K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
ZSIDI, PAULA: Die Änderung der Siedlungsstruktur in der Umgebung von Aquincum (Stadtgebiet von Budapest)
PAULA ZSIDI DIE ÄNDERUNG DER SIEDLUNGSSTRUKTUR IN DER UMGEBUNG VON AQUINCUM (STADTGEBIET VON BUDAPEST) Vor 10 Jahren habe ich letztes mal über den Stand der Villenforschung in Aquincum berichtet. Damals wurde mein Vortrag mit den folgenden begonnen: „In den letzten Jahrzehnten hat die Erforschung der römischen Villen im Territorium des Munizipiums von Aquincum nur wenige sehenswerte neue Ausgrabungsergebnisse aufzuweisen." 1 Heute kann ich aber mitteilen, dass die archäologische Forschung des zum Munizipium von Aquincum gehörenden Gebietes etwas intensiver geworden ist, obwohl können wir auch heute nicht über eine ausbreitende Forschung sprechen. Die Zahl der neuen Informationen erhöht sich in erster Reihe auf solchen Gebieten, die von größeren Investitionen berührt wurden. Auf dem Territorium des Munizipiums von Aquincum teilen sich heute drei Komitate (Pest, Fejér, Veszprém) und der Hauptstadt (Budapest). 2 In meinem Vortrag werde ich nur die neuen Forschungsergebnisse dieses letzgenanntes Gebietes, wo der grösste Teil der sog. Agglomerationszone der Provinzhauptstadt liegt, behandeln. Auf dem Gebiet des heutigen Budapest wurden in den vergangenen zehn Jahren mehrere Hunderte Notgrabungen durchgeführt, die auch über die baugeschichtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bezüge der Gutshöfe in der Umgebung der Stadt neue Informationen lieferten. 3 Nicht alle neue Angaben können hier besprochen werden, umso mehr, weil die Mehrheit der Ausgrabungen vorläufig nur teilweise oder ganz unpubliziert ist. 4 Die vermehrte topographische und kronologische Angaben bieten schon in sich selbst Rekonstruktionsmöglichkeiten. Der eine Versuch ist eine Schilderung der Änderung der Siedlungsstmktur in dem unmittelbaren Hintergrund des Donaulimes und des Provinzsitzes vom 1. Jahrhundert n. Chr. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts, inklusive mit der Entstehung der Gutshöfe (Villenanlagen). Der andere Versuch ist eine Rekonstruktion der Vermessungkonzept (centuriatio) auf dem Gebiet und in der Umgebung von Aquincum. Die Änderungen auf dem Territorium können wir natürlich nur dann richtig verstehen, wenn die administrativen und strukturellen Änderungen des Verwaltungszentrums Aquincum, bzw. auch die Änderungen der Militärobjekte an der Limesstrecke - als Ausgangspunkt - in Betracht gezogen werden. Die Siedlungen der einheimischen Bevölkerung vor der römischen Eroberung (bis Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr.) (Abb. 1) Wir verfügen um wenige Informationen über die, die dauerhaften Bauelemente gewöhnlich entbehrenden Siedlungen der frühesten Periode. Die Mehrheit der Fundorte