Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

András Uzsoki: Das Passauer Gizella-grab im Spiegel der neuen Forschungen

„Die Echtheit des Grabes der ungarischen Königin Gisela in Passau" (A magyar királyné Gizella Passauban lévő sírjának valódisága) abhalten, dem eine lebhafte Reagierung und Gedankenaustausch folgte. Der Text der offi­ziellen Einladung zur dieser wissenschaftlichen Tagung „Bayern und Un­garn - Tausend Jahre enge Beziehungen" (Bajorország és Magyarország ­ezeréves szoros kapcsolatok) gedenkt in ehrwürdiger Weise des Jubileums: „Äusserer Anlass dieses Symposiums ist die tausendjährige Wiederkehr des (angenommenen) Geburtsjahres der Königin Gisela (za. 985), die in Regensburg erzogen und in Passau ihre letzte Ruhestätte fand. Davon aus­gehend sollen dann im Zusammenwirken ungarischer und deutscher Wis­senschaftler die beiderseitigen Kontakte über die folgenden Jahrhunderte hinweg dargestellt und durch neue Erkenntnisse bereichert werden." Beim Rückblick auf dieses sehr erfolgreiche und in einer freundschaftli­chen Atmosphäre verlaufende Symposium kann ich nicht widerstehen, nochmal meinen Dank bei einem meiner Passauer Opponenten oder, wie er sich selbst in seiner Aussprache nannte: dem advocatus diaboli des Kano­nisierens, dem Professor Dr. Egon Boshof, meinem lieben Kollegen mei­nen Dank und meine Freude zum Ausdruck bringen, daß wir uns hier, in Veszprém wiedersehen konnten. Nach dem Passauer Symposium habe ich auch im Jahre 1987 im Rah­men einer Veranstaltung der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie vor der österreichisch-ungarischen Literaturgesellschaft, bald im Jahre 1988 vor der gemischten Komission der deutsch-ungarischen Historiker über meine Forschungsergebnisse im Zusammenhang mit den Gizellagrab berichtet. Ich möchte nun in den nachfolgenden einzelnen Kapiteln meine Prinzipi­en und Folgerungen bekanntgeben. 1. Ursachen, die die Königinwitwe zum Verlassen des Landes veranlaßt haben Im Mittelalter gedachten etwa 100 ausländische Chroniken der Ehe­schließung von Staphan und Gizella, doch über das Leben der Königin schrieb man kaum etwas. Ich möchte mich hier jetzt nicht mit den heimi­schen Quellen und mit den die Königin Gizella verurteilenden falschen Einstellungen und dessen allbekannten Ursachen beschäftigen. Die letzten Jahre der Königin Gizella in Ungarn charakterisierte der Chroniker und Zeitgenosse Herimannus Augiensis der Reichenauer Mittel­zell-Mönch mit einem halben Satz: „Elemosinis caeterisque bonis operibus inibi intenta consenuit." Das ist der Endsatz des Berichts über die Ehe­schließung des königlichen Paars. Er scheint nur das erwähnen zu wollen, 72

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