„Stephan Dorffmaister pinxit”. Dorffmaister István emlékkiállítása (Zalaegerszeg, 1997)
Buzási Enikő: Die Bildnisse und Auftraggeber Dorffmaisters
englischen Gärten mit dem freimaurerischen Gedankenkreis vor einigen Jahren aufmerksam geworden ist, 46 darf man beim Fehlen der Kenntnisse bezüglich des Zustands des Schlosses Hegyfalu und seiner Umgebung im ausgehenden 18. Jahrhundert sowie wegen der noch ausstehenden Bearbeitung der historischen Literatur und der Topographie der englischen Gärten in Ungarn 47 höchstens nur die obige vorsichtige Hypothese formulieren. Nach all dem kann man gewiß feststellen, daß sich bei den Bildnissen Dorffmaisters die Gesichtspunkte der Untersuchung und der Wertung nicht so sehr aus den weniger abwechslungsreichen Kompositionen - wozu sich meistens eine gewisse formale Eintönigkeit gesellt - oder aus der nicht besonders reichen Porträtistenphantasie des Meisters ergeben. Die wahrhaften Fragen und Antworten beziehen sich vielmehr auf die Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen dem Maler und dem Auftraggeberkreis - in gesellschaftlichem und persönlichem Sinne - sowie auf die Art und Weise, wie die künstlerischen und kulturellen Vorbilder innerhalb des Auftraggeberkreises zur Geltung kommen. Bei einer derart geschlossenen Gemeinschaft wie eine Stadt und ihre kulturelle Umgebung im 18. Jahrhundert ist das Verhältnis zwischen Künstler und Auftraggeber immer besonders interessant. Deshalb verdient eine besondere Eigenart von Dorffmaisters Bildnisschaffen, die Übersichtlichkeit des Auftraggeberkreises und dessen fallweise zufälligen Verflechtungen, unsere Aufmerksamkeit. Es gehört zu diesen zufalligen Zusammenhängen, daß der Soproner Palast von László Cziraky am Grabenring 1782 von jenem Izidor Jankovich erworben wurde, der als ein Erbe des Antal Jankovich vermutlich einer der Auftraggeber des Totenbildnisses von Katalin Kiss-Jankovich war. Auf dem Ehevertrag des weiter oben ebenfalls erwähnten Franz Desfours steht nicht nur der Name László Cziráky - er war ein Verwandter der Braut, der Borbála Széchényi 48 - als Zeuge, sondern auch der des Generalfeldmarschalleutnants Ludwig von Starhemberg, der mit Dorffmaister nicht nur als Auftraggeber mehrfach verbunden war, sondern auch in einem anderen Bereich, denn er stand mit seiner Gattin, später mit seiner Tochter dreimal bei Kindern des Malers Pate. 49 Es war bis jetzt nicht bekannt, daß Dorffmaister auch ihn verewigt hat. Allerdings kann man sich von dem früher unbekannten Bildnis nur anhand des hier veröffentlichten Nachstichs von Mansfeld einen Begriff machen (Verzeichnis: Nr. 14). Aus dem Kreis der Aristokraten der Umgebung, die meist auch in der Stadt einen Palast hielten, wurden in der Literatur außer den obigen und den früher erwähnten Niczky auch die Grafen Festetich berücksichtigt. Außer den beiden Bildnissen des Pál Festetich und seiner Gattin, die am Anfang des vorliegenden Aufsatzes behandelt werden, gibt es noch von Bildnissen dreier Mitglieder der Familie heute nicht mehr überprüfbare Angaben im Zusammenhang mit Ausstellungen. (Verzeichnis: Nr. 36, 39-40). Von den Werken selbst haben wir gar keine Kenntnisse, einigen Fortschritt konnten wir nur durch den Nachweis der nahen Verwandtschaft der Dargestellten erzielen. Einstweilen ist es nicht bekannt, daß Dorffmaister auch von weiteren Aristokratenfamilien Bildnisse angefertigt hätte. Es hat den Anschein, als gehörten die Familien Auersperg und Meskó nicht zu seinen Auftraggebern, und die Széchényis, die mit den Czirákys und dem Grafen Desfours verwandt waren, bevorzugten eher Millitz in Preßburg, wie ihn auch László Cziráki selbst mehrfach beschäftigte. Es ist nicht bezeugt, daß Dorffmaister irgend jemanden von den Fürsten Esterházy verewigt hätte, was weniger an den Qualitäten des Bildnismalers als an den städtischen Rahmen seiner Tätigkeit gelegen haben könnte. Im nachstehenden Katalog der Bildnisse befassen wir uns aus den oben angeführten Gründen ausführlich mit den Dargestellten. Wir geben eine chronologische Übersicht der Werke, auch solcher, die in vorliegendem Beitrag nicht behandelt wurden. Anmerkungen 1 Wien, Archiv der Akademie der Bildenden Künste, Sign. 1/a. Namensregister 1726-1753. Fünfzehntes Alphabet, p. 312. 2 Im Dezember 1757 scheint sein Name unter den Studenten auf, die um die Erlaubnis ansuchen, ein Schwert tragen zu dürfen. Diese Angabe ist unter Berufung auf die Akten der Wiener Kunstakademie veröffentlicht bei Garas, К: A soproni Edlinger ház és Gregorio Guglielmi [Das Edlinger-Haus in Sopron (Ödenburg) und Gregorio Guglielmi]. In: Tanulmányok Csatkai Endre emlékére [Studien in memóriám Endre Csatkai]. Hrsg. Környei, A. - G. Szende, K. Sopron 1996, 182/Anm. 21. 3 Eine Zusammenfassung der Biographie Dorffmaisters s. bei Géza Galavics in: Kunst in Ungarn 17801830. 122. 162