Ljudje ob Muri. Népek a Mura Mentén 2. kötet (Zalaegerszeg, 1998)
Peter Krenn (Graz): Die gescheiterte Rückeroberung von Kanischa 1601 und ihre Auswirkungen auf das Landeszeughaus in Graz
VOLKER AN DER MUR 1997 Peter KRENN DIE GESCHEITERTE RÜCKEROBERUNG VON KANISCHA 1601 UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DAS LANDESZEUGHAUS IN GRAZ In den ersten Regierungsjahren Kaiser Rudolfs IL, also von 1576 bis gegen 1592 verhielt sich das osmanische Reich noch relativ ruhig. Es waren offizielle Friedensjahre auf der Basis des 1568 abgeschlossenen Friedens von Adrianopel und der Kaiser erlegte jährlich seine euphamistisch als „Ehrengeschenk" bezeichnete Tributzahlung an den Sultan. Die Tatsache, daß der Türke immer wieder mit kleinen Einfallen Unruhe erzeugte und als Reaktion darauf auf kaiserlicher Seite die Grenzbereiche in Kroatien und Westungarn ausgebaut und ihre organisatorischen Strukturen verbessert wurden, galt weder hüben noch drüben als friedenstörend. In Prag und Graz wußte man aber, daß eine Steigerung der türkischen AngrifFstätigkeit mit Sicherheit zu erwarten war, fragte sich nur wann. Im Jahre 1590 hatten die Türken einen Feldzug gegen Persien beendet und die Kriegspartei in Konstantinopel sowie lokale Befehlshaber wie der Pascha von Bosnien hielten den Zeitpunkt nun fur gekommen, mit Entschiedenheit gegen das Habsburger Reich vorzugehen. AngrifFsvorbereitungen wurden getroffen und systematische Aktionen an der Militärgrenze gestartet mit dem Ziel durch die Wegnahme von kaiserlichen Festungen den Schutzgürtel zu durchbrechen und in die innerösterreichischen Länder vorzustoßen. Ein türkischer Angriff auf Kanischa wird 1590 noch abgewehrt, einige feste Plätze in Slawonien und Kroatien aber mußten dem Feind überlassen werden. Kritisch wurde es im Jahre 1592, als Hassan, der kriegswütige Pascha von Bosnien Petrinja als Gegenfestung zu Karlstadt bauen ließ und die strategisch wichtige Festung Bihac in Zentralkroatien eroberte. 1593 belagerte er die am Zusammenfluß der Save und Kupa gelegene kroatische Festung Sisak, wurde dabei aber von einem kaiserlichen Heer aus innerösterreichischen und kroatischen Truppen angegriffen und vernichtend geschlagen. Hassan selbst fand dabei den Tod und dieser Sieg, Ruprecht von Eggenberg großen Anteil hatte, wurde auf kaiserlicher Seite entsprechend gefeiert und propagandistisch ausgewertet. Aber jetzt verschärfte sich die Lage. Sultan Murad III. erklärte Kaiser Rudolf II. den Krieg, der bis 1606 andauern sollte. Die österreichische Geschichtsschreibung nennt ihn den 13-jährigen Türkenkrieg. Er war gekennzeichnet von zähen Positionskämpfen, die sich im wesentlichen im Kampf um Festungen erschöpften, nicht in großen Feldschlachten. Dabei verlagerte sich der Schwerpunkt jetzt von der kroatischen zur ungarischen Grenze und das Kriegsglück wogte auch dort hin und her. So wie Sisak noch im Jahr des großen Sieges über Hassan an die Türken, die frische Truppen herangebracht hatten, verloren ging, so wurde 1594 die weit wichtigere Festung Raab/Győr am Zusammenfluß von Donau, Raab und Rabnitz gelegen, von Sinan Pascha erobert. Der kaiserliche Kommandant Graf Hardegg hatte die Festung schon nach 20-tägiger Belagerung dem Feinde übergeben und wurde deshalb des Verrats bezichtigt und, um ein Exempel zu statuieren, zusammen mit dem italienischen Festungsbaumeister Perlin, öffentlich enthauptet. 1595 gelang es einem kaiserlichen Heer unter 197