A Balaton-felvidék népi építészete. A Balatonfüreden, 1997. május 21-23-án megrendezett konferencia anyaga (Szentendre-Veszprém, 1997)
H. Csukás Györgyi: A kőépítkezés múltja a Balaton-felvidéken és a Bakonyban
Geschichte des Steinbaus im Balaton-Oberland und im Bakony-Gebirge GYÖRGYI H. CSUKÁS Das Balaton-Oberland und die südliche Bakony-Region bilden das einzig grössere, kohärente Gebiet des heutigen Ungarn, wo im 18. Jahrhundert der Steinbau für jede soziale Schicht allgemein verbreitet war, vielerorts sogar alles andere verdrängend und zwar in dem Masse, dass es uns nicht gelungen ist, heute auch nur ein Exemplar von den allmählich verschwindenen Häusern mit Flechtwerkwand und Blockhäusern im Balaton-Oberland glaubwürdig zu dokumentieren. Die Verbreitung von Steinbauten finden wir auf einem Gebiet vor, wo Getreideproduktion ein untergeordneter Wirtschaftszweig war und in den Dörfern mit kleiner Flur im Balaton-Oberland waren sogar die Bedingungen für Viehzucht ungünstig. In der Bakony-Region spielten die Wälder und die Holzverarbeitung sowie Viehhaltung auf Waldweiden eine entscheidende Rolle, im Balaton-Oberland lebte die Bevölkerung vorwiegend aus Weinbau. Auf die mittelalterlichen Vorläufer der Volksbaukunst der untersuchten Region können wir aus Ausgrabungen, Feldbeobachtungen und Urkunden schliessen und hier steht unser einziges spätgothisches dörfliches Baudenkmal, das Herrenhaus in Alsóörs vom Ende des 15. Jahrhunderts. Steinbauten sind in der Region auch im Spätmittelalter anzutreffen, dies sind jedoch vor allem Pfarrhäuser und Herrenhäuser, die Mehrheit der Bevölkerung - und auch der Kleinadel - wohnte in Blockhäusern oder in Häusern mit Flechtwerkwand. Schriften vom 18. Jahrhundert berichten, dass diese Blockhäuser oder Häuser mit Felchtwerk- oder Lehmwand mehrheitlich über eine Rauchküche verfügten, d.h., unsere Region gehörte auch zum Verbreitungsgebiet der Rauchhäuser von WestTransdanubien. Das Überwechseln zu Stein als Baumaterial wirkte vor allem auf die Struktur des Hauses und durch sie auf seine äussere Erscheinung. Erste Bedingung der Verbreitung von Steinbau ist das Vorhandensein von für Bau geeignetem Stein in der Dorfflur, der in grosser Vielfalt zur Verfügung stand: Kalkstein, Dolomit, roter Sandstein und Basalttuff wurden für den Bau von Mauern verwendet. Obwohl Maurer-Zünfte nur in den grösseren Marktflecken tätig waren, ihre besondere Arbeitorganisation (die grosse Anzahl von Gesellen und Knechten, die den Beruf erlernt hatten, aber nie zu Meister wurden und die dann in den Dörfern Arbeitgelegenheit hatten) macht die schnelle Verbreitung des Steinbaus verständlich. Die intensive Bautätigkeit an den Weinbergen schuf allgemeinen Bedarf an Bautechnik der Steinkeller mit tonnengewölbter Decke und verbreitete sie. Dies hatte Rückwirkung auf die Bauweise des Dorfes: Kammer, Lauben und Keller mit tonnengewölbten Steindecken und Lauben mit steinerner Bogendecke waren in Weingebieten überall, auch bei bäuerlichen Bauten anzutreffen. Beim Mauern wurden Steinblöcke in Lehm gelegt. Die Verwendung von Kalkmörtel, ebenso wie von Ziegeln war nur für Wohnhäuser vom wohlhabenden Kleinadel, von Angestellten eines Herrschaftsgutes oder für Gebäude eines Herrschaftsgutes typisch. Also die Lauben, Stuben, Küchen, Kammer und Ställe mit böhmischem Kappengewölbe aus Ziegeln erscheinen ebenso auf einem bestimmten wirtschaftlichengesellschaftlichen Niveau, wie die Rauchableitung durch freien Rauchfang, die in unserer Region immer Rauchfang mit Ziegelgewölbe bedeutet. Da die Errichtung eines freien Rauchfangs viel zu kostspielig war, konnte in unserer Region die Rauchküche in grosser Anzahl bis zu Beginn unseres Jahrhunderts bestehen und damit das System des separaten Eingangs zu jedem Raum, sowie die offene Laube, die einen geschützten Durchgang zwischen den Eingängen und gleichzeitig die Herausströmung des Rauches von der Küche sichergestellt hatte. Die Modernisierung des Rauchabführungssystems der Wohnhäuser erfolgte ab den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts so, dass "besteigbare" Schornsteine gebaut wurden, aber bis diese allgemein verbreitet wurden, existierte eine Vielfalt von Übergangslösungen nebeneinander. Der Überfluss an Stein und der Mangel an Holz (eine Folge des Zuwachses von Weingärten) brachten eine besondere Form der Unterstützung des Binders im Balaton-Oberland mit sich: der Binder wird von inneren Mauerpfeilern oder inneren Giebelmauern, die die Giebelmauer und die 90