Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

András Uzsoki: Das Passauer Gizella-grab im Spiegel der neuen Forschungen

András Uzsoki Das Passauer Gizella-grab im Spiegel der neuen Forschungen Dem Prozess der in der zweiten Hälfte des 18-ten Jahrhunderts eingelei­teten fachliterarischen Forschungen hat im Jahre 1908 der Münchener Pro­fessor Dr. Wolfgang Maria Schmid eine völlig neue Richtung gegeben. Aufgrund seiner Initiative hat man nämlich in Passau, in dem südlichen Schiff der Kirche des Benediktinernonnenklosters im Stadtviertel Niedern­burg, archäologische Grabungen begonnen. Das Grab mit dem darüber er­richteten gotischen Kenotafium, das seit dem Mittelalter in großer Ehre stand und für das Grabmal der ungarischen Königin Gizella gehalten wur­de, wurde archäologisch freigelegt und untersucht. Nach der Durchführung der anthropologischen Untersuchungen der Überreste publizierte Schmid im Jahre 1912 in München seine Studie „Das Grab der Königin Gisela von Ungarns Gemahlin Stephans I. des Heiligen," (I. Szent István király felesé­gének, Magyarország királynéjának, Gizellának sírja), in der er die Ergeb­nisse seiner Tätigkeit bekanntgab. Dieses Werk ist in Budapest im Jahre 1913 in dem dritten Band der „Magyarország Műemlékei III." (Denkmäler in Ungarn III.) erschienen unter dem Titel: Gizella királyné sírja a niedern­burgi kolostorban, Passauban." (Grab der Königin Gisela in dem Niedernbur­ger Kloster, Passau.). Schließlich erschien im Jahre 1935 in Székesfehérvár ei­ne Schrift über dieses Thema mit dem Titel: „Gizella Magyarország első ki­rálynéja Szent István hitvese." (Gisela, die erste Königin Ungarns, Gemahlin Stephan des Heiligen.). Dessen Verfasser waren Rankl Lajos aus Passau, Schmid aus München und Vértes József aus Székesfehérvár. Die Münchener und Budapester Publikationen haben wohl kein großes, doch verhältnismiäßig lebhaftes Interesse mit vielen pro und kontra Dis­kussionen erweckt, dagegen die Székesfehérvárer Publikation blieb ganz ohne Widerhall, obwohl sie als ein Werk zur Vorbereitung der Tage des Heiligen Stephans in Székesfehérvár im Jahre 1938 galt. In den Jahren des II. Weltkrieges und in dem danach folgenden fast hal­ben Jahrhundert gab es eigentlich keine Möglichkeit zur Durchführung weiterer Forschungen in diesem Thema. In dem vergangenen politischen und gesellschaftlichen System war die Forschung dieser Frage nicht er­wünscht. Der Name der Königin Gizella wurde im allgemeinen nur in Fremdenverkehrsbroschüren im Zusammenhang mit Veszprém erwähnt, im Rahmen eines genehmigten bescheidenen Lokalpatriotismus. Offiziell gab es also keine Möglichkeit, sich mit der Authentizität und mit den zwei Auf­70

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