Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)

Közlemények - Bánffy Eszter: A Balaton-Lasinja-kultúra leletei Balatonmagyaród–Homoki-dűlőről

242 Bánffy Eszter Funde der Balaton—Lasinja-Kultur in Balatonmagyaród—Homoki-Flur Die oben behandelten hochkupferzeitlichen rundé kamen bei den, von Béla Miklós Szőke und László Horváth 1983 in der Homoki-Flur bei Balatonmagyaród durchgeführten Ausgrabun­gen zum Vorschein. Die in dem erodierten Boden gefundenen Scherben der Balaton—Lasinja-Kultur können leider an kein Objekt geknüpft werden. Eine Ausnahme bildet das Objekt 7, welches eine einzigartige Opfergrube mit einem Kindergrab ist und die früher schon publiziert wurde (BÁNFFY 1985; BÁN­FFY 1986). Die Bedeutung der hier veröffentlichten Funde besteht darin, daB die Zahl der Fundorte und der publizierten Funde dieser Kul­tur immer noch zu klein ist, die Mehrheit der auftauchenden ur­zeitlichen Fragen beruhigend zu beantworten. Bei der Erkennung der Balaton—Lasinja-Kultur und bei der Ausbildung ihrer relativen Chronologie spielte N. Kalicz eine ffihrende Rolle (KALICZ 1969; KALICZ 1969-70; KALICZ 1973; KALICZ 1982). Kalicz deutete zugleich auch auf die südlichen, balkanischen Einwirkungen hin, die an einigen GefáBformen und in erster Reihe in der Metallkunst der Balaton—Lasinja-Kultur zu beobachten sind. Seiner Feststellung nach spielten also die von Süden eindringenden oder einwandernden Volksgrappen die entscheidende Rolle bei der Entfaltung dieser Kultur. Er bemerkt zugleich, daB einige Elemente der GefáBtypen der Lengyel­Kultur auch an den Keramikgegenstánden der Balaton—Lasinja­Kultur nachzuweisen sind. Als Kalicz die obigen, groBenteils auch heute noch gültigen Folgerungen zog, war es schon be­kannt, daB die Bevölkerung der Lengyel-Kultur auch nach der klassischen weiBbemalten Phase, also zur Zeit der unbemalten, spàten Variante der Keramik auf dem GroBteil Transdanubiens lebte (RACZKY 1974). Seitdem kam eine Art der Lengyel­Keramik, die als noch jüngere als die erwàhnte spate, unbemalte (ПГ) Phase zu betrachten, oder aber ganz ans Ende der Phase III datierbar ist, schon an mehreren neuen Ausgrabungen vor. Ob­wohl es unzweifelhaft um die Funde der Lengyel-Kultur geht, tauchen einige neue, früher unbekannte GefáBformen in diesen Fundverbànden auf, die aber in der, zeitlich nicht viel jiingeren Balaton—Lasinja-Kultur allgemein werden. Es ist also möglich, daB die von Kalicz beschriebenen, das Ge­biet Transdanubiens betreffenden südlichen Kultureinwirkungen nicht am Anfang der Balaton—Lasinja-Kultur, sondern etwas früher, schon in der letzten Phase der Lengyel-Kultur mit alien ihrer Folgen (kleinere Migration, Diffusion, Kultureinwirkung) auftreten. Daraus geht es hervor, daB das Auftauchen der Balaton—Lasinja-Kultur — im Gegensatz zu den friiheren An­nahmen — nicht einer, infolge der mit dem Aufhören der Vinca­Kultur in Verbindung stehenden Volksbewegungen von dem Mit­telbalkan neulich eingewanderten Volksgruppe zuzuschreiben ist, sodern es handelt sich um die, auch südliche Einflüsse auf­weisende Nachlassenschaft hochkupferzeitlichen Charakters der fortlebenden Lengyel-Kultur selbst. Die „hochkupferzeitlichen" Charakterüge konnten sich in den, im Vergleich zu den friiheren, kleineren Siedlungen, in der beweglicheren, hauptsáchlich vielleicht tierhaltenden Lebensweise àuBern, im Laufe deren die Bevölkerung dieser Kultur auch in früher unbewohnte Alpenge­biete gelangte. Dazu ist auch die Verbreitung der Metallschm­iedekunst zu rechnen, die selbst einen bedeutenden gesellschaft­lichen GárungsprozeB und eine Verwandlung ins leben aller südosteuropáischen Kulturen mit sich brachte (LICHARDUS 1988). Es ist weiterhin vorstellbar, daB sich die Unterschiede zwischen der materiellen Kultur der Balaton- und der von Süden benachbarten Lasinja-Kultur einfach daraus ergeben, daB sich bedeutend mehrere balkanische Post-Vinca-Wirkungen auf die Sopot—Lengyel-Kultur, die auch sonst von einer, ein wenig anderen Zusammensetzung ist, niederlieBen (DIMITRIJEVIC 1968; DIMITRUEVIC 1969). Um die bis heute noch nicht geklàrten, aber bedeutenden Problème des Überganges je bedàchtiger analysieren und daraus möglicherweise gültige geschichtliche Folgerungen schlieBen zu können, brauchte man immer mehr publiziertes Fundmaterial aus dem Bereich der Spàtlengyel- bzw. der Balaton—Lasinja­Kultur. Die in dieser Arbeit beschriebenen Funde können als bescheidene Angaben zur künftigen genaueren Beurteilung die­ser Frage beitragen. Bánffy Eszter

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