Regenye Judit (szerk.): Karlovánszky Alán Veszprém megyei kutatásaiból (Veszprém, 2000)
KOPPÁNY TIBOR: Kralovánszky Alán taliándörögdi templomrom ásatása
Ausgrabung von Alán Kralovánszky in Taliándörögd {Zusammenfassung ] Auf der Nordseite des Plattensees in der Mitte von Pannonién gibt es sehr viele Kirchen und Kirchenruinen mittelalterlichen Ursprungs. Im Mittelalter wurde hier vorwiegend Wein angebaut, damit galt dieses Gebiet als reicher im Vergleich zu den hügeligen, bergigen, waldbedeckten Landschaften der Umgebung in allen Himmelsrichtungen. Der Weinbau, der ein überdurchschnittliches Einkommen gewährte, bot den Dörfern bzw. ihren Gutsherren die Möglichkeit, bis zum Ende des 13. Jahrhunderts bereits in fast jedem Dorf eine Kirche zu errichten. Sowohl in den auch heute funktionierenden alten Kirchen, die meist im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut wurden, als auch in denen, die als Ruinen erhalten geblieben sind, gibt es zahlreiche mittelalterliche Details, die darauf hinweisen, dass in den in Richtung Westen weisenden Kirchenenden Emporen gestanden haben. Professor Dr. Géza Entz, der hervorragende Forscher der Architektur der mittelalterlichen Kirchen in Ungarn vertrat in seiner 1959 erschienenen Studie die Ansicht, dass die westlichen Emporen für die Patronatsherren der Kirchen errichtet wurden, die dort während der Gottesdienste Platz nahmen. Im Gegensatz zu ihm nahm Andrzej Tomaszewski, Professor für Geschichte der Architektur an der Universität Krakow in seinem 1974 erschienenen zusammenfassenden Werk über die romanischen Architekturdenkmäler in Mitteleuropa auf die Weise Stellung, dass sich der Platz der Patronatsherren vor dem Hochaltar der jeweiligen Kirche befand. Zur Entscheidung der strittigen Frage bot die Ausgrabung der Kirchenruine von Taliándörögd eine ausgezeichnete Gelegenheit, weil nach zwei Urkunden aus 1339 und 1347 der Platz der Patronatsherren der Kirche - der Mitglieder der Familie Dörögdi - während der Gottesdienste vor dem Hochaltar war. Die Frage, die durch eine archäologische Freilegung entschieden werden sollte, lautete so, dass Professor Tomaszewskis Ansicht unbedingt bestätigt werden kann, wenn auf dem Ruinengelände Spuren gefunden werden, die auf eine Empore hinweisen. Die Kirche, deren Ruinen übriggeblieben sind, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts infolge der Feldzüge des Osmanischen Reichs verwüstet, das einen bedeutenden Teil des damaligen Ungarns eroberte. Der Beginn der Ausgrabung war schließlich im Sinne der Entscheidung von Professor Dezső Dercsényi, dem damaligen Leiter des ungarischen Denkmalschutzwesens möglich, mit der er die Verpflichtung übernommen hat, die freigelegte Ruine durch die staatlichen Denkmalschutzorgane konservieren zu lassen. Zwischen 1975 und 1976 hat der damalige Direktor des territorial zuständigen Veszprémer Museums, Alán Kralovánszky, mit Hilfe seiner Mitarbeiter die Mauern der Ruine, die unter Erde und Schutt lag, ausgehoben. Im Laufe der Ausgrabungsarbeiten kamen die Reste einer großen gotischen Kirche, die eine westliche Empore hatte, teilweise mit bestehenden Mauern, zum größten Teil jedoch in ihren Grundmauern ans Tageslicht. Über den zwei starken Stützen müssen zwei westliche Türme in die Höhe geragt haben. Am östlichen Ende der Kirche stand ein Chor mit geradem Abschluss, südlich davon war eine Sakristei, die auch als Kapelle benutzt wurde. Den mittelalterlichen, auf die Kirche bezogenen Urkunden, die