K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

GABLER, DÉNES: Geometrische Mosaiken in der Villa von San Potito di Ovindoli

Das Mosaik kann mit Hilfe der Bauperioden der Villa datiert werden. Westlich von dem Haupteingang der Villa der II. Periode legten wir einen größeren Raum frei unter dessen Ziegelestrichboden eine Münze von Hadrian vorkam. Auf dem nördlichen Teil der Villa ist ebenfalls die Münze von Hadrian die früheste, während die in der Auffüllung des unter dem „Wasserwerk" mit doppelter Mauer freigelegten Brunnens die im Jahre 101/102 n.Chr. geprägte Münze des Trajan die späteste war. 13 All das weist daraufhin, dass der große Umbau in der zweiten Hälfte der Regierung von Trajan oder danach ausgeführt wurde. Das bedeutet, dass das geometrische Mosaik des Raumes XIV, das mit dem opus tesselatum mit Kentaurdarstellung gleichzeitig ausgelegt wurde, wahrscheinlich an das Ende der Regierungszeit von Hadrian, bzw. in die antoninische Zeit zu datieren ist. Im Raum XIV erinnert der Rapport des Mosaikbodens an die Mosaiken von Delos 14 , Pergamon und Paphos aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. In diesen Fällen besteht das Hauptfeld aus Würfeln mit plastischer Wirkung. Da dieses Muster an anderen Kunstwerken nicht auftaucht, ist es nach der Meinung von A. Ovadiah ganz gewiss die Erfindung der Mosaikkünstler und nicht ein von anderen Kunstarten übernommenes Motiv. 15 Vermutlich auf die Wirkung der opus tesselatum-Böden erschien diese Verzierung auch zur Zeit des I. und II. Pompejianischen-Stils in der Wandmalerei. 16 Ein ähnliches Wandmalerei ist in der Nähe in Alba Fucens bekannt 17 . Die hellenistischen Rautenrapporte scheinen fallweise (so z. B. in Delos) durch die Anwendung von drei verschiedenen Farben plastisch zu sein. Das perspektivische Würfelmotiv verbreitete sich von den hellenistischen Zentren ausgehend in Italien (außer Pompeji in Palermo, Siracusa und auch in Rom selbst), wo es zum repräsentativen Emblem, beliebten Motiv der Tempel (tempio di Apollo) 18 und Privathäusern wurde. In Pompeji trat dieses Motiv hauptsächlich zur Zeit des I. und II. Stils häufig auf. (Die plastische Wirkung der Rautenwürfel scheint mit dem II. Stils, die von perspektivischer Darstellung zeitgleich zu sein). Unter Anderen ist es in der Casa del Fauno 19 , Villa di Diomede und in der Casa di Triptolemos bekannt. Bereits in Pompeji erscheinen die Variationen des Grünes, Weißes, bzw. Blaus, sowie die graublaue Umrahmung. Das konnte auch in San Potito beobachtet werden, aber das Muster wurde auch in Rom im Raum B der Casa dei Grifi mit grünen, gelben und weißen Mosaikwürfeln ausgelegt. 20 Bereits die Benennung dieses Motivs selbst rief eine Diskussion hervor. M. Blake und M. L. Morricone Matini identifizieren es mit dem von Plinius erwähnten opus scutulatum 21 , aber heute bezweifeln die Forscher wie Ch. Börker, E. M. Moorne 22 und andere, dass sich diese Benennung auf den Rautenrapport mit Eindruck eines plastischen Würfelmusters beziehen könnte. Nach H. Stern erscheint dieses Motiv um 150 n. Chr. in den nördlichen Provinzen, in erster Linie Rhönetal 23 , und von hier ausgehend verbreitete es sich. In der Umgebung von Lyon erscheint dieses Motiv auch noch in der Severer-Zeit auf polychromen Mosaiken. V. von Gunzenbach reiht auch die in Avanche, Orbe und Zürich-Wallishofen auftretenden geometrischen Rapportmosaiken in die spätantoninisch-severische Gruppe ein. 24

Next

/
Oldalképek
Tartalom