K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TONCINIC, DOMAGOJ: Das Stadtgebiet von Zagreb - eine Villenlandschaft in der Antike?
in der Antike gesprochen werden kann. Wir gehen deswegen in Folge nur auf jene Fundorte ein an denen Aufgrund der Funde selbst oder Aufgrund von Fundhäufungen von einer Siedlungstätigkeit in der Antike gesprochen werden kann. 1. Stenjevec Donji In Stenjevec und seiner Umgebung wurden seit dem Ende des 18. Jh. zahlreiche Funde registriert. Bereits 1753. wurde bei Bauarbeiten an der Dorfkirche eine Basis für eine Statue des Kaisers Decius (249-251) entdeckt. Diese ist gleichzusetzen mit einer Basis für eine Statue der Herennia Etruscilla, der Gattin Kaisers Decius, die 1768. an der Dorfkirche in Scitarjevo (Andautonia) entdeckt wurde. 10 Bei Fundamentlegungen, Garten- und Feldarbeiten in der Nähe der Kirche wurden oft römische Keramikscherben, Münzen, Baumaterialien und andere Gegenstände entdeckt. 11 Aufgrund eines solchen Zufallfundes wurde am Ende des 19. Jh. südöstlich der Kirche eine römische Nekropole erforscht. Mit insgesamt 129 entdeckten Gräbern der 2. Hälfte des 1. und 1. Hälfte des 2. Jh. nach Chr ist dies die größte bis jetzt bekannte römische Nekropole im Stadtgebiet von Zagreb. 12 Bei weiteren Grabungen wurden westlich und östlich der Kirche Reste römischer Mauern und ein Brunnen entdeckt. 13 Berichten zufolge wurden südlich von Stenjevec und der Nekropole Reste römischer Gräber und spätrömische Münzen gefunden 14 , darunter auch die zur Zeit jüngste römische Münze im Stadtgebiet von Zagreb, ein Solidus des Kaisers Valentiniana III. (425-455). 15 Aufgrund all dieser Beobachtungen und Funde war bereits sehr früh von einer römischen Siedlung in Stenjevec die Rede. 16 Diese Meinung wird auch von der neueren Forschung vertreten. 17 2. Stenjevec Gornji Nördlich von Stenjevec wurden am Hügel Cirkvisce 1902 die Fundamentreste einer mittelalterlichen Kirche freigelegt. Vom ursprünglichen Baumaterial war sogut wie nichts mehr erhalten, allerdings konnten unter den spärlichen Resten auch römische Ziegelsteine beobachtet werden. Auf derselben Stelle wurde 1935 eine schlecht erhaltene Kleinbronze des Kaisers Diokletian (284-305) entdeckt. Unweit, im Schloss Lenarcic, soll eine römerzeitliches Rohr aus Ton, Teil einer Wasserleitung, aufbewahrt worden sein. All dies spricht dafür, dass an dieser Stelle oder in ihrer Nähe ein römerzeitliches Gebäude gestanden haben könnte. 18 3. Veternica Römerzeitliche Kleinfunde aus der Höhle Veternica - eine Lampe, eine Fibel und Münzen der Kaiser Valentinian II (375-392), Gratian (375-383) und Theodosius I (379395) - zeugen davon, dass sie zumindest kurzfristig benutzt wurde. 19 Möglicherweise hat sie der nachlebenden Bevölkerung als Zufluchtsort oder Refugium gedient.