K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
KAUS, KARL: Grabformen und Einbauten in Grabhügeln des Burgenlandes - Sírformák és sírépítmények Burgenland halomsírjaiban
KARL KAUS GRABFORMEN UND EINBAUTEN IN GRABHÜGELN DES BURGENLANDES Auf dem Gebiet des österreichischen Bundeslandes Burgenland sind rund 1.800 Grabhügel bekannt. Etwa die Hälfte stammt aus verschiedenen Epochen der Urgeschichte, 1 etwa 900 Hügel gehören der älteren Römischen Kaiserzeit, dem 1.-3. Jahrhundert nach Chr., an. 2 Die Anzahl der römischen Grabhügel ist nicht exakt fixierbar, da einerseits bereits festgestellte Hügel durch unvermeidbare Baumaßnahmen (Straßen- und Forstwegebau) nach vorhergehender archäologischer Ausgrabung eingeebnet werden, andererseits durch die archäologische Landesaufnahme und Neuvermessungen die Hügelzahl vermehrt wird. Weiters konnten in den letzten Jahren durch gezielte Luftbildprospektionen auch alt eingeebnete Grabhügel unter Ackerland festgestellt und untersucht werden. Gemeinsam haben die römischen Grabhügel den Brandbestattungsritus 3 und die darüberliegende Erdaufschüttung. Grabformen und Einbauten sind im Burgenland, wie auch sonst bei den norisch-pannonischen Grabhügeln sehr variantenreich. 4 Sogar in kleineren Hügelgruppen, die möglicherweise einer einzigen Gehöftgruppe zuzuordnen sind, unterscheiden sich die Einbauten von Hügel zu Hügel. Anlage und Aufbau der römischen Grabhügel Nach Auswahl des Bestattungsplatzes, zumeist an einem Verkehrsweg und in Siedlungsnähe, wurde zuerst die Vegetation entfernt. In Königdorf 1973, Hügel 1, erfolgte dies durch Brandrodung. 5 Anschließend wurde durch teilweise Abgrabung und Aufschüttung eine ebene Plattform angelegt. Da die Hügel häufig auf Hängen oder Geländerippen liegen, waren dabei bereits Erdbewegungen von mehreren Kubikmetern erforderlich. Die so gewonnene Plattform wurde dann oft mit Lehmschlag, Rollsteinpflastern oder mit Mörtelestrich für die Grablege zugerichtet. Die Hügelaufschüttung aus Lehm oder aus mit Schotter gemischter Erde erfolgte entweder vor oder nach der Anlage des Grabes. Das Schüttmaterial stammt durchwegs aus der nächsten Umgebung, in manchen Fällen ist noch der ringförmige Entnahmegraben zu sehen. Bis zu 400 Kubikmeter Erde wurden zum Bau des Hügelmantels verwendet. Um die Hügel noch imposanter zu gestalten, wurden sie oft auf Geländerippen gebaut: In Königsdorf 1973, Hügel 1, wurde eine 3 Meter hohe natürliche Bodenerhöhung mit einer künstlichen Aufschüttung von 3,6 Metern versehen, sodaß ein scheinbar 6,6 Meter hoher Grabhügel entstand. Der Hügelfuß war manchmal mit Steinen (oder Holzpfosten?) ringförmig markiert. Die Bestattung, zumeist in Brandflächen- oder Brandschüttungsgräbern, seltener in Urnengräbem, erfolgte vor allem auf der vorbereiteten Oberfläche, manchmal in eingetieften Gruben unter der alten Oberfläche oder in Gruben am Hügelgipfel. Beispiele dafür sind: Grafenschachen 1974, Hügel 15, mit einfacher Brandfläche; 6 Markt Allhau 1983, Hügel 3, mit Nachbestattung in Grabgrube 7 und Königsdorf 1973, Hügel 1, mit einer Grabgrube am Hügelgipfel. 8 Einbauten in norisch-pannonischen Grabhügeln Im Burgenland kommen römische Grabhügel ohne spezielle Einbauten, bzw. heute nicht mehr nachweisbaren Einbauten aus Holz, in den meisten Fällen aber Einbauten aus Stein