K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
LAMIOVÁ-SCHMIEDLOVÁ, MÁRIA: Hügelgräberfeld aus der römischen Zeit in Zemplin/Ostslowakei - Római kori halomsíros temető a kelet-szlovákiai Zemplénben
MÁRIA LAMIOVÁ-SCHMIEDLOVÁ HÜGELGRÄBERFELD AUS DER RÖMISCHEN ZEIT IN ZEMPLÍN/OSTSLOWAKEI Eine der beachtenswertesten archäologischen Fundstellen in der Ostslowakei ist Zemplin, Bez. Trebisov. Sie befindet sich an einer kuriosen Stelle, wo beim Zusammenfluß der vier Flüsse Uh, Laborec, Latorica und Ondava ein fünfter entsteht - der Bodrog, der eigentlich keine Quelle aufweist. Über dem Zusammenfluß erhebt sich ein bereits seit der Steinzeit besiedelter Berg. In der Latènezeit wurde auf ihm ein Wall errichtet, den im 9. Jh. die Slawen erneut befestigten. Diese Befestigung wurde auch im Mittelalter ausgenützt, als hier eine Steinburg erbaut wurde - der erste Sitz des Zempliner Komitates. Zahlreiche archäologische Denkmäler aus allen vor- und frühgeschichtlichen Zeitabschnitten kennen wir aus dem nahen wie auch entfernteren Umkreis des Burgwalls. 1 Am bekanntesten und zugleich am besten erforscht ist von ihnen das Brandgräberfeld mit Hügelgräbern, das gegenüber dem Burgwall auf dem „Szélmalomdomb" (Windmühlenberg) genannten Berg im J. 1953 von K. Andel 2 entdeckt wurde. Ursprünglich nahm er an, daß es sich um Funde aus dem Bereich der äneolithischen sog. ostslowakischen Hügelgräber handelte. Zu ihrer Erforschung schritt im J. 1958 V. Budinsky-Kricka heran, der hier mit Unterbrechungen bis 1963 arbeitete. In den J. 1970 und 1974 erfolgten die letzten Grabungsetappen unter der Leitung der Autorin dieses Berichtes. Die Ergebnisse wurden laufend in Teilbeiträgen veröffentlicht und die abschließende Bearbeitung erschien im J. 1990. 3 Bei Grabungsbeginn im J. 1958 konnten 14 Hügelgräber identifiziert und vermessen werden, im J. 1970 wurde das 15. festgestellt. Sukzessiv zeigte es sich, daß Gräber sowohl unter Hügel schüttungen als auch im Raum zwischen ihnen situiert waren. Insgesamt wurden 177 Gräber erschlossen, was lediglich einen Teil - etwa die Hälfte - der ursprünglichen Zahl darstellt. Weitere wurden durch den Aufbau von Wirtschaftsgebäuden für das Staatsgut vernichtet, das auf dem Szélmalomdomb seinen Sitz hat. Das Gräberfeld erstreckt sich auf einem verhältnismäßig steilen steinigen Hang, der nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt ist. Zur Aufschüttung der Hügelgräber schafften die Bestatter Material von der ebenen, in der Latènezeit intensiv besiedelten Fläche heran. Infolgedessen befinden sich in den Hügelschüttungen reichliche latènezeitliche Keramikscherben, doch keine Seltenheit bilden auch Metallgegenstände. Für die Datierung sind Münzen und Fibeln am bedeutendsten. Das Inventar der Gräber ist recht verschiedenartig, seine Beschreibung und Analyse ist in einer geschlossenen Bearbeitung publiziert. 4 Hier soll es nur recht knapp erwähnt werden. Hinsichtlich der Datierung des Gräberfeldes und der einzelnen Gräber haben Metallgegenstände die größte Aussagefähigkeit. Vom Schmuck waren es Fibeln (in 15,82% der Gräber gefunden), hauptsächlich Flügelfibeln (Almgren 238), kräftig profilierte Fibeln (Almgren 68), von denen sogar 10 Stück gefunden wurden, weiters Kniefibeln (Almgren 141) und Trompetenfibeln (Almgren 79), ferner Gürtelbestandteile, norisch-pannonische und gewöhnliche Ringe, die in 19,8% der Gräber gefunden wurden, Schnallen in überraschend verschiedenartiger Zusammensetzung, unter 22 gefundenen Exemplaren wurden 12 verschiedene Typen verzeichnet. Außer Anhängern, vereinzelten Arm- und Fingerringen ist ein Eisenfingerring mit einer Gemme beachtenswert, die ein Krabbenmotiv aufweist. Es handelt sich am ehesten um Import aus Norditalien. (Abb. 3)