Zalai Múzeum 5. (Zalaegerszeg, 1994)
Doneus, Michael: Das mittelbronzezeitliche Keramikdepot von Maisbirbaum, MG Ernstbrunn, p. B. Korneuburg, Niederösterreich
202 Doneus, Michael desdenkmalamt angezeigt und vom Gendarmeriepostenkommando Simonsfeld fur den 9. Màrz 1932 vorgeladen. Bei den nun folgenden Nachforschungen konnten die Gendarmen auf der Parzelle 2023 (=Fundstelle 1) Spuren einer Grabung feststellen, wàhrend O. SKALA behauptete, die Funde auf Parzelle 2019 (=Fundstelle 2) und 2044 (=,,Fundstelle 3") gemacht zu haben; er gab dabei jedoch an, daB er sich bezüglich der Parzellennummern nicht ganz im Klaren sei. Wichtig ist bei seiner Aussage aber vor allem, daB O. SKALA, genauso wie seine damaligen Schiiler L. LEHNER und H. BÖHM, von zwei Fundstellen spricht, an denen er die Funde gemacht hat. Anscheinend schenkte man ihm damais keinen Glauben mehr, und so wurden 1934 nur die Parzellen 2023/2026 als Fundort eines Depots angegeben. 4 Zusammenfassend muB man also betonén, daB es sich bei den Funden von Maisbirbaum nicht um ein, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach um zwei Keramikdepots handelt. Diese Annahme ergibt sich aus zwei Fakten: O. SKALA sprach der Gendarmerie gegenüber von zwei Fundstellen und die damais bei den Ausgrabungen als Schulkinder beteiligten L. LEHNER und H. BÖHM zeigten mir bei einem Besuch im April 1989 diese beiden betreffenden Fundstellen mit dem ausdrücklichen Vermerk, daB an beiden je ein Keramikdepot zum Vorschein kam. Die Möglichkeit, daB O. SKALA nur den Bestand eines Depots an die Krahuletz—Gesellschaft geliefert hat, ist unwahrscheinlich, da die im Museum von Eggenburg befindlichen GefáBe unmöglich in oben beschriebener Fundlage in einer einzigen Grube Platz gefunden hátten. Typologie und Chronologie Keramik: Die Keramik der Depots von Maisbirbaum hat im Grófién und Ganzén ein einheitliches Gepráge. Die Gefáfie bestehen z. T. aus feinem Ton, sehr oft enthàlt dieser aber auch Sand und bis zu mittelgrofie, vereinzelt auch grofie Steinchen. Das Fundmaterial besteht insgesamt aus 52 Gefáfien, von denen weniger als die Hálfte zur Ganzé erhalten ist, und 12 Glâttsteinen. Die Keramik wurde in den dreifiiger Jahren restauriert und auch rekonstruiert. Daher macht sie heute beim ersten Betrachten den Eindruck eines weitgehend vollstàndigen Erhaltungsgrades. Tatsáchlich sind aber nur 19 Gefáfie, davon 18 Tassén, zur Ganzé erhalten (Abb. 6), wobei vor allem von den Grofigefáfien kleinere bis gröfiere Partién fehlen, so dafi von etwa der Hálfte dieser kein durchgehendes Profil vorhanden ist. Besonders krafi tritt dies bei den Krügen in Ersheinung, wo bei fünf von neun Stücken nur Fragmente des Unterteils vorhanden, die Henkel und Hálse jedoch dazuergánzt sind. Im Gegensatz dazu sind von den Tassén etwa zwei Drittel vollstándig und nur ein Zehntel fragmentarisch erhalten. 5 Eine Zuweisung der einzelnen Gefáfie zu einem der beiden Komplexe ist vorerst nicht möglich. Die weitaus háufigste Form ist die Tasse, gefolgt von Krügen und Fufischüsseln. Daneben kommen noch Schüsseln, Töpfe und eine Schale vor (Abb. 5). Die Abbildungen 2 und 3 zeigen sámtliche in Maisbirbaum vorkommenden Keramiktypen, die hier kurz besprochen werden sollen. Insgesamt waren in den Depots von Maisbirbaum acht Schüsseln vorhanden; von diesen konnte ein Stuck (ein gröfieres Bruchstück mit gelapptem Rand), nicht mehr ausfindig gemacht werden. Unter den Erhaltenen finden sich eine zweihenkelige (Abb. 2, 1), eine konische (Abb. 2, 3), eine henkellose (Abb. 2, 2) Schüssel sowie fünf Fufischüsseln (Abb. 2, 4—7). Von den drei Töpfen gibt es einen mit niederem (Abb. 3, 1) und einen mit konischem (Abb. 3, 2) Hals sowie einen henkellosen Topf (Abb. 3, 3). Bei den noch vorhandenen acht Krügen haben drei ein durchgehendes Profil, von weiteren drei ist nur der Unterteil erhalten und bei zwei Gefáfien fehlt auch von diesem etwa die Hálfte. Der Grundform nach kann, man sie in zwei Gruppén teilen: 1. Krüge mit breitem Unterteil und abgesetztem, leicht konischen Hals und leicht abgesetzter Standfláche (Abb. 3,4). 2. Schlanke Gefáfie mit fliefiendem, deutlich einziehenden Übergang vom Unterteil zum konischen Hals (Abb. 3, 5-6). Bei drei Formen sind die Buckel soweit herabgedrückt, dafi sie den Boden berühren, und somit eine etwa quadratische Standfláche bilden (Abb. 3, 6). Neben einer einzelnen Schale (Abb. 3, 7) mit kleiner Standfláche und gleichmáfiig gewölbtem Körper gibt es noch 29 Tassén, die somit die zahlreichste Gruppé in diesem Material bilden. Sie zeigen allé eine einheitliche Grundform. Ein konischer Hals steht meist scharf abgesetzt auf einem gedrungenen bis kalottenförmigen Gefáfikörper, wobei bis auf eine einzige Ausnahme ein breiter, rand- bis überrandstándiger Henkel den Hals überbrückt. Variationen ergeben sich durch die Höhe des Halses, den unterschiedlichen Grad der Randausschwingung, das Fehlen eines deutlich abgesetzten Halses, die Ausbildung der Standfláche und das Vorhandensein oder Fehlen von Verzierung. Man kann sie in Tassén mit ebener Standfláche (Abb. 3, 8), solche, derén Standfláche ein Omphalos bildet (Abb. 3, 11—13), Formen mit kalottenförmigen (Abb. 3, 10) und GefáBe mit gedrungenem Unterteil (Abb. 3, 9) (die letzten beiden ohne Omphalos) unterteilen. Bei den Formen mit Omphalos gibt es weiters solche mit geradem, trichterförmig ausladendem Hals (Abb. 3,