K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

CHRISTINE ERTEL ALTAR- UND ARCHITEKTURFAGMENTE VOM TUMULUSGRAB BEI BALÁCA A. Das Fundmaterial Im Laufe der Grabungsjahre 1985-87 1 wurden rund 1300 bearbeitete Steinfragmente re­gistriert, die nach dem Steinmaterial in zwei Gruppen zu unterteilen sind. Die 800 Fragmen­te aus weißgelbem Kalksandstein, zumeist Profilfragmente und Polster, stammen von Altä­ren, Inschriftentafeln und einem Gesims. Hervorzuheben ist die vorzügliche Qualität der Steinmetzarbeit. Ein großer Teil der ca. 500 Fragmente und die noch in situ vorgefundenen ganzen Blöcke aus dem in der Umgebung des Plattensees anstehenden roten Sandstein stammen vom Stufenkranz und dem Krongesims des Tumulus. Es zeigten sich kaum Über­schneidungen in der Verwendung der üblicherweise gewählten Steinsorte. Die Altäre wur­den ausnahmslos aus weißem Kalksandstein angefertigt, alle konstruktiven Teile des Tumu­lus wie auch einzelne Bauskulpturen aus rotem Sandstein. In situ erhalten waren noch ansehnliche Teile der Tambourmauer, der Grabkammer und des Dromos aus verputztem Bruchsteinmauerwerk, und das Fundament der Krepis. Auf die­sem ruhten noch mehrere Blöcke der untersten Stufenreihe und ein Block der zweiten Stufe. Weitere Blöcke der Krepis und des bekrönenden Gesimses der Tambourmauer fanden sich in originaler Sturzlage. Aufgrund dieser Stücke ist eine weitgehend gesicherte Rekonstruk­tion des Tumulusgrabes möglich. Die Fragmente entstanden bei der Zurichtung von neuem Baumaterial aus dem römischen Bauwerk, die noch in spätrömischer Zeit, im Mittelalter und wohl auch noch in der Neuzeit erfolgte. Es handelt sich um typische Abfälle der Spolienbearbeitung: vorspringende Profile und Altarpolster, abgebrochene Ecken und Kanten. Die Altarschäfte eigneten sich ebenso wie die Stufenblöcke vorzüglich als Baumaterial. Bei den Altarprofilen liegt eine Bruchstel­le häufig in derjenigen von den beiden Hohlkehlen des Profilaufbaus, die dem Schaft am nächsten lag. Anscheinend versuchte man ausgehend von dieser Stelle, die Profilierungen abzusprengen. Von dem Krongesims des Tumulus fanden sich auffällig viele Fragmente der Stirnleiste mit einer Stoßfläche. Man setzte hier offensichtlich an dem noch intakten Bau­werk das Brecheisen an, um die Verklammerungen der Gesimsblöcke zu sprengen. Die Dokumentation der Architekturfragmente durch die Autorin begann im Jahr 1986 3 und zog sich über mehrere Jahre hin, da die Arbeiten nur in der Freizeit ausgeführt werden konnten. S. Palágyi versuchte nach Kräften, den Aufenthalt der Mitarbeiter angenehm zu gestalten. Für weitere materielle Unterstützung der Arbeiten ist der Ungarischen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu danken, die in den Jahren 1993 bis 1995 die Reisekosten der Autorin im Rahmen des Wissenschaftleraustausches finanzierte. Für einzelne kürzere Aufenthalte konnte das Laczkó Dezső Museum Veszprém die Quartierko­sten übernehmen. Foto- und andere Sachkosten übernahm die Forschungsstelle für Archäo­logie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ein Fotograf wurde von der Uni­versität Wien freigestellt. Die Restaurierungs- und ein Großteil der Zeichenarbeiten wurde von Mitarbeitern des Laczkó Dezső Museums durchgeführt. 4 Ohne diese wertvolle Unter­stützung, insbesondere das Zusammensetzen einiger Profilfolgen und die langwierigen Zei­chenarbeiten, wäre die vorliegende Arbeit nicht zustandegekommen. G. Kremer war so

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