K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
MERCZI, MÓNIKA: Frühkindliche Skelettfunde aus dem römischen Gutshof von Baláca
der wenigen Wochen, die das Kind erlebte, in so schwerer Form nicht herausbilden, so mußte das Kind schon in der Gebärmutter angesteckt werden. Krankhafte Veränderungen konnten bei beiden Säuglingen beobachtet werden (2/2 = 100 %). Die Meningitis 21 beim Skelett 8 deutet darauf hin, daß die Kinder oft von verschiedenen Infektionen betroffen waren, die zu tödlichen Komplikationen führen konnten. Die Porotische Hyperostose hervorgerufen durch Anämie beim Skelett 6 kann auf direkte oder indirekte Mangelernährung, 22 die verdickten Diaphysenenden können auf Vitamin-C und Vitamin-D-Mangel 23 zurückgeführt werden. 4. Bedeutung des Fundmaterials Es ist seit langem bekannt, daß die Alterszusammensetzung der prähistorischen und historischen Friedhöfe die hohe Sterblichkeit im Kindesalter, die zwischen 35-50 % 24 (in der westlichen Fachliteratur zwischen 45-60 % 25 ) erwartet wird, nicht widerspiegelt. 26 Der niedrige Anteil der Kinder wird hauptsächlich mit dem fast vollständigen Fehlen der Neugeborenen erklärt, aber die 1-4 jährige Kinder sind auch unterrrepräsentiert. 27 Das Fehlen der Kinder unter einem Jahr wird unter anderem auf Sonderbestattungen zurückgeführt, 28 wofür Belege bis jetzt nur aus dem Ausland bekannt waren. 29 Die untersuchten 12 frühkindliche Skelette aus dem römischen Gutshof von Baláca, von denen 58,3 % (87,5 % der datierbaren Fälle) für arpadenzeitlich gehalten werden können, liefern in Ungarn den ersten archäologischen Beweis dafür, daß nicht alle verstorbene Kinder im Gräberfeld der Gemeinde bestattet wurden. Vermutlich die Bewohner des benachbarten Dorfes von Fajsz ließen ihre Neugeborene und Säuglinge, statt des Friedhofes um die Kirche, auf dem Gebiet des Gutshofes von Baláca bestatten. Die Analyse der Altersverteilung der Kinder brachte auch eine interessante Beobachtung mit sich: Im römischen Gutshof von Baláca wurden nur Neugeborene zwischen Geburt und 2 Monaten und Säuglinge unter 6 Monaten bestattet. Unreife Feten und Säuglinge, die älter als 6 Monate waren, kamen im Fundmaterial nicht vor. Schriftliche Quellen 30 belegen, daß dieser Alter (= Durchbruch der ersten Zähne) eine Trennungslinie in den verwendeten Bestattungsriten bildete. 31 Zusammenfassung Aus dem römischen Gutshof von Baláca wurden 12 frühkindliche Skelette untersucht. Sterbealter der bereits geborenen Kinder konnte nach Kósa, Reifezustand nach Grefen-Peters geschätzt werden. Die Methode von Grefen-Peters konnte auch bei älteren Neugeborenen verwendet werden. Das so erhaltene Alter konnte durch Vergleich mit rezenten Körperlängenangaben bestätigt werden. Demgegenüber scheinen die Regressionsformeln von Scheuer et al. für ältere Neugeborenen nicht anwendbar zu sein. 32 Das so geschätzte Alter steht mit jenen Angaben, die die Methode von Grefen-Peters und der Vergleich mit den rezenten Körperlängen lieferten, nicht