K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

ERTEL 1996.145; FITZ 1996. 221-223 Nr. 5 und 1998. 106 f. Nr. 5 mit 120 Abb. 4,5; ERTEL, Zeichnung in: PALÁGYI 1997. 17 Abb. 8,8. ? [—]AE°A[— ] f—iJaeA[—] [-M-] [~-]M[-~] 7 Fitz hat dieses Bruchstück als einen Teil der hiesigen Inschrift II angesehen und die erhaltenen Reste [—]ae A[—J der Nomenklatur einer Frau zugeordnet, die dort als Verstorbene nach ihrem Mann genannt werden soll. Die Grabaltäre von Baláca wurden aber offensichtlich jeweils einer Einzelperson gewidmet. Mit der Endung [—Jae endet jedenfalls so gut wie sicher ein Frauenname im Dativ, wie dies auch Fitz meint, aber im Gegensatz zu seiner Ansicht muss dieser Name in der 1. und nicht in einer weiteren Zeile des Textes gestanden haben. Zu teilen ist auch die Meinung von Fitz, dass der auf -ae endende Nomenklaturteil ein Gentilname und kein Cognomen war. Das nach einem Worttrenner anschließende A ließe sich näm­lich nach einem Cognomen kaum anders als in der Form a [viae] ergänzen, doch ste­hen solche Bezeichnungen des Verwandtschaftsgrades in den Grabinschriften von Baláca nicht unmittelbar nach dem Namen des Verstorbenen, sondern erst nach dem Namen des Dedikanten, vor der Schlussformel. Übrig bleiben wohl nur zwei Deutungsmöglichkeiten: Das A gehört entweder zu der Filiationsangabe A(uli) [f(iliae)] oder ist der Anfangsbuchstabe eines Cognomens. Das Praenomen A(ulus) kommt aber in den Inschriften so selten vor, 40 dass es hier beiseite gelassen werden kann. Somit bleibt allem Anschein nach nur die auch von Fitz angenommene Lösung möglich, dass mit dem A das Cognomen der verstorbenen Frau beginnt. Gegen diese Deutung könnte zwar angeführt werden, dass somit die Filiationsangabe der Verstorbenen in dieser Inschrift nicht genannt wurde. Zumindest bei den späteren Grabinschriften des Tumulus, die in die Mitte des 2. Jahrhunderts gehören dürften (siehe Abschnitt 7), wäre der Verzicht auf die Filiationsangabe jedoch keineswegs überraschend. Sie scheint auch in einer anderen relativ späten Inschrift zumindest in der Nomenklatur der Dedikanten zu fehlen (G 46). Die Inschrift dürfte einer Frau gesetzt worden sein, die in die Familie der Claudier in Baláca durch Heirat aufgenommen wurde. Mit den beiden ähnlichen Inschriften IX und X lässt sie sich nicht verbinden. Mit den meisten anderen Inschriften des Tumulus kann sie schon wegen des großen Abstandes zwischen den Zeilen nicht verknüpft wer­den. Wir haben es so gut wie sicher mit einer sonst nicht nachgewiesenen Altarinschrift zu tun, die im Hinblick auf die Fundstelle vermutlich auf der Südseite des Hügelgrabes stand. Der Nachweis einer weiteren Fraueninschrift am Tumulus bereitet insofern keine Überraschung, als wir dort, im Gegensatz zu einer größeren Zahl von Inschriften, die Männern dediziert wurden, sonst nur zwei Grabinschriften einge­heirateter Frauen kennen (IX und X).

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