Mindszenty József Veszprémi püspök 1944-1945 (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 7. 1996)
Párkányi József: Mindszenty József veszprémi püspök, az ember (visszaemlékezések)
ebenfalls im Korridor des Gefängnisses vollgezogen. Wir waren in voller Einheit mit unserem Hauptseelsorger. Wir haben die Obedienz abgelegt; aus unserem Oberpriester strömte auf uns die Stärke seiner Persönlichkeit, sein starker Wille und seine tiefe Gottesliebe und das Glück, dem Gott dienen zu dürfen, erfüllte uns alle. Bis 22-sten Dezember blieben wir in dem Veszprémer Gefängnis. Unser Hauptpastor hielt besorgt seine tägliche Messe, aber das innere Leiden, die Unbarmherzigkeit dieses Leidens und die durch die Unsicherheit erweckte Erregtheit konnte ihn nicht brechen. Die mit ihm verbrachte Zeit, die Gespräche mit ihm, das gemeinsame Beten verstärkte unser Vertrauen an Gott. Am 23-sten Dezember waren wir schon in dem Soproner Gefängnis. Strohsäcke und nichts weiteres. Wir fühlten uns wie im Stall von Bethlehem. Hier feierten wir die Geburt Jesus. Jemand hat uns einen Tannenzweig gebracht. Wir feierten, beteten, sangen, dann sprach unser Bischof zu uns und eröffnete die Schatzkammer unserer Seele. Er sprach über die Liebe Gottes zur Menschen, über die Geschehnisse in Bethlehem und über das durch den Glauben geprägte Weihnachtsfest, über das Feiern des Hl. Abends in den ungarischen Familien, darüber, daß der Himmel zur Erde kam, über die uns erwartenden Aufgaben. Nach der Meditation umarmte er uns einzeln, seine Augen, aber auch unsere wurden voller Tränen. Danach haben wir in der Kirche des Gefängnisses die Hl. Messe gefeiert. Der gefangene Bischof zelebrierte dieMitteraachtmesseimKreise seiner Priester und Seminaristen für die vielen Gefangenen im Gefängnis. Von allen Seiten klang das Weihnachtslied, der Raum eröffnete sich und erstreckte sich in die Unendlichkeit. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Später erinnerte sich Mindszenty mit folgenden Worten daran: "Das war die rührendste Messe meines Lebens". Am 28-sten Dezember wurden wir alle unter Begleitung von Gendarmen nach Sopron, in das Kloster der "Töchter des Gotteserlösers" gebracht. Dort haben wir zwei Monate verbracht. Wir lernten und bereiteten uns auf die Prüfungen vor. In einem der Stockwerke war die Kapelle des Klosters. Wir bekamen dahin freien Eingang. Der Oberpastor erhielt ein eigenes Zimmer. Er konnte ruhig arbeiten und schrieb einen Rundbrief an das Priestertum und an die Gläubigen seiner Diözese. So sprach er aus der Ferne mit seinen Brüdern, Schwestern und Priestern. In väterlicher Weise und Liebe rief er uns einzeln zu sich, um mit uns Gespräche zu fuhren. Wir konnten mit ihm zusammen in der Kapelle beten und ihn im Garten bei seinem Spaziergang begleiten. Er sprach über seine Pläne und Vorstellungen. 102