Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

László Solymosi: Gesellschaftstruktur zur Zeit des Königs István des Heiligen

te sich doch auf sie verlassen können, mit ihnen gemeinsam regieren und mit ihnen stand er in engem Verbündnis. Der „Stand" der Arbeitenden war auch nicht einheitlich: er teilte sich je nach der Funktion weiter, er bestand nämlich aus mehreren Gruppen, ab­hängig vom Dienst und den Verpflichtungen, die sie geleistet haben. Das Nonnenkloster in Veszprémvölgy, das vom Heiligen István gegründet wur­de, bekam auch zugleich ein Dienstvolk für verschiedene Dienstleistungen. Die Gründungsurkunde, die um 1018 verfasst wurde, hat fast die Hälfte der Dienerschaft mit ihrer Funktion angegeben. Danach gab es acht Arbeits­kreise. Es gab Reiterdiener, Fischer, Fährmänner, Vinzer, Zimmermänner, Schmiede, Schreiner. Mit dieser bescheidenen Information müssen wir vor­sichtig umgehen: zur Zeit István des Heiligen begann wohl die Gruppierung je nach dem Dienste, doch war diese Gliederung zur Zeit des Heiligen István von weitem nicht so geprägt, nicht alle, später auftauchenden Kategorien (z.B: „Dusnok", Glöckner) sind bis zur Jahrtausendwende zurückzuführen. In den „Mahnungen" können wir die bemerkenswerten Eigenschaftan der Gesellschaft zur Zeit István des Heiligen und die Offenheit dieser Ge­sellschaft kennenlernen. Das oft zitierte Kapitel 6. über den Nutzen der Gäste (hospites) spricht über die Wichtigkeit deren Aufnahme. Diese An­kömmlinge waren Priester und Ritter, viele von ihnen brachten ihr Wissen und ihre Waffen mit (documenta et arma). Ihre Aufnahme war vorteilhaft und erwünschenstwert, sie bereicherten das Land. „Da sie aus verschiede­nen Ländern und Landschaften kommen, bringen sie andere Sprachen und andere Gebräuche mit, und damit auch andere Kenntnisse und Waffen. All dies dient zu Gunste des Landes, erhöht den Glanz des Hofes und bricht den Hochmut der Ausländer. Denn ein Land mit einer Sprache und einem Gesetz ist schwach und brüchig. Deshalb befehle ich dir, mein Sohn, die Ankömmlinge mit gutem Willen zu unterstützen und sie in Ehre zu halten, damit sie sich lieber bei dir aufhalten, als woanders." Auf die Frage, in welchem Maße die Gesellschaft zur Zeit der Jahrtau­sendwende christlich war, gibt das erste Gesetzbuch eine eindeutige Ant­wort. Die überwiegende Mehrheit der an Mittelschichten starken Gesell­schafte befreundeten sich - trotz der schon um 950 begonnen byzantini­schen, bzw. 970 eingeleiteten westlichen Bekehrung - faktisch erst zu die­ser Zeit mit dem Christentum. Die strengen Regelungen über das Einhalten des Sonntags, des Fastens, der christlichen Religion, über die Wichtigkeit der Beichte vor dem Tode und über das Verhalten in der Kirche (8-13., 19.), weiterhin das Verbot der heidnischen Gebräuche (leviratus, Mädchen­raub) (26-27.), des Verfolgens der Hexen und Magier (33-34.) zeigen, daß ein Heidenvolk auf dem Wege zum Christentum schreitet. Vor derJahrtausendwende bestand die Gesellschaft aus Stammadeligen, aus bewaffneter Begleitung, aus Gemeinen und Sklaven. Dieses Gesell­66

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