Kovács Zsuzsa: Göcsejer Dorfmuseum. Austellungsleiter (Zalaegerszeg, 2008)
wurde der Tisch mit einem Tischtuch gedeckt, den man an Alltagen nicht benutzt hat. Auch Schreibwaren wurden auf dem Tisch vorbereitet, zuerst mußte über das in die Heirat mitgebrachte Vermögen die Vereinbarung, der sog. Moring-Brief geschrieben werden. Wenn sich die Bewerber und der Vater einigen konnten, haben sie auf die Gesundheit der jungen Leute und auf die glückliche Ehe Kauftrunk getrunken. Zum Vertrag hat aber nicht nur der Junge sein Vermögen vor der Familie aufgedeckt, sondern man hat das auch umgekehrt erwartet. Den Bewerbern wurde die in der mit Tulpen verzierten Truhe liegende Mitgift des Mädchens gezeigt, damit sie sehen, womit die Braut von zu Hause losgelassen wird. Mit Tulpen verzierte Truhe Für die Mädchen wurde von ihrer Geburt an für die Aussteuer von ihrer Mutter gewoben, genäht und gestrickt. Die Mütter haben sich danach gestrebt, daß ihrer Tochter, wenn es heiratet, alle im Haushalt nötigen Textilwaren zur Verfügung stehen. Vor etwa 150 Jahren diente auch die in der Ausstellung zu sehende mit Tulpen verzierte Truhe für die Aufbewahrung der Aussteuer. Der Anschrift nach wurde sie 1860 von Rozália Baksa in ihr neues ^^^^^^- Zuhause mitgebracht. Die Truhe wurde von den Familienmitgliedern aufbewahrt und wie man weiß, stand sie genau 100 Jahre lang bis 1960 im Zimmer, wo man in der Truhe immer Klamotten gehalten hat.