K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

LAMIOVÁ-SCHMIEDLOVÁ, MÁRIA: Hügelgräberfeld aus der römischen Zeit in Zemplin/Ostslowakei - Római kori halomsíros temető a kelet-szlovákiai Zemplénben

len, 6 aber auch aus der Ukraine bekannt. 7 Bezüglich des Grabinventars sind eher Beziehun­gen zum Südosten zu suchen. Die Sitte der Überhügelung der Gräber war auch in der Ostslowakei - wie auch in vielen anderen Gebieten - schon seit der Urzeit bekannt. Am zahlreichsten vertreten sind äneolithi­sche, die sog. ostslowakischen Hügelgräber, die sich auf Gebirgskämmen erstrecken, ein an­dermal bilden sie Gruppen in Tälern. Es sind ihrer Hunderte bekannt. Hinsichtlich der Prob­lematik der römerzeitlichen Hügelgräber ist das Hügelgrab in Lesne interessant, wo in ein äneolithisches Hügelgrab sekundär ein Kriegergrab untergebracht wurde, das in den Bereich der Przeworsk-Kultur gehört. 8 Die sekundäre Ausnützung eines Hügelgrabes wurde auch in Zemplin festgestellt, wo in das Hügelgrab Nr. 4 Ende des 9. Jh. ein altmagyarischer Häuptling bestattet wurde. 9 (Abb 1/3) Im oberen Theißgebiet wurden Hügelgräber auch von Trägern der Kustanovice-Kultur in der Hallstattzeit errichtet. 10 Doch scheint es, daß die Zempliner Hügelgräber nicht von örtli­cher Tradition abgeleitet werden können, umso mehr, weil sie in der Latènezeit fehlen. Die Sitte der Errichtung von Hügelgräbern verbreitete sich in römischer Zeit im gesam­ten römischen Imperium, doch auch im Barbarikum. Sogar die Reste der als Körperbestatter bekannten Kelten begannen zur Brandbestattung und sogar zum Bau von Hügelgräbern überzugehen. 11 Manche Autoren 12 erblicken darin die Folge einer Romanisierung, andere 13 die Beibehaltung heimischer Traditionen. Wahrscheinlich spielte sich der Übergang zur Kremation an verschiedenen Orten unab­hängig ab und hatte seine lokalen Ursachen, wobei nicht einmal Einflüsse von außen ausge­schlossen werden können. Im Falle von Zemplin waren es höchstwahrscheinlich Impulse aus Dakien, wo z. B. in Siebenbürgen Hügelgräber aus älterer römischer Zeit in Ca§olt-Cal­bor bekannt sind. 14 Die Sitte der Errichtung von Hügelgräbern ist bei den Dakern bereits seit dem 4. Jh. v. u. Z. verfolgbar. 15 Die in der Ukraine untersuchten Hügelgräber aus dem 1.-2. Jh, hielt M. Smiszko 16 für einen Bestandteil der Lipica-Kultur oder für einen selbständigen Kulturkreis, der Beziehungen zu den Dakern hatte. In Ostpannonien tauchten Hügelgräber erst im 2. Jh. auf. 17 Aus demselben Zeitabschnitt, 18 oder sogar erst aus den Anfangen des 3. Jh., 19 sind die sog. karpatischen Kurgane am ältesten, al­so aus einer Zeit, als bereits das Zempliner Hügelgräberfeld langsam aufgegeben wurde. Hügelschüttungen über Brandgräbern erscheinen sporadisch auch in der Przeworsk-Kul­tur, 20 doch eher im nördlichen, aus dem vom Baltikum beeinflußten Teil. Die Wurzeln der Zempliner Hügelgräber können in dieser Kultur nicht gesucht werden, wahrscheinlicher ist es, daß die Przeworsk-Bevölkerung nach der Ankunft in das Theißgebiet den örtlichen, ur­sprünglich kelto-dakischen Ritus übernahm. Das Aufgeben der Sitte des Hügelgrabbaues im Imperium wird in das ausgehende 2. Jh. datiert, im Barbarikum erhielt sie sich stellenweise länger. Die Verknüpfung der Hügelgräber mit einem einzigen Ethnikum ist nicht möglich, da sie in weitem Raum auftauchen. Nicht einmal die Ansicht ist stichhältig, daß unter Hügelgräbern be­deutsame Mitglieder der örtlichen Sozietät bestattet wurden, denn sowohl in Zemplin als auch auf anderen Fundstellen befinden sich unter ihnen reich wie auch ärmlich ausgestattete Gräber. Wie bereits angeführt, war die Zahl der Gräber unter einer gemeinsamen Hügelschüttung verschieden. Die Ansicht, daß es sich um die rituelle Sitte handelte, den Leichenbrand in mehrere Gräbchen zu verteilen, 21 hat die anthropologische Forschung widerlegt, durch wel­che bewiesen wurde, daß sich in jeder Gruppe Knochen eines anderen Individuums befan­den. Darüber, warum mehrere Gräber gemeinsam überhügelt waren, können lediglich ver­schiedene Hypothesen geäußert werden, z. B. daß es sich um ein Familiengrab, um eine Gruppe von bei irgend einer Katastrophe umgekommemen Menschen handelte, evtl. daß die

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