Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Elit - Sigrid Freisleben: Politische Eliten – der Gemeinderat von Wiener Neustadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert
Neustädter Gerbereibesitzer Johann Purgleitner (1798-1875). Er hatte schon vor 1848 das Amt eines Magistratsrats ausgeübt und sich im Revolutionsjahr als Kommandant von Bürgerkorps und Nationalgarde als Anwalt besitzbürgerlicher Interessen erwiesen. Daß die Wahl zum Bürgermeister einen großen Prestigegewinn bedeutete, ist den Angaben der Volkszählung von 1857 zu entnehmen, wo Purgleitner als Beruf „Bürgermeister der k.k. Kreisstadt Wr. Neustadt" angab und sich als Beamter deklarierte. Dieser Umstand dokumentiert gleichzeitig das Verständnis einer neoabsolutistische Staatsgewalt, die das Amt des Bürgermeisters als verlängerten Arm staatlicher Bürokratie betrachtete und nicht als Verwaltungsinstanz einer städtischen Gemeinschaft. Purgleitner war Mitgründer der Wiener Neustädter Sparkasse, in der er als Ausschuß, Direktionsmitglied und Vorsteherstellvertreter fungierte. Die nächsten Gemeindeausschußwahlen fanden auf Grund des Sylvesterpatents (1851) erst wieder 1861 statt, wobei 30 Gemeindeausschüsse und 15 Ersatzmänner gewählt wurden. Die Einteilung in drei Wahlkörper erfolgte wie überall in Österreich nach den Kriterien von „Besitz" und „Bildung". 16 Dabei entstanden auch in Wiener Neustadt „die modernen politischen Umgangsformen der Honoratiorendemokratie" des liberalen städtischen Bürgertums: 17 die Bildung eines Wahlkomitees, die Absprachen und Probewahlen in Wählerversammlungen. Die 60 köpfige Kandidatenliste bestand fast zur Hälfte aus Gewerbetreibenden (27 Personen), gefolgt von Fabrikanten (sieben), Händlern, Beamten und Lehrern (je sechs). Der Rest verteilte sich auf Haus- und Wirtschaftsbesitzer (fünf), Freie Berufe (vier), Angestellte (drei) sowie Personen im „Ruhestand" und die Geistlichkeit (je einer). 18 Auffallend an dieser Kandidatenliste war einerseits der Zusatz „bürgerlich" vor allem bei den Gewerbetreibenden. Ein Vergleich mit der Volkszählung von 1857 zeigte andererseits, daß in der Kandidatenliste an Stelle des Berufs häufig nur der Haus- und Realitätenbesitz angegeben wurde. Beide Begriffe - „bürgerlich" und „Hausbesitz" - verweisen auf eine noch sehr stark ständisch besetzte Selbsteinschätzung und die damit verbundenen Rechte. Bürgermeister von 1861 bis 1867 wurde Johann Kindler, Reali100