K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

HEBERT, BERNHARD: Leibenfeld bei Deutschlandsberg. Forschungsgeschichtliche Einführung - Deutschlandsberg-Leibenfeld. Kutatástörténeti bevezető

BERNHARD HEBERT LEIBENFELD BEI DEUTSCHLANDSBERG. 1 FORSCHUNGSGESCHICHTLICHE EINFÜHRUNG 2 Die Geschichte der wissenschaftlichen archäologischen Grabungen beginnt in der Steier­mark, wie so vieles andere, mehr oder minder mit Erzherzog Johann und mit dem von ihm begründeten Joanneum (1811); am Anfang dieser Geschichte steht besonders die Erfor­schung der Grabhügel, an denen die Steiermark so reich ist und die immer als auffallende und bald Erfolg versprechende Bodendenkmale erkannt wurden: Deswegen waren und sind sie auch in besonderem Maße der Raubgräberei ausgesetzt. Die allererste Pionierphase aus der Zeit um und nach Erzherzog Johann bleibt eigentlich recht dunkel: Man weiß von etlichen Grabungen, aber Berichte oder gar Interpretationen fehlen, zumindest ist nichts Nennenswertes bekannt. Diese Situation ändert sich erst in einer zweiten Phase, die von „engagierten Laien" getragen wurde: Die Ausgräber dieser Zeit, hauptsächlich der beiden Jahrzehnte um 1880, kommen vielfach aus anderen Berufen, sind Ingenieure, Juristen oder Ärzte, bemühen sich aber mit einem ganz neuen Elan um kartogra­phische und topographische Darstellung, Erfassung und Dokumentation der Befunde und Funde, genaue und oft auch publizierte Berichte. Die Ergebnisse dieser Tätigkeiten liegen allen weiteren zusammenfassenden Arbeiten bis hin zu O. Urban zu Grunde und bilden weitgehend auch heute noch den überwiegenden Teil der zur Verfügung stehenden Daten, die oft seit damals nicht einmal überprüft worden sind. Ausgangspunkt und Zentrum dieser Bewegung ist diesmal nicht die Steiermark, sondern Wien mit der Anthropologischen Gesellschaft und dem neugegründeten Naturhistorischen Museum; vor allem dessen Kustos Dr. Szombathy bemüht sich um Koordination, Bera­tung und Berichterstattung. Vorreiter dieser „Laien" ist der um die archäologische Er­forschung der Weststeiermark 3 (z. B. der hallstattzeitlichen Burgstallnekropole) un­glaublich verdiente Bergingenieur Wenzel Radimsky. In seinem Gefolge und offenbar angeregt durch einen teilweise erhaltenen und erst vor kurzem bekannt gewordenen Briefwechsel 4 beginnt 1884 ein in Deutschlandsberg tätiger Notar, Dr. Johannes Dwor­schak, Grabhügel aufzuspüren, zu kartieren und auch selbständig zu graben. Dworschak war bisher in der modernen Forschung nur durch einen eigenen kurzen Bericht 5 und we­nige Erwähnungen seiner Tätigkeit bekannt, die Art seiner Arbeit und wesentliche Er­gebnisse blieben aber im Dunkeln. Nach Bekanntwerden der Briefe und weiteren recht genauen Arbeitsunterlagen Dwor­schaks begann eine Suche nach Unterlagen in Museen und Archiven, die bislang wichtiges Material in der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien zutage för­dern konnte. 6 Dieses Material erlaubt u. a. einen guten Einblick in die frühesten dokumentierten Gra­bungen im Hügelgräberfeld Leibenfeld. Dworschak öffnete sieben Hügel, die er unter Bei­fügung einer Lageskizze (Abb. 1) so genau beschrieb, 7 daß sie mit großer Wahrscheinlich­keit heute noch identifiziert 8 werden können (römische Ziffern in dem 1996 aufgenomme­nen topographischen Plan Abb. 2). Er zeigt sich in diesem - offenbar aufgrund von Miß­stimmigkeiten mit Josef Szombathy nie publizierten - Bericht und auch in einigen Breifen enttäuscht über die vermeintliche (?) Fundleere einiger Hügel, die, wie vielfach in dieser Zeit, auf die angewandten Grabungsmethoden zurückzuführen sein dürfte. Er datiert vor-

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