K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)
ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása
9. Eine bessere Ausführungsqualität als der unter Nr. 4 genannte Altar aus der Mithräum des Legionslagers von Aquincum weist der von dem Tribun der II. Legion S. Decimius Verus Barbarus dem Mithras gestiftete Altar auf. 95 Hier sind eine niedrigere und eine höhere von geraden Leisten gesäumte Viertelkehle übereinandergestellt. Die Stirnleiste des Kronprofils ist von einem doppelten Wellenband verziert, die Schrift gut aufgeteilt und regelmäßig ausgeführt. Der Altar kann in die Jahre 200 bis 202 gesetzt werden. 10. Auch der Weihestein der drei pannonischen Legionen in Carnuntum besitzt die charakteristische doppelte Profilabfolge. Der Altar wurde dem Kaiser Caracalla von den Vertretern der I., X. und XIV. Legion im Jahr 212 geweiht. 96 Es handelt sich um ein besonders aufwendiges Stück, auf dessen Aufsatz die Statue eines Genius mit Patera und Füllhorn aufgestellt war. Das Schriftfeld ist von einem Rahmenprofil eingefaßt, Kopf- und Fußprofil setzen sich aus einem niedrigen Viertelstab und einer höheren Simaleiste zusammen. 11. Im Aquincum Museum befindet sich ein weiter Altar, der als Beispiel herangezogen werden kann. Das dem Silvanus geweihte Stück wurde von dem nummularius Corinthus in den ersten Jahrzehnten des 3. Jhs. gestiftet. 97 Das Profil besteht aus einer flachen Viertelkehle, drei glatten Leisten, über denen eine Hohlkehle, eine weitere gerade Leiste und die Stirnplatte folgt. Während die bisher am häufigsten vorhandene Kombination von einer niedrigeren und einer höheren gekehlten Leiste eine ablesbare tektonische Funktion bei der Überleitung vom Schaft des Altares zur Stirnplatte besitzt, läßt hier die Profilkomposition eine Veränderung hin zur freieren, aber auch stärker quantitativ bestimmten Zusammenstellung erkennen. Die Anhäufung von geraden Leisten ist tektonisch unklar und undifferenziert. 12. Ein weiterer Altar in Aquincum mit doppelter Profilabfolge wurde von Aurelius Filander, Veteran der II. Legion, dem unbesiegbaren Sonnengott geweiht. 9 Er ist an den Anfang des 3. Jhs. zu datieren. Die Profilabfolge besteht aus zwei übereinandergesetzten Hohlkehlen, die von glatten Leisten eingefaßt werden. Die dem Schaft jeweils nähere Hohlkehle ist deutlich niedriger als die nach außen folgende. Das Profil zeigt damit den Normalaufbau. 13. Ein weiterer Altar im Ungarischen Nationalmuseum von Primitivus Iulius Proclius mit der Widmung GENIO COMMERCI ET NEGOTIANTIUM stammt aus Brigetio und ist am Anfang des 3. Jhs. oder etwas früher entstanden. 9 Die Profilierung besteht aus zwei übereinander gestellten, aber gleich hohen Simawellen mit geraden Leisten. 14. Ein exakt datierter Altar befindet sich im Bälint-Balassa-Museum in Esztergom. 100 Die Profilabfolge des schön gearbeiteten Stückes besteht aus einer niedrigeren Viertelkehle und einer Simawelle, die von einer geraden Leiste abgeschlossen wird. Der Altar wurde von dem Veteran Aurelius Respectus einer nicht genau bekannten Göttin, vielleicht der Juno oder Nemesis, zur Zeit des Konsultats von Agricola und Clementinus gestiftet und ist daher exakt ins Jahr 230 n. Chr. zu datieren. 15. Ein weiterer Altar im Ungarischen Nationalmuseum wurde der Fortuna salutaria von dem Praefectus P. Clodius Severus der Cohors I Alpinorum equitata gestifte. 101 Das Profil setzt sich aus zwei Hohlkehlen mit geraden Leisten zusammen; der Altar kann nur aufgrund der Buchstabenform ins 3. Jh. datiert werden. 16. Ein weiterer Altar aus Carnuntum wurde dem Jupiter von L. Cominius Aphrodisius geweiht. 102 Das Fußprofil besteht nur aus einer hohen Viertelkehle mit einer geraden Leiste, das Kronprofil jedoch aus zwei etwa gleich hohen Viertelkehlen. Das Stück ist ins 3. Jh. zu datieren. 17. Der letzte Altar der Vergleichsreihe wird im Vojvodanski Museum in Novi Sad aufbewahrt. Er wurde zu Ehren des Kaisers Valerianus anläßlich seiner Reise durch Niederpannonien zum Kriegszug gegen die Perser im Jahr 253 geweiht. 103 Die Profilierung besteht aus einer sehr niedrigen Viertelkehle, einer flachen oder nur leicht gekrümmten Leiste, einer