 cm. Zum Teil gab es durch Ver­fàrbungen und Moderspuren Hinweise auf die Verwen­dung von (Baum-)Sargen. Überwiegend erfolgte die Beisetzung der Verstorbenen einzeln und unverbrannt in mehr oder minder gehockter Stellung. lm Hauptfriedhof sind als Ausnahmen sieben Doppelbestattungen und eine Dreifachbeisetzung zu erwahnen. In zwei Fallen konnte Leichenverbrennung festgestellt werden. Wiederum durch einen Zufallsfund beim Schützen­grabenbau wurde die Aufmerksamkeit 1981 auf eine neue, bislang völlig unbekannte Grabergruppe gerichtet. Das 1985/86 und 1989/90 vollstandig und systematisch aus­gegrabene zweite Frühbronzezeitgraberfeld befand sich in nordwestlicher Richtung, gut 50 Meter vom Hauptgràber­feld entfernt. Der locker mit 31 Hockern belegte, wieder­um Siidost-Nordwest verlaufende Streifen hatte eine Lange von 52 Metern und eine Breite von 20 Metern. Der neue Bestattungsplatz unterschied sich vom langer be­kannten durch die hâufigere Verwendung von Baumsàrgen und durch zum Teil màchtige Steinpackungen. Manchmal wurden auch BeigabengefaBe auf die Sârge gestellt und Töpfe in den Steinmantel geschlichtet. In beiden Gràber­l K. Willvonseder, Die jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Pfahlbauten des Attersees in Oberösterreich, MPK XI und ХП, 1963—68, 393 ff. ; E. Schubert, Studien zur friihen Bronzezeit an der mittleren Donau, BRGK 54,1973 (1974), 30 ff; R. Pittio­ni, Geschichte Österreichs I, 1, Urzeit, Wien 1980, 38 ff. und Derselbe, Geschichte Österreichs I, 2, Urzeit (Anmerkungen und Exkurse), Wien 1980, 96 ff.; J.—W. Neugebauer, Die Bronzezeit im Osten Österreichs, Forschungsber. z. Ur-u. Friihgesch. 13, 1987, 9 ff. und Derselbe, Überblick über die frühe und mittlere Bronzezeit in Ostösterreich, Beitráge zur mitteleuropâischen Bronzezeit, Berlin—Nitra 1989, 309 ff. 2 J.—W. Neugebauer, Die Nekropole F von Gemeinlebarn, Niederösterreich, RGF 49, 1991, 46 ff. und M. Menke, Studien zu den frahbronzezeitlichen Metalldepots Bayerns, Jahresber. d. Bayer. Bodendenkmalpflege 19/20, 1978/79, 220 ff. 3 I. Bona, Die mittlere Bronzezeit Ungarns und ihre südöstlichen Beziehungen, Budapest 1975, 231 ff. 4 J.—W. Neugebauer, Böheimkirchen, Monographie des namen­gebenden Fundortes der Böheimkirchner Gruppé der Veterov­Kultur, ArchA 61/62, 1977, 31 ff.; Derselbe, Die Stellung der Veterovkultur, bzw. ihrer Böheimkirchner Gruppé am Über­gang von der friihen zur mittleren Bronzezeit Niederöster­reichs, Arch. Korrbl. 9, 1979, 35 ff.; Derselbe, Böheimkir­chen, Fö 18, 1979, 343 f. und Fö 19, 1980, 381 ff. und Abb. 295 (Plan). feldern war zeitgenössischer, bronzezeitlicher Grabraub nachweisbar 63 . Aus den Metallbeigaben laBt sich eine Zweiphasigkeit der Belegung fiir Haupt- und Nebengruppe ablesen. Bein­nadeln und bronzene Hülsenkopfnadeln stehen fur eine al­tère Stufe, wáhrend (z.T. verzierte) Kugelkopfnadeln, tor­dierte Hülsenkopfnadeln, Schleifenkopfnadeln mit Armbrustkonstruktion, Armreifen und Dolche für eine jüngere Stufe charakteristisch sind (neue Metallfunde etc., siehe Abb. 14). Das typische, der Wieselburg-Kultur an­gehörige Keramikinventar umfaBt Trichterhalstassen und -gefáBe, zum Teil mit weitlichtigen sanduhrförmigen Henkeln und plastischen Auflagen, sowie einfachere Töpfe und Henkelschalen (Abb. 15 und 16). Eine gewisse Sonderstellung durch die Lage an der Porta Hungarica deutet sich innerhalb der Gesamtnekropole von Hainburg—Teichtal durch Importstücke an. Zu diesen zahlen Tassén aus dem Aunjetitzbereich (Verf. 1001/B, Fn. 2), Krüge und Amphoren der Mad'arovce Kultur (Grab 297, Fn. 2 und 3), Tassén, die jenen der Vëterov-Kultur verwandt sind (Verf. 1001/B, Fn. 3) und Krüge aus dem Verbreitungsgebiet der Nordpannonischen Kultur in Un­garn (Grab 294, Fn. 3; allé Abb. 15, oben). 5 J.—W. Neugebauer und A. Gattringer, Die Kremser Schnell­stralte S 33, Vorbericht..., Fö 20, 1981, 161 f. (Franzhausen); Dieselben et.al., Rettungsgrabungen im Unteren Traisental im Jahre 1990, Neunter Vorbericht..., Fö 29, 1990, 50 f., Abb. 34, 35 und 36 a, b (Unterradlberg). 6 J. Szombathy, Prâhistorische Flachgrâber bei Gemeinlebarn in Niederösterreich, RGK 3, 1929; Neuvorlage: F. Bertemes, Das frühbronzezeitliche Gráberfeld von Gemeinlebarn, kul­turhistorische und palàometallurgische Studien, Saarbrückner Beitráge zur Altertumskunde 45 (Text und Katalog). 7 R. Pittioni, Die urzeitliche Kulturentwicklung auf dem Boden des Waldviertels, in: Das Waldviertel 7 (Geschichte), 1936/37, 26; Derselbe, Urgeschichte (Allgemeine Urgeschichte und Ur­geschichte Österreichs), Handbuch für Geschichtslehrer, Er­gánzungsband 1, 1937, 158 ff. und Anm. 1—3; Derselbe, Ur­geschichte des österreichischen Raumes, Wien, 1954, 323 ff. S K. Willvonseder, Anm. 1, 393 ff. ; E. Vogt, Die Gliederung der Schweizer Frühbronzezeit, Festschrift О. Tschumi, 1948, 53 ff.,bes. 68. 9 R. Christlein, Beitráge zur Stufengliederung der frühbron­zezeitlichen Flachgráberfelder in Süddeutschland, Bayer. Vor­geschbl. 29, 1964, 25 ff. Ю Е Stein, Beobachtungen zu Tracht- und Bestattungssitten der frühbronzezeitlichen Bevölkerung von Gemeinlebarn. BRGK 49, 1968 (1970), 1 ff. Anmerkungen:

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