K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

TEICHNER, FELIX: Neue Forschungen zur ländlichen Besiedlung im Süden der römischen Provinz Lusitanien

F Eigenständige Hofanlage im Nordviertel, mit Wirtschaftshof, doppelstöckigem Wohntrakt, Lagerräumen und kleinem Brunnenhaus (vgl. Abb. 6). G Elemente eines weiteren Wohngebäudes. H Große fabrica mit mehrschiffigen Speicherhallen und Produktionsbecken zur Verarbeitung von Meeresfrüchten. In der islamischen Epoche wurde die Anlage in einzelne unabhängige Wohneinheiten aufgeteilt. I Technische Anlage, am Ufer der antiken Lagune. J Große fabrica zur Verarbeitung von Meeresfrüchten. Zu beiden Seiten eines von Toranlagen abgeschlossenen Straßenzuges fanden sich Speicherräume und Werkstätten mit Produktionsbecken. K Tempelartiges Mausoleum für Urnenbestattungen. L Kleines Gebäude des Ostviertels, mit Becken zur Verarbeitung von Meeresfrüchten. M Kleines Gebäude im Ostviertel. N Körpergrabnekropole. O Turmmausoleum. P Wasserleitung, die den Siedlungsplatz mit einer künstlichen Talsperre im Vale de Tesnado verband. Die Bemessung der Gewerbeanlagen (fabricae) auf dem Cerro da Vila setzt eine entsprechend große Zahl an Werktätigen voraus. Bei den bislang ergrabenen Wohnquartieren (E-G) handelt es sich allerdings nicht um einfache Unterkünfte für Lohnarbeiter, wie etwa in Milreu (Baueinheit F). Die auf klassische Architekmrformen zurückgreifende Ausgestaltung unterstreicht vielmehr zusammen mit den Mosaikböden die hohe Individualität dieser Bauten, was auf den Status der Bewohner rückschließen läßt. Die aus den technischen Details in den fabricae zu rekonstruierende hochkomplexe Herstellung von Farbstoffen setzte dann auch qualifiziertes Personal voraus. Umgekehrt zeugt die Bündelung der Produktionsanlagen in große, klar stmkturierte fabricae von einer zentralen Organisation. Auf eine entsprechende soziale Gliederung der Bevölkerung der dörflichen Ansiedlung auf dem Cerro da Vila weisen zudem das herausgehobene tempelartige Grabmonument K und die prächtige Wohnanlage A hin 9 (Abb. 7-8). Trotz der fortschreitenden Verlandung der Lagune stellten der Fang und die Verarbeitung von Meeresfrüchten noch in der Spätantike sowie der anschließenden westgotischen Siedlungsphase die wirtschaftliche Basis dar. Die Zahl der Gewerbeanlagen deutet weiterhin auf einen weit über den Eigenbedarf hinausgehenden Produktionsumfang hin. Die ökonomische Bedeutung der Küstensiedlung, die sich in der islamischen Epoche auch auf die Produktion qualitativ hochwertiger Keramikglasuren spezialisierte, wird durch einen ungewöhnlich reichen Silbermünzfund aus einem Vorrats silo in der ehemaligen fabrica J belegt. Ein letzter Untersuchungsplatz findet sich unweit der antiken Hafenstadt Portus Hannibalis (Portimäo) an dem den offenen Atlantikwinden ausgesetzten Westabschnitt der portugiesischen Südküste (Algarve, Abb. 1,2). Die pars urbana der in das Mündungs-

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