Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)
Doneus, Michael: Das mittelbronzezeitliche Keramikdepot von Maisbirbaum, MG Ernstbrunn, p. B. Korneuburg, Niederösterreich
204 Doneus, Michael fur den GroBteil der untersuchten Keramik (ob als Rohstoff oder Fertigprodukt sei dahingestellt) sowie einer wahrscheinlichen lokalen Herstellung eines GefàBes der 19 untersuchten. Zur Absicherung weiterer Aussagen bedarf es allerding zusatzlicher Untersuchungen, vor allem schwermineralogischer Analysen der Funde selbst sowie toniger Rohstoffe im gebiet um Maisbirbaum. Des weiteren ware es von groftem Interesse, auch die Gefafte anderer Keramikdepots der mitteldanubischen Hiigelgraberkultur entwickelter Auspragung, die vor allem im Raum Südmahren und nördliches Niederösterreich auftreten, 12 dahingehend zu untersuchen; man hatte hierbei die Möglichkeit, diese neben rezenten Reverenzproben auch direkt mit den Dünnschliffen unseres Materials zu vergleichen, was unter Umstanden fur die vieldiskutierte Interpretation dieser Keramikdepots neue Anhaltspunkte gebén könnte. 13 Zusammenfassung : Wie in der Fundgeschichte dargestellt werden konnte, handelt es sich bei dem Material aus Maisbirbaum aller Wahrscheinlichkeit nach um zwei Keramikdepots der mitteldanubischen Hügelgráberkultur, und nicht, wie bisher angenommen, um einen einzigen Hort. Eine Zuweisung der einzelnen GefâBe zu einem der beiden Komplexe ist allerdings vorerst nicht möglich. Das Fundmaterial besteht insgesamt aus 52 GefáBen, von denen nur etwa die Hàlfte tatsàchlich zur Ganzé erhalten ist, und 12 Glàttsteinen. Bei der Keramik ist die weitaus hâufigste Form die Tasse, gefolgt von Krügen und FuBschüsseln. Daneben kommen noch Schüsseln, Töpfe und eine Schale vor. Die Vergleichsbeispiele fanden sich zum GroBteil in Grâbern, aber auch in Siedlungen und anderen Depots, d. h. man kann dieses Material nicht einer bestimmten Kategorie (z. B. Grab- oder Siedlungskeramik) zuordnen. Sowohl die GefáBformen als auch die Verzierung stellen das Material eindeutig in den Verband der mitteldanubischen Hügelgráberkultur entwickelter Auspragung (Stufe Reinecke Bz C2). Archáometrische Dünnschliffuntersuchungen an Proben, die insgesamt 19 GefáBen entnommen wurden, ergaben nur bei einer Tasse eine gesicherte lokale Tonherkunft. Der gröBte Teil des verwendeten Tones (15 Proben) scheint aus dem östlichen Waldviertel zu stammen. Anmerkungen: •K. WILLVONSEDER, Die mittlere Bronzezeit, Bûcher zur Ur- und Frühgeschichte 3—4, Wien 1937, 366—372, Taf. 16-22. 2 U. a. A. STIFFT-GOTTLIEB, FÖ 1934, 113. — K. WILLVONSEDER, s. Anm. 1. — K. MARESOVÁ, Keramické depoty doby bronzové v CSSR a v Rakousku, sborník praci fil. fak. Brnënskë Univ. ЕЮ, 14, 1965, 117. — R. PITTIONI, Urgeschichte des österreichischen Raumes, Wien 1954, 376. — J. RÍHOVSKY, Základy stfedodunajskych popelnycovych polí na Moravë, Stud. arch, ustav CAV, Brne 10, 1982. — Z. BENKOVSKY-PIVOVAROVÁ, Zur kulturellen Stellung der Hügelgráberkultur im Osten Österreichs, in: Studien zur Bronzezeit, Festschrift fur W A. v. BRUNN 1980, 3ff. 3 Es handelt sich dabei um den Bericht E. Nr. 187 vom 9. 3. 1932; dieser liegt im Bundesdenkmalamt auf. 4 A. STIFFT-GOTTLIEB, s Anm. 2. 5 Zum Erhaltungsgrad siehe auch die Abbildungen in: M. DONEUS, Zum mittelbronzezeitlichen Keramikdepot von Maisbirbaum, MG Ernstbrunn, PB Korneuburg, Niederösterreich, ArchA 75, 1991, 107ff. 6 Vgl. v. a. J. RÍHOVSKY, s. Anm. 2, S. 90—91, 170. 7 Siehe Anm. 2. 8 K. WILLVONSEDER, s. Anm. 2, 229. 9 R. DELL'MOUR, Keramikanalyse mit dem Polarisationsmikroskop, Methodik-Interpretation-Beispiele, ArchA 73, 1989, 17-34. 10 R. DELL'MOUR, Petrographische Analyse eines mittelbronzezeitlichen Keramikdepots von Maisbirbaum/Niederösterreich, ArchA 75, 1991, 129ff. "Siehe auch R. DELL'MOUR, s Anm. 10, S. 130, Abb. 1. 12 C. EIBNER, Ein mittelbronzezeitlicher GefáBverwahrfund von Schrattenberg, p. B. Mistelbach, NO; Zur Interpretation der sogenannten Töpfereiwarenlager; ArchA 46, 1969, 46, Abb. 5. 13 Siehe v. a. K. MARESOVÁ, s. Anm. 2; — С. Eibner, s. Anm. 11; — F. HORST, Bronzezeitliche Speiseopfer in GefáBen; in: Geneza kultury Luzyckiej na terenie nadodrza, Wroclaw 1970, 10; — S. LAUE, Das GefáBdepot der jüngeren Urnenfelderzeit von Stillfried an der March. Ein Beitrag zur Problematik der GefáBdepots, Diplomarb. , Geistesw. Fak. Univ. Wien 1987, 49.