Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892
„Bürgerverein" genannt. Ihm gehörten neben einzelnen Freiberuflern und Industriellen vor allem Besitzer kleinerer Handwerks- und Gewerbebetriebe an. Vorerst antiklerikal und ebenfalls „deutsch", zeitweise sogar an den Ideen Georg Ritter von Schönerers orientiert, entwickelte er sich seit Beginn der 1890er Jahre zur Keimzelle der christlichsozialen Partei in Wiener Neustadt. Sein Presseorgan bildete das Wochenblatt „Wr.- Neustädter Zeitung". Eine zunehmende Kooperation mit dem 1894 konstituierten „Deutschnationalen Verein" führte schließlich dazu, daß letzterer (mit dem bisher liberalen Stadtrat Franz Kammann an der Spitze) aus den Gemeindewahlen von 1897 als Sieger hervorging. 5 Zum Ablauf der Feiern Die Planungen für die Feiern zum 700-Jahr-Jubiläum der Gründung von Wiener Neustadt verfolgten von allem Anfang an eine doppelte Zielsetzung: Das Fest sollte einerseits weite Kreise der Stadtbevölkerung einbeziehen bzw. ansprechen, andererseits aber aus Prestigegründen auch im ganzen Kronland eine möglichst große Breitenwirkung erzielen. Im Hinblick auf die Lage der städtischen Finanzen war größte Sparsamkeit zu beachten. 6 Nach etwa einjährigen Vorbereitungsarbeiten sowie nach durchaus kontroversiell geführten Diskussionen legte das aus mehreren Mitgliedern des Gemeinderates bestehende Festkomitee folgendes Programm vor: 7 Die Feierlichkeiten dauerten von Samstag, dem 3 September, bis zum Feiertag Maria Geburt am Donnerstag, dem 8 September 1892. Den Auftakt bildete ein großanlegter abendlicher Lampionumzug zum Hauptplatz, wo man dem Bürgermeister ein Ständchen darbrachte und dieser eine feierliche Begrüßungsansprache hielt; die Abendstunden verbrachten die Festteilnehmer in mehreren Restaurants. Das „Bürgerfest" begann am Sonntag ab 830 Uhr mit dem Aufmarsch aller Vereine und Körperschaften auf dem Hauptplatz, einer Festrede des Bürgermeisters und mit der Schmückung der Vereinsfahnen; darauf folgten die Festmesse und die Fahnenweihe des städtischen Bürgerkorps. Im Anschluß daran waren rund 397