K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

HUDECZEK, ERICH: Frühe Grabhügel aus dem Gräberfeld Deutschlandsberg/Leibenfeld im Territorium von Flavia Solva - Korai halomsírok Flavia Solva territóriumához tartozó Deutschlandsberg/Leibenfeldből

ERICH HUDECZEK FRÜHE GRABHÜGEL AUS DEM GRÄBERFELD DEUTSCHLANDSBERG/LEIBENFELD IM TERRITORIUM VON FLAVIA SOLVA Das ehedem sicher um einiges größere heute noch mindestens 56 Tumuli zählende Gräberfeld von Deutschlandsberg/Leibenfeld war schon im 19. Jh. Gegenstand archäologischer Untersuchun­gen, deren Ergebnisse leider verschollen und für die Forschung nicht heranzuziehen sind 1 Später wurden in den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts mehrere Hügel ohne wissen­schaftliche Kontrolle ausgegraben, bald darauf 1978 im Zuge einer Straßenerweiterung vier weitere durch das Landesmuseum Joanneum. Von den unkontrollierten Hügelöffnungen wurden allerdings relativ genaue Befundauf­zeichnungen vorgenommen und das Fundmaterial ordentlich archiviert, sodaß eine wirklich gute und vertrauenswürdige Grundlage für eine wissenschaftliche Bearbeitung des Gräber­feldes existiert. 2 Zwei der Grabinventare, aus den Hügeln 19 und 27, sollen im folgenden vorgestellt werden. Sie dürften zu den frühesten des Gräberfeldes gehören und nehmen durch ihre Frühdatierung und ihre Zusammensetzung eine bedeutende Stellung unter den norisch-pannonischen Hügelgräbern allgemein ein. Für viele Fragen bei der Erforschung der norisch-pannonischen Hügelgräber müssen nun neue Antworten gesucht, viele Fragen wahr­scheinlich überhaupt neu gestellt werden. Nach O. Urban reicht der zeitliche Rahmen der Hügelgräber nach Aussage der von ihm aufgenommenen TS-Funde zumindest von der claudischen Zeit bis in das 3. Jh., wobei die frühen Produkte ausschließlich im Bereich der nordburgenländischen Gruppe liegen. 3 Nach den Datierungen der Fibeln umfaßt der zeitliche Rahmen das 1. und 2. Jh. „Einige Fibeln aus der Stmk. werden bereits in die 1. Hälfte des 1. Jh. datiert." 4 Urban meint damit die von J. Garbsch aufgenommenen Fibeln Almgren 237 b aus Penzendorf bei Hartberg bzw. 2 Stück aus Goldes im Bezirk Leibnitz sowie je 1 Fibel A 237a und A 238a aus Lassenberg im Bezirk Deutschlandsberg. 5 Die Inventare der Gräber in Penzendorf und Goldes, deren Fi­beln Garbsch mit „spätaugusteisch bis allenfalls frühchlaudisch" datiert, müssen noch auf ihre Aussagekraft untersucht werden (verdächtig erscheint die Beigabe mehrerer Glasgefäße und einer Münze, die eher in Gräbern aus dem späten 1. oder 2. Jh. erwartet würden). Über die Fibeln aus den Grabhügeln von Lassenberg gibt es leider überhaupt keine Fundaufzeich­nungen. 6 Urbans Grundlagen für die von ihm angedeuteten möglichen Frühdatierungen („claudisch" bzw. „1. Hälfte des 1. Jh.") sind daher recht unsicher und lassen in der Tat keine genauere Aussage zu. Die zwei schon genannten Grabinventare aus den Hügeln 19 und 27 aus Leibenfeld liefern uns aber sicherere Anhaltspunkte. Hügel 19. (Abb. 1) Der Hügel enthält offensichtlich eine Doppelbestattung von zwei Frauen, was in der Beigabe von u.a. zwei Dreifußschalen, zwei Spinnwirteln und zwei Fibelpaaren zum Ausdruck kommt. Die Bestattungsform ist Brandschüttung, wobei der Leichenbrand in zwei jeweils ein Fi­belpaar enthaltenden Häufchen deponiert worden zu sein scheint. Auffallend und außergewöhnlich ist die Einrahmung des Bestattungsplatzes mit Holzbal­ken. Da dieser Befund nicht aus einer wissenschafftlich kontrollierten Grabung stammt, wä­re ihm auf Grund seiner Einmaligkeit mit Skepsis zu begegnen, wenn nicht der Hügel 23 bei

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