A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Veszprém, 1963)
Éri István–Takáts Vilmos: A nagyvázsonyi Kinizsi-vár famaradványai
Holzreste der Burg von Kinizsi in Nagyvázsony Bei den Ausgrabungen in der Burg Kinizsi's von Nagyvázsony wurden mehrere Reste von Holzkonstruktionen gefunden. Verfasser beschreiben die Bestimmung, Konservierung und Zeitbestimmung derselben. Im Burghof wurden, vor einem aus Stein gebauten Wasserbecken aus der Mitte des XVII. Jh-s, ein in tieferer Schicht einer früheren Periode aus Balken zusammengefügtes Wasserbecken von einer Grundfläche von 240 X 320 cm und ein Ausgangskanal gefunden. Der letztere mag spätestens in der zweiten Hälfte des XVI. Jhs verfertig worden sein. In dem zwischen Verteidigungswerk der Toresöffnung und innerem Torturm liegenden Abschnitt des Festungsgrabens, in der sog. Wolfsgrube, wurden! an einer Stelle von 550 X 650 cm mehrere Serien von Pfählen, eine aus Baumstamm verfertige Wasserleitung und die Holzkonstruktion einer über den Graben führenden Brücke entdeckt. Alle diese mögen spätestens vom Ende des XV. Jh-s stammen. Die Brücke mag samt ihren Pfeilern erneuert worden sein; die Serien der Pfählen haben aber ihre Funktion um 1570 verloren. Es war unsere Bestrebung, аДе diese Fundobjekte, samt Wasserleitungssystem, genährt durch ein aus dem Festungsgraben hervorquellendes Wasser, in situ zu veranschaulichen. Deshalb wurden nach dem provisorischen Herausheben der Holzreste einfassende Betonbecken verfertigt. Diese Becken wurden fortwährend vom Wasser der ursprünglichen Quelle genährt. Die chemische Untersuchung der Holzreste hat erwiesen, dass sich der Prozentsatz des Lignins auf Kosten der Zellulose stark vermehrt hatte. Bei der Konservierung der wassersättigten Reste musste das Wasser mit anderem, leicht lösbarem und bindendem Material ersetzt werden. Dadurch wurde den vom Wasser verursachten Schäden (wie Aufhören der konstruktioneilen Kohäsion, Brechen, Deformation) vorgebeugt. In Nagyvázsony wurde für diesen Zweck Kunstharz Karbamid-Formaldehid (Celodal I), mit denaturiertem Spiritus 1:1 verbunden, und vorher mit Oxalsäure von 10 %, dann mit Ammoniumchlorid, als Katalizátorén, behandelt, gebraucht. Diese Behandlung erwies sich als erfolgreich; die Holzreste ertragen auch die Entwässerung der Becken recht gut. Um die Verhinderung der Entstehung von Algenschicht wurden die Oberflächen der Holzreste und der Bassins mit Suspension Phenarsasinchlarid (ein unter dem Namen Adamsit bekanntes Harzgas), aufgelöst in Kunstharzlösung, beschmiert. Auch diese Behandlung war erfolgreich. István Éri—Vilmos Takács 353