K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
KASZAB-OLSCHEWSKI, TÜNDE: Überlegungen zum planerischen Konzept von Streuhofanlegen im Hinterland der CCAA
TÜNDE KASZAB-OLSCHEWSKI ÜBERLEGUNGEN ZUM PLANERISCHEN KONZEPT VON STREUHOFANLAGEN IM HINTERLAND DER CCAA Die Unterscheidung landwirtschaftlicher Einzelsiedlungen der Römerzeit in Axialund Streuhofanlagen hat sich in der Forschung weitgehend etabliert 1 . In den folgenden Ausführungen soll für ausgewählte Streuhofsiedlungen die Anordnung und Orientierung der einzelnen Gebäude zueinander untersucht werden, weil hier im Gegensatz zu den Axialanlagen - welche durch das symmetrische Reihungsprinzip charakterisiert werden - bezüglich des planerischen Konzeptes neue Tendenzen auf ihre Entdeckung warten. Die Beschreibung der Streuhofanlage erfolgt allgemein als eine unsystematische Anlage von einzelnen Gebäuden die nach dem aleatorischen Prinzip errichtet wurde 2 . Wie aber unten gezeigt werden soll lag bei manchen Streuhofsiedlungen ebenfalls ein bestimmtes planerisches Prinzip zu Grunde, so dass die individuellen Züge eines Anwesens dennoch bewahrt blieben. In der bisherigen Forschung wurde auf Basis von Gesamtplänen der Villae rusticae argumentiert - soweit es die Vollständigkeit oder Ausschnitthaftigkeit zuließ. Unberücksichtigt blieb die Tatsache, dass diese Gesamtpläne im allgemeinen eine Siedlungsgeschichte von 250-350 Jahren zusammenfassend darstellen. Änderungen im Siedlungsgefüge und damit die differenzierte Analyse des Bauplans der einzelnen Phasen entzogen sich so der Kenntnis des Betrachters. Zugang zu sämtlichen Phasen einer Siedlung kann man nur durch die detaillierte Auswertung der Funde und Befunde erlangen. Als Beispiele sollen Siedlungen - eine etwas ausführlicher - der Jülicher Lössbörde in der südlichen Germania inferior dienen. Auf der Lössbörde zwischen Köln (CCAA) und Jülich (Iuliacum) wird im Vorfeld des Braunkohlentagebaues Hambach ein ländlicher Raum mit der zugehörigen Infrastruktur wie Straßen, Straßenstationen, Heiligtümern und Siedlungen erfasst. Mehrfach konnten hier Villae rusticae vollständig ausgegraben werden, d. h. es wurden pro Fundplatz mehrere Gebäude, Brunnen, Bestattungen usw. dokumentiert (Abb. /) 3 . Die Villen im Hambacher Forst weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Die auffälligste ist die Verwendung von Umfassungsgräben anstelle von Umfassungsmauern während der frühesten Phase der Siedlungen. Im Verlauf der nachfolgenden Phasen wurden Zäune errichtet. Ein Teil der Umfassungsgräben richtete sich mit den Hofecken und ein Teil mit den Hofseiten nach den Haupthimmelsrichtungen aus. Es handelt sich ausschließlich um Streuhofanlagen. Als Baumaterial wurde hauptsächlich Holz, gelegentlich im Sockelbereich Steinmaterial verwendet. Steinsockelbauten wurden neben Hambach 4 auch in Köln und auf der benachbarten Aldenhovener Platte beobachtet 5 . Was den Siedlungsbeginn betrifft, kann nach den Ergebnissen neuerer Untersuchungen 6 ein gleichzeitiger Beginn der Siedlungen in claudisch-neronischer Zeit angenommen werden. Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen der Deduzierung der CCAA