K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli

auch im 4. Jahrhundert fort. Davon zeugen die Mosaiken der Piazza Armerina, deren geometrische Muster unlängst an das Ende des 4. Jahrhunderts datiert wurden. 37 Das Q/R/ Q-Schema taucht zuerst in der claudisch-neronischen Palastarchitektur auf. Später wurden Böden der öffentlichen Gebäuden mit diesem Muster verziert, so der Boden der Casa delle Vestali nach dem neronischen Umbau. 38 Schließlich tritt dieses Motiv auch in Luxusgebäuden von Privatpersonen auf, z. B. in Stabiae und Luni. Von den Provinzen kann Ägypten außer den nordafrikanischen Gebieten erwähnt werden, aber eine vereinfachte schwarz-weiße Variante ist auch in Baláca bekannt. 39 Dieses Muster wurde bei der Verzierung von wichtigen Gebäuden angewandt. So konnte es dazu kommen, dass dieses Muster für einen der repräsentativsten polychromen Mosaikböden des residenzialen Teils bei den großangelegten Umbauarbeiten der Villa von San Potito gewählt wurde, eben auf dem westlichen Flügel, gegenüber dem Raum mit der außergewöhnlich qualitätsvollen Kentaurdarstellung. Es ist vielleicht kein Zufall, dass das Muster des opus tesselatum-Bodens des repräsentativen Raumes XIV von San Potito eben aus dem Musterbuch der opus sectile-Böden der kaiserlichen Villen und Paläste (Ostia, Palazzo imperiale, Villa Hadriana) genommen wurde. Die Villa von San Potito und der zugehörende fundus gelangten sehr wahrscheinlich während der Regierung von Hadrian oder in der Mitte des 2. Jahrhunderts in die Hände der kaiserlichen Familie. Der Gebäudekomplex könnte bis zur seinen Zerstörung das Zentrum eines kaiserlichen Gutes sein. Im Laufe der Freilegung der Villa stießen wir auf relativ viele verschiedenfarbige, überwiegend als Wandverkleidung angewandte Marmorplatten, unter Anderen auf weiße, in situ liegende Marmorverkleidung. 40 Lieferung der zu den opus sectile Böden benötigten Marmorblöcke verschiedener Farbe in die 1000 m über dem Meeresspiegel hoch errichtete Villa vermutlich Schwierigkeiten gestoßen. Vielleicht deshalb auch legte man dieses Muster auf dem Tessalatum Boden aus, folgend den Farben der Marmorböden. In der nordöstlichen Ecke des Raumes fanden wir Fragmente einer Wandmalerei mit pompejianisch-roten figuralen Elementen. Unter ihnen ist das Detail einer Frauenfigur zu sehen, die mit der rechten Hand ein Tuch oder Kleid hebt. 41 In einem anderen Fall sieht man das Detail des Armes und Brustes eines sich von dem schwarzen Grund abhebenden Mannes. Auf einem anderen Fragment ist eine Figur in Tunika sichtbar, die Knie sind unbedeckt. Außerdem kam ein Detail mit einer Taubendarstellung vor. Im südöstlichen Teil des Raumes stießen wir auf Details mit Pflanzendarstellung auf rotem Grund. Vermutlich die schwarzen und roten Panels mit geometrischen und pflanzlichen Elementen umgerahmt wurden und sie figurale Elemente in unabhängiger Komposition in sich fassten. Damit könnte man den Größenunterschied zwischen den einzelnen Elementen erklären. Östlich von der in den nördlichen Hof führenden Haupttreppe legten wir einen großen Raum frei (4,38 x 8,90 m), in dem ein schwarz-weißes Mosaik vorkam. (Die Mosaikwürfel sind 10-15, bzw. 8 mm groß). Der Boden war - abweichend von den anderen Mosaiken, die sich im Allgemeinen unter einer 30-40 cm dicken Schuttschicht befanden - durch eine alluviale Lagerung bedeckt. Der stellenweise erhalten gebliebene

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