Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)

Peter Eigner: Heiratspolitik und „Freunderlwirtschaft”. Personelle Verflechtungen als Spiegelbild der Bank-Industrie-Beziehungen in der österreichisch-ungarischen Monarchie

Depositenbank (DB), Länderbank (LB), Mercurbank (MB), Niederösterreichische Escomptegesellschaft (NEG), Unionbank (ÜB), Verkehrsbank (VB) und Wiener Bankverein (WBV). Dieser Längsschnitt wurde mit vier Vollerhebungen ihrer personellen Verflechtungen mit der Industrie zu den Zeitpunkten 1907/08, 1916717, 1927/28 und 1936/37, also vier Querschnitt-Datenbanken, verknüpft. Als Quelle wurde in erster Linie das finanzielle Jahrbuch der österreichisch­ungarischen Monarchie, der „Compass", herangezogen. Ich beschränke mich bei diesem Beitrag auf die Zeit zwischen den er­sten beiden Stichjahren (1907-1916). Die Periode wird in der österrei­chischen Bankengeschichtsschreibung durch eine nach strategischen Gesichtspunkten erfolgende Intensivierung des industriellen Finan­zierungs und Gründungsgeschäftes charakterisiert, was durch Ergebnisse meiner Forschungen eindrucksvoll bestätigt werden konnte. Die Zahl der personellen Verflechtungen mit Industrieaktiengesellschaften verdoppel­te sich nahezu von 599 im Jahr 1907 auf 1195 im Jahr 1916. Die Credit­anstalt wies in beiden Stichjahren die höchste Anzahl personeller Verflechtungen auf. 1907 war sie mit 162 Verflechtungen in 86 Unternehmen zu finden, gefolgt von der Niederösterreichischen Escomp­tegesellschaf t mit 96 Verflechtungen und dem Wiener Bankverein mit 78. 1916 wies die Creditanstalt 240 Verflechtungen mit 132 Industrieaktiengesellschaften auf, auf die Anstalt folgte die Anglobank (168 V.) vor der Escomptegesellschaf t (147 V.), an die vierte Stelle hatte sich die Bodencreditanstalt mit 145 Verflechtungen gesetzt. Die Hinwen­dung zum Industriegeschäft war der BCA erst durch eine Statutenände­rung unter Gouverneur Theodor Taussig ermöglicht worden, unter Taussigs Nachfolger Rudolf Sieghart wies die BCA neben der AB die stärkste Steigerung unter den Wiener Aktienbanken auf. Oft fanden sich Vertreter von bis zu vier Banken in ein- und demselben Verwaltungsrat, denn der Zusammenschluß von Banken zur Durchführung größerer Transaktionen hatte sich auch im industriellen Gründungsgeschäft ein­zubürgern begonnen. Gleichzeitig häuften sich aber Streitigkeiten um ein­zelne Einflußsphären, und hier tat sich Sieghart besonders hervor. Auffallende Ergebnisse der Auswertung des zweiten Stichjahres waren 101

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