Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892
ragende Persönlichkeiten wie etwa der Architekt und der Baumeister der Pfarrkirchentürme. Allerdings erreichte die Teilnahme von Vertretern des öffentlichen Lebens am Stadtjubiläum nicht das erwartete Ausmaß. Wohl konnte man offizielle Festgäste aus Wien, Graz, Ödenburg, Baden und Ebenfurth begrüßen und beim Festdiner mit Stolz zahlreiche Glückwunschtelegramme verlesen, die später auch in den Zeitungen veröffentlicht wurden. Doch zur Fahnenweihe des Bürgerkorps waren weder Erzherzog Franz Ferdinand als sein Protektor noch Alice Großherzogin von Toskana als Fahnenmutter erschienen. Bei der Grundsteinlegung für die Türme der Stadtpfarrkirche waren zwar Erzherzog Carl Ludwig als Protektor, Unterrichtsminister Gautsch, Statthalter Graf Kielmansegg und anderere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anwesend, zur allgemeinen Befremdung fehlten jedoch Kardinal-Erzbischof Gruscha bzw. ein Weihbischof, sodaß auch die erhoffte Firmung als kirchliche Großveranstaltung entfallen mußte. Der Großteil der Bürger der Stadt trat bei den Veranstaltungen teils nach funktionaler Position, teils nach Vereinszugehörigkeit, teils in berufsständischer Gliederung auf. Generell läßt sich festhalten, daß bei dieser Selbstinszenierung in erster Linie das jeweilige Kollektiv zählte. Es bedeutete für eine Person einen beachtlichen Prestigewinn, wenn sie aufgrund ihrer leitenden Funktion (z. B. als Vereinsobmann) oder im Falle von besonderen materiellen, organisatorischen oder künstlerischen Leistungen in der Presse namentlich genannt und gewürdigt wurde. Eine herausragende Stellung nahm das 212 Mann zählende Bürgerkorps ein, welches - zeitweise gemeinsam mit den 350 Delegierten von Korps aus zwölf anderen Städten und mit den rund 400 Veteranen aus der Umgebung - die Feiern entscheidend mitprägte: als Mittelpunkt bei der Fahnenweihe, durch seine para-militärische Präsenz und die damit verbundenen Zeremoniell- und Ordnungsfunktionen, als Symbol geachteter Traditionen und scheinbar immerwährender Tugenden der Bewohner. Bürgerliche Respektabilität manifestierte sich aber auch in der Vereinszugehörigkeit, obwohl diese Organisationsform seit der 404