Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)

Peter Eigner: Heiratspolitik und „Freunderlwirtschaft”. Personelle Verflechtungen als Spiegelbild der Bank-Industrie-Beziehungen in der österreichisch-ungarischen Monarchie

Freiherr von Biedermann (LB), Siegwart Freiherr Mayer von Ketschen­dorf (NEG, repräsentierte das Bankhaus der Gebrüder Gutmann), Dr. Heinrich Miller von Aichholz (BCA), Arnold Mandl und Leopold Langer (beide VB) oder Stephan Auspitz (ÜB). Die sich häufenden Ernennungen von Industrieexperten waren eine Novität und stellten eine Notwendigkeit der Politik der Hinwendung zum Industriegeschäft dar. Anfänglich noch eigens als „industrielle Konsulen­ten" bezeichnet (wie bei Ludwig Neurath, CA, und bei Julius Deutsch, BCA), wich diese Bezeichnung nach einigen Jahren dem Titel „Bank­direktor". So engagierte Taussig einen neuen Direktor (Deutsch), „von dem gelegentlich seiner Berufung offiziell verlautbart wurde, daß er für die Industrie bestimmt sei, da die Bodencreditanstalt sich entschlossen habe, von der Tradition abzuweichen und sich der intensiven Pflege der Industrie zu widmen". 10 Die Gruppe der Industrieexperten bestand aber auch aus den spezialisierten Verwaltungsräten, zu nennen sind die Zuk­kerexperten Julius von Kniep (BCA), Emil Freund (LB) oder Michael Be­nies (AB), die Textilfachleute Alfred Herzfeld und Isidor Mautner (beide BCA). Eine eigene Kategorie unter den Industrieexperten stellt zweifellos der für Sonderaufgaben geholte Bankmandatar dar. Das herausragendste Beispiel meines Datenkörpers war Georg Günther, der Aufträge für ver­schiedene Banken erledigte. Zugleich begründete Günther quasi eine Sub­kategorie, den „Prototyp des Sanierers". Er selbst beschreibt seine Sanierungstätigkeit als auslösendes Moment seiner Aufnahme in mehrere Verwaltungsräte. „Die rasche Befreiung der Gesellschaft (der Skodawer­ke, d. V.) aus ihrer bei meinem Amtsantritt bestandenen Notlage und die fortgesetzte Erweiterung ihrer Bedeutung hat auch die beteiligten Banken veranlaßt, mir ihr besonderes Vertrauen zu schenken und ihre Dankbar­keit zu erweisen, so daß sie mich in die Verwaltungsräte einer größeren Anzahl von industriellen Aktiengesellschaften delegierten." 11 Über die Vermittlung Max Feilchenfelds (NEG) wurde Günther auf das Ersuchen Taussigs (BCA) Generaldirektor der Österreichischen Berg- und Hütten­werksgesellschaft, weitere Karriereschritte waren die Sanierung der Steyr-Werke und der Staatseisenbahngesellschaft. 12 Nach dem Tod Taus­sigs ( 24.11.1909) wurde Günther wegen seiner Verdienste um die Bank in den Verwaltungsrat der BCA kooptiert. Führten andere für ihren Übertritt in das Bank- und Industriegeschaft „natürlich das Moment des ganz außerordentlich erhöhten Einkommens in die Waagschale", 13 so ver­körperte Günther einen neuen Typus, der eine gutdotierte Tätigkeit 106

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