S. Perémi Ágota (szerk.): A Laczkó Dezső Múzeum Közleményei 28. (Veszprém, 2014)
S. Perémi Ágota: Újabb avar kori leletek Veszprém megyében. V. Veszprém–Kádártai úti avar sírok
NEUE FUNDE AUS DER AWARENZEIT IM KOMITAT VESZPRÉM V. AWARENGRÄBER IN VESZPRÉM, AM KÁDÁRJAI WEG Der vorher unbekannte Fundort aus der Awarenzeit kam im östlichen, nordöstlichen Stadtteil von Veszprém, in dem, von der Kádártai Strasse und der nördlichen Ringstrasse begrenztem Gebiet, zum Vorschein. Am Anfang der 1980-er Jahre hat man in dem Gebiet die Errichtung eines neuen Wohnviertels begonnen. Bis zum Beginn der Fundrettung ist das Gebiet schon grösstenteils bebaut worden: Strassen, Baugrundstücke sind ausgestaltet worden. Während der stattfindenden Legungsarbeiten der Kommunalleitungen und Fundamentenbauarbeiten der Mehrfamilienhäuser konnten mehrere Gräber zugrunde gehen. Zur Fundenbergung kam es vom 22. August bis am 9. September 1983. Die Feldarbeit beschränkte sich praktisch nur auf die Bergung der markierten Fundamenten, darin fand sie nur auf dem Gebiet der, sich an der südöstlichen Ecke des Wohnviertels befindlichen, sechs Mehrfamilienhäuser. (Abb. 5). Im Laufe der Fundrettung ist es gelungen, 26 Gräber zu bergen. Es sind Spuren von 11 Gräbern beobachtet worden, jedoch sind in jedem Hausfimdament und während der Aushebungsarbeiten der Graben der Kommunalleitungen weitere Gräber, unbekannter Anzahl, zerstört worden. Da die Ausgrabungen nicht fortgesetzt wurden, ist mittlerweile das ganze Gebiet bebaut worden. Mit grösster Wahrscheinlichkeit, ist der übrige Teil des Gräberfeldes zugrunde gegangen. Im Laufe der Fundrettung ist es, auf dem, durch Bauarbeiten stark begrenzten Gebiet nur gelungen, je einen relativ kleineren Teil je eines Hausfundamentes zu bergen. Zur Bergung einer grösseren Oberfläche kam es nicht. Deswegen verfügen wir weder über Daten bezüglich der Struktur, noch bezüglich der Ausdehnung des Friedhofes. Leider ist auch kein Friedhofplan bezüglich der geringen Anzahl der gebergten Gräber erstellt worden. Es blieb nur die, die Lage der ersten vier Gräber erfassende, kleine Zeichnung erhalten. (Abb.20) Die Hälfte der dokumentierten Gräber ist zeitgenössischer, oder neuzeitlicher Störung zum Opfer gefallen. Aufgrunde des ärmlichen Fundmaterials, kann festgestellt werden, dass in den Frauengräbern, neben den, Ende des 7., Anfang des 8. Jahrhunderts datierbaren Ohrringen mit Perlenanhängsel, Weinbeerenanhängsel, die Ohrringe aus späterer Zeit, mit ovalen Ringen und langförmigen Perlenanhängsel, wie auch die S-förmig endenden Ohrringe, datierbar auf die Jahrhundertwende des 8., 9. Jahrhunderts, erschienen sind. Ein ähnliches Bild zeigt auch die Zusammensetzung der Perlen aus den Perlketten, wie auch die Bestattungen mit Gürtelbeschlägen. Es kann festgestellt werden, dass dieser Teil des Friedhofes etwa gleichzeitig mit dem Friedhof von der Milchfabrik, oder der spätere Teil des Friedhofes von der Jutási Strasse, also ab Ende des 7. Jahrhunderts während des 8. Jahrhunderts, von den Awaren benutzt worden ist. Im Vergleich zum Letzten, konnte der Friedhof an der Kádártai Strasse etwas älter gewesen sein, worauf die Anwesenheit der, mit Gürtelblech versehenen Gürtelgarnitur, oder der Zopfspangen andeuten können. Sicherlich dürften die, samt Gürtelbeschlägen, Waffen begrabenen Männer innerhalb der Gemeinschaft eine führende Rolle gespielt haben. Aufgrund des überbliebenen, ärmlichen Fundgutes ist es ziemlich schwer,weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, gleichzeitig aber , darüber hinaus, dass die ganz grosse Menge Tierknochen, wenigen Eierschalen auf ihr Glaubenswelt anweisen, deuten sie darauf hin, dass die Viehzucht eine ihrer wichtigen Lebensunterhaltungsquellen sein durfte. Schade, dass nur ein sehr kleiner Teil des Friedhofes gebergt werden konnte. Besonders auch darum, da die Begräbnisstätte ein wichtiger Kapitel der Geschichte der Stadt Veszprém aus der Awarenzeit hätte darstellen können und hätte gleichzeitig wesentliche Daten aus dem Sichtpunkt der Verbindungen zu den Populationen der Friedhöfe von der Milchfabrik und der Jutási Strasse liefern können. Auf jeden Fall scheint es interessant zu sein, dass drei, zueinander nahe lebende Awarengemeinschaften ihre eigenen Gräberstätte fast gleichzeitig 275