Nagy-L István szerk.: Pápai Múzeumi Értesítő 11. (Pápa, 2006)

Haderő és hadviselés 1809-ben - VIZI LÁSZLÓ TAMÁS: AZ 1809-es győri ütközet a magyar történeti irodalomban

Die scharfe Kritiken gegen den ungarischen Adelsaufstand durch Erzherzog Johann und seine Umgebung sind schon unmittelbar nach der Schlacht - ab 16. Juni ununterbrochen - erschienen, und enthielten von Anfang an politischen Inhalt. Damit begann die absichtliche und bewusste Erniedrigung des ungarischen Adelsaufstandes, die kaiserliche und königliche Kriegsführung machte ihn für die erlittene militärische Niederlage verantwortlich, und versuchte, ihn mit der ständigen Betonung seiner Feigheit unmöglich zu machen. Damit wollte man in Wien von den Versäumnissen der Kriegsführung und den schweren Fehlern des Generalstabs von Erzherzog Johann die Aufmerksamkeit ablenken. Man kann mit Recht annehmen, dass die kaiserliche und königliche Kriegsführung keine Verantwortung für die Niederlage übernehmen, und die Ungarn zum Sündenbock machen wollte. Obwohl die Meinung der Zeitgenossen, die Umstände der Auflösung der Insurgenz, und die nach dem Krieg verliehenen mehrere Dutzende Auszeichnungen gerade das Gegenteil beweisen, bemühte sich der Hof überhaupt nicht, über die organisierende Arbeit und die militärische Rolle der ungarischen Insurgenten ein reales Bild zu vermitteln. Das begeisterte, aber trotzdem unbeteiligte Buch von Sándor Kisfaludy über die Ereignisse des Adelsaufstandes von 1809, das er auf Wunsch von Palatin Josef geschrieben hatte, konnte auch nicht erscheinen, und geriet in das Archiv des Geheimkabinetts. Der Hof tat also alles dafür, das negative Bild über den ungarischen Adelsaufstand aufrechtzuerhalten. Es wurde keine korrekte Bewertung gemacht, und es war unmöglich, die unrechten Anklagen zu widerlegen. Außerdem spielten bedeutende militärpolitische Überlegungen in der sich gegen die ungarische Insurgenz richtende Politik des Hofes mit. Wegen der Begeisterung des Adels im Jahre 1809, sowie der militärischen Organisationsarbeit und der Bemühungen des in Ungarn sehr populären Palatins Josef wurde in Wien so gedacht, dass aus dem Adelsaufstand später unter der Leitung von Palatin Josef eine potenzielle ungarische Kriegskraft entstehen kann. Das wollte man aber mit allen Mitteln verhindern. Deshalb wurde die Reform und die eventuelle Modernisierung der Insurgenz nicht erlaubt, während das negative Bild über den ungarischen Adelsaufstand weiter bestand. Die Politik des Winer Hofs zur Erniedrigung der Insurgenz war sehr erfolgreich. Die militärischen und materiellen Bemühungen während der Insurgenz gerieten sehr schnell in Vergessenheit, einige Jahrzehnte nach den Geschehnissen erinnerte sich die Generation der Reformzeit an den Adelsaufstand nur noch als ein ruhmloses Ereignis einer vergangenen Zeit. Für die Reformelite, die die Privilegien des Adels konsequent kritisierte, war die Insurgenz das Symbol des wichtigsten Privilegs, der Steuerfreiheit, und wurde schon das zweite Mal zur Zielscheibe der oppositionellen Kritiken, die auch aktualpolitischen Inhalt trugen. Der alte Kisfaludy versuchte, die Ehre der adeligen Aufständischen zu verteidigen, aber er konnte nur so viel erreichen, dass die oppositionelle Presse mit den unwürdigen Angriffen auf den Adelsaufstand aufhörte. Die politische Lage ermöglichte die unparteiliche Beurteilung der Insurgenz wieder nicht. Die um die bürgerliche Umwälzung kämpfenden Reformpolitiker haben zwar die Argumente von Kisfaludy verstanden, aber sie konnten die Idee und den Gedanken einer feudalen Bewegung nicht mehr vertreten. Das Thema wurde für mehrere Jahrzehnte in den Hintergrund gestellt. Als dafür wieder Interesse aufgebracht wurde, traten neben den politischen auch historische Überlegungen, sowie Reaktionen auf die zu klärenden

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