A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 14. – Történelem (Veszprém, 1979)
Guzsik Tamás: Veszprém megye középkori templomépítészetének kutatási kérdései
Durchschnittliche Lichtweite: 15,57 x 7,71, Dimension: 1 : 2,02, Es ist zu bemerken, dass die statistische Aufstellung die früheren, dieses Thema betreffenden Bezugnahmen zu widerspiegeln scheint. Während die absolute Masszunahme (etwa 13%) zwischen den Perioden vom 11-12. Jh. und 13. Jh. wahrnehmbar ist, ist die Änderung der Dimension, die Dehnung nicht zu beweisen. Wahrscheinlich stellte diese durchschnittliche Dimension (mit den Höhenmassen ergänzt) eine angenehme und angenommene Wirkung des mittelalterlichen Raumes dar. Man muss hier die Aufmerksamkeit auf die unbegründete Forschungsrichtung lenken, die zwischen der Lichtweite des Kirchenschiffes und der aufgenommenen Bevölkerungszahl einen Zusammenhang festzustellen versuchte. Die praktische Verwirklichung des oft zitierten Gesetzes vom Hl. Stephan für Kirchenbau - eine Kirche fürje zehn Dörfer - kann heute hinsichtlich der territorialen Gruppierung nicht mehr rekonstruiert werden. Die Angaben für Bevölkerungsdichte bzw. — zahl sind noch weniger zuverlässig. Dieser Zusammenhang (Aufnahmefähigkeit der Kirche - Bevölkerungszahl) ist noch später, als die meisten Dörfer schon eine eigene Kirche hatten, irreal. Es ist schwer, eine - politisch, wirtschaftlich usw. selbständig funktionierende - Gemeinschaft anzunehmen, die in einer so grossen Kirche, wie z. B. in Egregy Platz gehabt hätte. (Lichtweite 4,4x3,9 m, Grundfläche: 17,16 m 2 , maximale Aufnahmefähigkeit: 30—40 Kopf). Es ist also vermutlich, dass nur die Herrschaften des Dorfes im Innern der Kirche sassen oder standen, das Grossteil der Bevölkerung fand für sich ausserhalb der Kirche in den Vorderraum Platz und wohnte durch irgendeine Vermittlung der sich in der Kirche zutragende Zeremonie bei. (Daran erinnert vielleicht auch heute noch das Glockengeläute sonntags auf dem Lande, das die Teile der Messe für die äussere Umgebung bezeichnet). Orientierung Obwohl es nicht knapp zu den bestimmenden Elementen der Forschung gehört, wurde die Untersuchung der Kirchenorientierung durchgeführt. Wie bekannt, war eine Regel des Kirchenbaues im Mittelalter, dass die Kirchenachse von OstWest-Richtung sein soll. Das bezog sich anfangs auf die Richtung des Betens, später wurde es zu konkreter Bauregel. Die symbolische Bedeutung hängt wahrscheinlich mit der christianisierten Variante einer früheren Licht - bzw. Sonnensymbolik zusammen, diese wurde später in der dogmatischen Theologie, in der Skolastik eingehender auseinandergesetzt. Im 11-12. Jh. konnte das Grundsymbol auch mit weiterem, sekundärem Inhalt erweitert werden, prinzipiell werden die regelmässigen (äquinoktialen, sternkundlichen) und anderen, unregelmässigen Orientierungen unterschieden. Die Erklärung dafür ist, dass die Orientierung auf die Richtung des Sonnenaufgangs oder - Untergangs, sternkundliehe Ost-Bestimmung nur in gewissen Fällen verrichtet wurde. Die scheinbare Himmelsbahn der Sonne ändert sich in der Funktion der Jahreszeiten, und auch ihr Ostpunkt kann in unserer geographischen Breite um ± 36-37 Grad vom sternkundlichen Osten abweichen. (Die Bezeichnung „-" gilt für die Abweichung, wenn sie vom Osten nach Süden ausweicht.) Der Winkelwert für die zu den einzelnen Tagen gehörende Sonnenposition kann so mit Rechnen, wie mit sonnendiagramm bestimmt werden. Die Achse der auf Sonnenaufgang oder -Untergang orientierten Kirche stellt deswegen grosse Abweichungen dar. Der auf der Kirchenachse gemessene Winkelwert mit dem auf die bestimmten Tage (z. B. Fest des Schutzheiligen) gerenchneten Ostwinkel verglichen weist aus, mit was für einem sekundären oder terziären Inhalt inzwischen sich das primäre Symbol bereicherte. Die Ermessung und Bewertung der Orientierungswerte wurde bisher für 380 ungarische und 580 europäische mittelalterliche Kirchen verrichtet. Im Komitat ist der Achsenwinkel von 103 Kirchen bekannt. Die Forschung stellte die folgenden Type der Orientierung fest: - effektive äquinoktiale Orientierung: die Kirchenachse koinzidiert mit der sternkundlichen Ost-West-Richtung, also die Orientierung wurde ohne Beachtung der wirklichen Sonnenposition (oder mit der Bestimmung des effektiven Äquinoktiums) sternkundlicher Weise verrichtet. Solche Orientierung is bei 10 Baudenkmälern im Komitat wahrzunehmen, 9,71% (europäische Häufigkeit: 129 Stück, 13,44%). Sie kommt ziemlich oft bei frühen Denkmälern vor (4 Stück), unter denen sich zwei Rotunden (Keszthely, Veszprém) befinden. Dagegen sind nur 3 Gebäude der kirlichen Körperschaften von regelmässiger äquinoktialer Orientierung, wo wir mit Recht entwickelte Werkstätten und entsprechende sternkundliche Bewandertheit annehmen können. - nominelle äquinoktiale Orientierung: die Kirchenachse wurde an einem der im Kalender festgesetzten äquinoktialen Tage (21. März, 23,. September) auf die Richtung des wirklichen Sonnenaufgangs oder -Untergangs orientiert. Diese fällt — wegen der chronologischen Verschiebung des Kalenders - mit dem Winkelwert ± 0°00' nicht mehr zusammen, davon weicht sie um 3-5° ab, (in der Funktion der Zeit der Orientierung und der geographischen Breite, sowie des Geländes). 9 Baudenkmäler entsprechen im Komitat dieser Orientierung, 8,74% (europäische Häufigkeit 86 Stück, 8,95%). Diese Orientierung kommt meistens bei den Dorfkirchen vor, ein Beweis dafür, dass die technisch weniger gebildeten Baumeister bei der Orientierung die einfachere, empirische Methode wählten. Diese Orientierung wurde auch bei dem Paulanerkloster in Bakonyszentjakab verwendet. Hier wurde die Richtung des effektiven Sonnenaufgangs noch durch den kleineren, östlich von der Kirche liegenden Berg beeinflusst. Dies weist wohl nach, dass die früheren Paulanerkloster keine entwickelte Bauwerkstätte und -technik hatten, und sie der Baupraxis der zeitgenössischen dörflichen Kirchen folgten. (Im nächst liegenden Dorf, Sáska ist die Kirche gleichfalls orientiert, hier spielt aber der Berg keine korrigierende Rolle.) - Orientierung nach der Sonnenwende: es gibt bei der Orientierung an den Tagen des Mittsommers (22. Juni) oder des Mittwinters (21. Dezember) wieder mehrere Verfahren. Entweder die sternkundliche Zeit der Sonnenwende wird bestimmt, und das resultiert die maximale Winkelabweichung, oder die Achse wird am Tag „Solstitium Vetus" (24. Juni) der einzelnen kirlichen Kalender orientiert. (Dieser Wert vermindert sich in der Funktion der KalenderverSchiebung und der geographischen Breite im Verhältnis zu den Ostwinkel der effektiven Sonnenwende). 11 Baudenkmäler (10,68%) sind im Komitat nach der Sonnenwende orientiert, (europäische Häufigkeit: 81 Stück, 8,44%). Diese Orientierung kommt fast ausschliesslich bei den Kirchen aus dem 13. Jh. vor, das sind vor allem Dorfkirchen. Auffallend is jedoch die unregelmässige Orientierung der Veszprémer Basilika, die die Sankt-Georg-Kapelle - im 13. JH. zum Kapitelsaal umgestaltet — auch übernahm. - Orientierung nach dem Fest des Schutzheiligen: sie wird auf die Richtung des effektiven Sonnenaufgangs oder -Untergangs verrichtet. Diese Richtung ändert sich täglich zwischen den durch die Sonnenwenden bestimmten Estremwerten (Vorzeichen im Sommer: „-", im Winter: „+")• Der absolute Winkelwert der zu gleichem Tag gehörenden Orientierung nach Sonnenaufgang oder -Untergang ist gleich, nur ihr Vorzeichen is umgekehrt. 19 Baudenkmäler (18,44%) sind im Komitat nach dem Patrociniumstag orientiert, (europäische Häfgkeit: 212 Stück, 22,08%.). Diese Orientierung ist bei den Dorfkirchen im 13. Jh. allgemein (12 Stück). Bei den kirchlichen Körperschaften kommt sie nur bei dem Dominikaner-Nonnenkloster (HI. Kahtarina) in Veszprém und bei den Paulanern in Uzsaszentlélek vor. Beim letzteren ist der Versuch beachtenswert, dass es aufgrund desgemesse177