K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

KASZAB-OLSCHEWSKI, TÜNDE: Überlegungen zum planerischen Konzept von Streuhofanlegen im Hinterland der CCAA

und J. Meurers-Balke 21 die Wiederbewaldung während des 4. Jh. an. Dieses Ergebnis korrespondiert auch mit dem für die Jülicher Lössbörde erstellten Pollendiagramm von F. P. M. Bunnik 22 . Bei der Suche nach einem planerischen Prinzip stellt sich die Frage, ob die Gebäude sich primär nach der Umfriedung oder nach dem jeweiligen Hauptgebäude orientiert haben. In der ersten Phase der Siedlung HA 512, für die kein Hauptgebäudegrundriss ermittelt werden konnte, orientierten sich die hölzernen Nebengebäude 7, 9 und 10 anscheinend am Verlauf des Umfassungsgrabens. Nach der Aufgabe und Verfüllung des Umfassungsgrabens wurde ein Zaun errichtet. Von dieser Phase an fungierte das Hauptgebäude offensichtlich als eine Art Groma 23 , weil die Nebengebäude und die Umfriedung sich an dessen aktuellster Ausrichtung orientierten, d. h. sie lagen parallel oder im rechten Winkel zum Hauptgebäude. Hierdurch wurde ein Karree gebildet in dessen Mitte jeweils ein neuer Brunnen lag (Brunnen II und III) bzw. eine Iupitersäule aufgestellt wurde. Neben HA 512 ist die Villa rustica HA 403 24 ein weiteres Beispiel für diese Beobachtung (Abb. 8). Hier überlagert eine Zaunreihe den Umfassungsgraben, die relativchronologische Beziehung zwischen den Befunden ist also eindeutig. Der Gebäudebestand bei HA 403 lässt sich in zwei Gruppen einteilen. Die eine Gruppe der Gebäude liegt parallel zu dem Umfassungsgraben, dies sind möglicherweise die älteren Bauten. Die Bauten der zweiten Gruppe liegen mit der Zaunreihe parallel. Jeweils einer der Grundrisse ist als das aktuelle Hauptgebäude zu bestimmen. Es ist gut möglich, dass ursprünglich das Hauptgebäude die Ausrichtung bestimmt hat, aber der Umfassungsgraben bzw. die Zaunreihe sind visuell eher als Orientierungselemente wahrzunehmen. Die Villa rustica von Köln-Widdersdorf 25 ist, nach Meinung von E. M. Spiegel, ein Beispiel dafür, dass bei Streuhofanlagen die Gebäude parallel zu den Fluchten des Zaunes ausgerichtet waren. In Köln-Widdersdorf wurde das Hauptgebäude der Villa bereits vor den Ausgrabungen undokumentiert überbaut. Es ist nicht auszuschließen, dass auch hier der Zaun und alle Nebengebäude mit Ausrichtung auf das Hauptgebäude angelegt wurden. Der überlieferte Gebäudebestand von Köln-Müngersdorf umschließt - unabhängig von der Form der Umfriedung - ebenfalls ein Karree, auch wenn die Bauten nicht alle gleichzeitig waren 26 . Hier wurde ein Versuch unternommen, planerische Strukturen bei Streuhofanlagen nachzuweisen. Demnach diente das Hauptgebäude möglicherweise als eine Orientierungshilfe bei der Ausrichtung der baulichen Elemente. Die vorgestellte These kann natürlich nicht auf alle Streuhofanlagen übertragen werden. Die wenigen Beispiele mögen einen Anstoß für eine weitere Diskussion liefern, der noch weitere Recherchen folgen sollten - u. a. über die Beziehung zum Wegenetz, zum Parzellierungssystem oder zu den Hofgrenzen. 27

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