K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

BORHY, LÁSZLÓ: Wandmalereien aus Brigetio (Komárom/Szőny-Vásártér) und der Grabhügel 2 von Inota - A Komárom/Szőny-Vásártér lelőhelyen talált római kori falfestmények és kapcsolatuk az inotai 2. számú halomsírhoz

Form wie das des Zügels des Pferdes zeigen. Es besteht also kein Zweifel, daß es sich dabei um reine Verzierung handelt, die durch diese Form bloß an die Funktion und Anwesenheit des Zügels hindeutet. Wir haben also mit einer Reihe von Widersprü­che zu tun: es werden tatsächlich existierende Zaumzeugteile dar­gestellt, ihre Funktion wurde aber in mehreren Fällen mißverstan­den. Vergleicht man bloß mit zwei, im Jahre 1944 ebenfalls in Brigetio, im Gräberfeld Gerhát ge­fundenen und von L. Barkóczi re­konstruierten Pferdgeschirren, fällt der Unterschied ins Auge. 8 Es handelt sich dabei also ei­nerseits in der Tat existierende Zaumzeugteile, von denen gerade der tropfen- oder herzförmige Be­schlag fast realistisch zurückge­geben wird. Am besten ist dieser Beschlagtypus in Pannonién aus dem Hügel 2 von Inota im Falle eines Zugpferdes bekannt, der als Verteiler der Stirn- und Maulrie­men funktionierte (Abb. 4). 9 Soll­te daher im Falle der auf dem Wandgemälde dargestellten Pfer­des um ein Zugpferd handeln? Auf keinem Fall. Es kommen im selben Grabhügel von Inota (Nr. 2) auch andere, auf unserem Wandgemälde ebenfalls sichtbaren Zaumzeugteile vor, die diesmal zu einem Reitpferd ge­hören (Abb. 5): dieses zeigt Maulriemen, Beschlag am Nasensattel, die auch in Brigetio durch den Maler - zwar nicht an die richtige Stellung - angebracht wurden. 10 Meiner Mei­nung nach ist die Anomalie, die zwischen Darstellung tatsächlich existierender Pferdezaum­zeugteile - deren Gebrauch durch Funde aus dem Hügel 2 von Inota hervorragend bewiesen werden kann - und Mißverstehen ihrer Funktion und der richtigen Stellung, weiterhin Ver­wechslung der Spannung Zug- und Reitpferde kann nur mit Mängel an genauen Kenntnisse über Pferdespannen und Pferdereiten des sonst über ausgezeichnete künstlerische Fähigkeiten verfü­genden Malermeisters begründet werden: er, als Künstler hatte eher Interesse für die Anatomie, Bewegung, Kürzungen des Pferdes in der perspektivischen Darstellung, als für die kleinen - und für den Betrachter gar nicht so auffalenden - Details der doch dargestellten Zaumzeugteile. Und gerade diese Erklärung fügt sich gut in die Reihe der ungelösten ikonographisehen Fragen hinein. Meiner Meinung nach hat die klassische Mythologie ihre Bedeutung für den Abb. 6. Rekonstruktion des Pferdegeschirrs SAQX aus Illerup Âdal mit tropfenförmigen Beschlägen wie in Brigetio/V ásártér (nach C. v. Carnap-Bornheim und J. Ilkjaer) 6. ábra. Az Illerup Adal SAQX lószerszám rekonstrukciója a Brige­tio/V ásártér falfestményével megegyező cseppalakú véretekkel. (C. v. Camap-Bornheim és J. Ilkjaer nyomán)

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