Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)
Pál Rainer: Die Königinnen von Ungarn zur Zeit der Árpáden
gebung von Vizsoly im Komitat Abauj und die Komitate Pest und Pozsega. Die Grundbesitze des Königs und der Königin waren aber nicht immer und in jedem Fall scharf voneinander getrennt. Unsere Königinnen hatten ihren eigenen Hof, dessen frühesten Spuren aus dem 13-ten Jahrhundert aufrechtgeblieben sind. Die Königinnen hatten ebenso ihre eigenen Hofleute - Kanzler, Hofrichter, Schatzkammermeister, Hofmeister, Mundschenk, Pferdemeister u.s.w. - wie auch der König selbst. Über die Königinnen der Árpádenzeit wissen wir verhältnismäßig wenig. Bis zum Ende des 19-ten Jahrhunderts wußte man oft sogar das nicht sicher, welche Königin wessen Gattin war. Die Quellen und die historischen Chroniken haben oft einander widersprechende Daten erwähnt. Der Klärung der Lage trug eine von Wertner Mór im Jahre 1892 in Nagybecskerek publizierte Arbeit bei - „Az Árpádok családi története" (Familiengeschichte der Árpádén) - die wahrscheinlich bis zum heutigen Tage die ausführlichste Arbeit ist, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Was die Frauen der Könige Péter, Aba Sámuel, László II. anbelangt, kennen wir nicht einmal ihren Namen. Die erste Frau vom König Kálmán hatte man bis 1960 unter dem Namen Buzilla gekannt, bis die Fachliteratur nicht herausgefunden hat, daß dieser Name falsch gelesen wurde und die Frau wahrscheinlich Felicia hieß. Ebenso wenig ist das Geburstdatum der meisten Königinnen unbekannt, bei manchen ist sogar der Zeitpunkt der Eheschließung fraglich. Die in der Fachliteratur vorkommenden Jahresangaben sind meistens nur Folgen gewisser Vermutungen. Das Vorleben der Königinnen, d.h. bevor sie zur ungarischen Königin wurden, ist - bis auf einige Ausnahmen - ziemlich unbekannt. Über Capet Margit (die zweite Frau von Béla III.) wissen wir, daß sie vor der Eheschließung mit Béla, die Witwe des englischen Thronfolgers Heinrichs war (+ 1183). Bei den meisten ungarischen Königinnen war die mit den Árpádén geschlossene Ehe vermutlich auch die erste Ehe. „Soviel Menschen es nur gibt, so vielerlei sind sie," heißt es in einem unserer Sprichwörter. So war es auch im Falle unserer gekrönten Frauen. Etwas mehr, d.h. mehrere Daten kennen wir über die Königinnen, die auf irgendeiner Weise auch in der Regierung des Landes eine Rolle gespielt haben und infolgedessen ihre Tätigkeit in den Annalen erwähnt wurde. Die Rolle der ersten und zugleich einer der bedeutendsten ungarischen Königinnen ist allgemein bekannt, vor allem bei der Christianisierung des ungarischen Volkes. Ein echter „politischer Habitus" charakterisierte die Königin Judit, die Frau des Königs Salamon, die Tochter des deutschen Kaisers Heinrich III. Mit ihrem Namen sind vor allem wirtschaftliche Neuerungen verbunden. Unter anderem hat sie auch in unserem Land - in Kooperation mit den 91