Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Elit - Sigrid Freisleben: Politische Eliten – der Gemeinderat von Wiener Neustadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert
Die berufliche Zusammensetzung des Gemeinderates unter Bürgermeister Pöck wies gegenüber den vorherigen Jahren eine neue Tendenz auf. Das Gewerbe blieb annähernd gleich stark, doch konnten gegenüber dem Wahljahr 1868 die Vertreter der Freien Berufe, Beamten und Lehrer 1874 ihre Zahl (elf) fast verdoppeln. Auffallend an dieser Gruppe war die Dominanz der (fünf) Advo-katen bzw. Notare sowie die im Vergleich stärkste Fluktuation (im 1. Wahlkörper), welche wohl auf die häufigen Versetzungen der Staats- und Landesbeamten zurückzuführen war. Die gesamte Amtszeit von Pöck zeigte, daß von insgesamt 80 Gemeinderäten 29 Bildungsbürger, 20 Besitzbürger und 27 Gewerbetreibende waren. Bei der Altersstruktur der Gemeindevertreter von 1874 (im Durchschnitt knapp 50 Jahre) 26 ergaben sich keine wesentlichen Änderungen. Dasselbe galt für die regionale Herkunft sämtlicher Mandatare, von denen nur 19 (ca. ein Viertel) in Wiener Neustadt geboren waren. Die durch das oben erwähnte „Bürgerfest" verstärkte, allgemeine Beliebtheit des Bürgermeisters konnte die liberale Partei bei den Gemeinderatsergänzungswahlen 1886 politisch für sich ausnutzen. Alle liberalen Kandidaten in allen Wahlkörpern wurden gewählt, und auch der Stadtrat bestand zur Gänze aus Liberalen. Pöck verstarb jedoch Mitte des gleichen Jahres. Die Führung der Amtsgeschäfte übernahm der Vizebürgermeister und Advokat Dr. Carl Haberl, der durch Wahl vom Gemeinderat in seiner Funktion bestätigt wurde. Dr. Haberl, 1833 in Wien geboren, arbeitete nach Beendigung seines Studiums als Auskultant in Gloggnitz und übersiedelte Anfang der 1860er Jahre nach Wiener Neustadt. Hier trat er als Konzipient in die Kanzlei von Dr. Anton Riehl (Gemeinderat 1861-1867, Landtags- und Reichsratsabgeordneter 1861-1865) ein und wurde 1868 zum Advokaten ernannt. Dr. Haberl heiratete eine gebürtige Wiener Neustädterin, der Ehe entstammten sechs Kinder. (Der älteste Sohn Dr. Karl Haberl (jun.) war ebenfalls Jurist und auch Brauereibesitzer. Er war von 1913 bis 1918 Gemeinderat im 1. Wahlkörper.) Dr. Haberl war im Jänner 1886 in den Gemeinderat eingezogen, dem er bereits 1868-1874 und 1880-1882 angehört hatte. 1890-1896 wirkte er als Abgeordneter im niederösterreichischen Landtag. 1894 105