A Balaton-felvidék népi építészete. A Balatonfüreden, 1997. május 21-23-án megrendezett konferencia anyaga (Szentendre-Veszprém, 1997)
Balassa M. Iván: Sarvaly – a népi építészeti értelmezés és újraértelmezés lehetősége
SAUROVÁ, D. 1967 Zaniklá stfedoveká osada Konűvky. Valstivëdny vestník moravsky 19. 163-174. 1971 Systematicky vyzkum zaniklé stfedovéké vesnice Konuvky na Slavkovsku. In: Zaniklé stredovëké vesnice v CSSR ve svëtle archeologickych vyzkumu I. Uherské Hradistë. 169-183. TÓTH János 1961 Népi építészetünk hagyományai. Budapest 1975 Az Őrségek népi építészete. Budapest ZÓLYOMI József 1974 Nógrád megye népi építkezése a levéltári források alapján (1700-1850). Nógrád Megyei Múzeumi Közlemények 20. 5-74. Sarvaly - Möglichkeiten der Deutung und Neudeutung vom Gesichtspunkt der Volksarchitektur aus IVÁN BALASSA M. Es gibt wenig solche archäologische Aufdeckungen, die vom Gesichtspunkt der ungarischen Volksarchitektur aus so eine grundlegende Bedeutung hätten, wie die ehemalige Siedlung Sarvaly, südlich der Stadt Sümeg. Eigentlich ist dies der einzige Ort in Transdanubien, wo wir ein ganzes ehemaliges Dorf kennenlernen können und zwar aus den 14.-16. Jahrhunderten, einer Zeitperiode, die in der Entwicklung der Volksarchitektur eine besonders wichtige Rolle spielte. Die Ergebnisse dieser Aufdeckung sind auch für die internationale wissenschaftliche Forschung zugänglich, weil die ganze Dokumentation auf Deutsch erschienen ist (Holl, Imre-Parádi, Nándor 1982). Diese Studie befasst sich mit einigen Fragen der Deutung der Funde. Sie wirft die Frage auf, dass die aus Laubholz gefertigte Holzwand auf Steinunterbau vielleicht nicht dem herkömmlichen Blockbau entspricht. Es ist vorstellbar, dass nur an den Ecken überkämmte Verbindungen vorhanden waren, an den Wandflächen auch ein senkrechter Pfosten aufgestellt wurde, in dessen Nuten Wandbalken befestigt wurden, so dass mit dieser Lösung auch das zu kurze Holzmaterial verlängert werden konnte. Der Eingang der einzelnen Räume der Gebäude ist nicht immer eindeutig, da wir es uns schwer vorstellen können, dass eine Tür bergaufwärts geöffnet wurde. Deshalb würde sich die Überprüfung des Materials lohnen, und zwar mit Berücksichtigung der aus den Publikationen schwer herauszufolgernden Niveauverhältnisse. Die Aufdecker bieten in den ungarischen Publikationen Rekonstruktionen von gewissen Tendenzen der Hausentwicklung (Holl Imre 1979). Demzufolge unterscheiden sie Häuser mit Keller und Häuser mit Kammer. Dabei zeugen andere archäologische, mit dem Material von Sarvaly gleichaltrige Funde aus Mähren (Mstenice, Pfaffenschlag, Konuvki) davon, dass es sich wahrscheinlich nicht um Bauten mit Kellern, sondern um Bauten mit einstöckigen Kammern handelt, wie auch archivarische Angaben von Nord-Ungarn im 18. Jahrhundert und von Südpolen ab dem 16. Jahrhundert darauf deuten. Mit anderen Worten, was wir hier beobachten, ist keine Hausentwicklung in zwei Richtungen, sondern nur Varianten der Hauserweiterung durch Kammer. Aus obigem lässt sich die allgemeine Lehre ableiten, dass ethnographische Analogien bei der archäologischen Deutung und bei Rekonstruktionen nur mit der nötigen Umsicht benützt werden dürfen und vor allem soll man sich vor theoretischen Schlussfolgerungen hüten, die sich aus den Quellen nicht unbedingt bieten. 123