K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)
ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása
Hügel von Inota mit den in einheimischer Tradition stehender Bestattungen. Außer einer einfachen Ringmauer fehlt dort jegliche Architekturausstattung. Gerade die konsequente Monumentalisierung nach einem architektonischen Gesamtkonzept zeichnet aber Baláca aus und fehlt bei den Hügelgräbern. Nach O. Urban 80 gehört der Tumulus zur Gruppe der Dromosgräber, die neben den Tumuli der einheimischen Oberschicht (wie Inota) eine Form der Hügelgräber des 2. Jhs. darstellen. Auffällig ist, daß Baláca innerhalb der Dromosgräber bereits einen Sonderfall darstellt. Während die beiden anderen Typen der Dromosgräber mit Grabkammer, Vorraum und vereinzelter Verwendung von Skulpturen, Wandmalereien und Architekturteilen bereits weitgehend an den italisch-römischen Typus heranreichen, wird dieser von Baláca vollkommen repräsentiert. Die Dromosgräber könnten und sollten demnach mehr als römische Grabbauten statt als Hügelgräber verstanden werden. Der Begriff „Hügelgrab" impliziert die Vorstellung von Nicht-Architektur und nicht-römischer Tradition, die im Fall von Baláca zu unrichtigen Assoziationen führt. Das Tumulusgrab von Baláca unterscheidet sich grundsätzlich von allen gallischen und norisch-pannonischen Tumuli. Die große Menge von Fragmenten der architektonischen Ausstattung in Form von Gesimsen, Altären, Skulpturen und Inschriften zeichnet das Denkmal vor allen diskutierten Beispielen aus. Die eindeutige Beziehung der Grabstätte zu der großen Villa von Baláca deutet das soziale Umfeld der Bestatteten an, die der sehr wohlhabenden romanisierten ländlichen Oberschicht angehörten. Ein ähnlicher sozialer Hintergrund läßt sich auch bei einigen norisch-pannonischen Hügelgräbern 81 und Tumuli im Trierer Land 82 feststellen. Es handelte sich um vermögende Veteranen und Gutsbesitzer, also um Vertreter des römischen Establishments, die die römischen Zivilisationsformen in hohem Grad verinnerlicht hatten. Dieser Grad spiegelte sich im Erscheinungsbild ihrer Grabstätten wieder. Im Fall von Baláca ist ein umfassendes architektonisches Konzept zu erkennen, das das stadtrömisch-italische Vorbild, das bei allen Hügelgräbern des 2. Jhs. in der einen oder anderen Form im Hintergrund stand, vollständig erreicht. Aus diesem Grund muß man wohl den Mut haben, hier einen römischen Grabbau statt eines Hügelgrabs zu rekonstruieren, auch wenn dieser an seinem Standort völlig isoliert ist und auch in weiterer Umgebung keine Parallele hat. 3. Datierung aufgrund der Grabaltäre Eine exakte Datierung der Architekturfragmente selbst ist sehr schwierig. Auffallend ist die überaus reiche Profilierung der Altäre I —III, für die sich unter den publizierten Altären nur wenige Vergleichsbeispiele finden. Am häufigsten besitzen Altäre nur eine einfache Profilleiste über- bzw. unterhalb des Schaftes, meist eine Viertelkehle. Eine doppelte Profilierung bedeutet bereits durch das seltene Vorkommen meist eine Hervorhebung des Weihesteines. Bei allen angeführten Vergleichsbeispielen sind Kopf- und Fußprofil gleich aufgebaut und bestehen aus je einer niedrigeren und einer höheren Simawelle bzw. Viertelkehle, die an der vom Schaft abgewendeten Seite von glatten Leisten abgeschlossen werden. Die Vergleichsbeispiele fanden sich vorwiegend im Aquincum-Museum 83 und im Ungarischen Nationalmuseum 84 in Budapest, in Savaria und in Carnuntum. 1. Das früheste Beispiel eines Altars mit doppelter Profilfolge stammt aus Carnuntum 85 und wurde dem Jupiter von dem centurio Rubrius Martialis der XV. Legion gestiftet. Diese Legion war bis zum Jahr 114 in Carnuntum stationiert, daher ist eine Datierung des Altars noch in das 1. Jh. möglich (nach Vorbeck Mitte 1. Jh., nach Krüger Ende 1. Jh.). 2. Im Pokrajinski Museum Celje stehen mehrere Voltivältäre, die im 2. und 3. Jh. von Benefi-