K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - GABLER, DÉNES-REDŐ, FERENC: Eine kaiserzeitliche Villa in Mittelitalien beiSan Potito
1074 bereits erwähnt wird; darin mit der Kirche des San Potito, der dem Ort seinen Namen verlieh 10 . Die Gegend ist reich an Quellen; von der in der Gemarkung zum nahen Santa Iona gelegenen Santa Eugenia-Quelle aus ist die Linienführung der römischen Wasserleitung gut sichtbar; unter anderem diese ertragreiche Quelle sicherte die Wasserversorgung in Alba Fucens. Einer in Formae gefundenen Inschrift des 1. Jh. zufolge hatte man die Wasserleitung im 1. Jh.n.Chr. ausgebessert 11 . Die Villa wurde auf dem Munizipalterritorium der Colonia Alba Fucens erbaut - nicht weit von dessen Grenze um benachbarten Marruvium. Im Zuge der Freilegung der Villa konnten wir drei römische und drei mittelalterliche Perioden beobachten (Abb. 2). Die frühen, rein aus Stein erbauten Räume hatte man später um einen Badetrakt bzw. ein „Wasserwerk" (Abb. 4-5) erweitert, und die früher vermutlich gesondert stehenden Bauten durch ein kleines Peristylium miteinander verbunden. Wahrscheinlich zur gleichen Zeit wurde die Mauer errichtet (Abb. 7), die den an der Nordseite der Villa befindlichen großen Hof umgibt (Abb. 3), und die diesen umgebende Reihe von Räumen 12 . Ebenfalls zu dieser Zeit war in der Mitte der Südseite des großen Hofes eine Ehrentreppe sowie an den Ecken jeweils eine Aufgangstreppe errichtet worden (Abb. 8), einer einheitlichen, ein geschlossenes System bildenden Konzeption folgend. Später baute man am großen Hof den an der NW-Ecke der Villa befindlichen Raum mit Mosaiken an, und zur gleichen Zeit dürften auch die beiden neueren Räume hinzugekommen sein. Vermutlich wurden damals auch die Eingänge zugemauert, die den Durchgang zwischen den einzelnen Räumen ermöglichten. In der östlichen Zimmerreihe fanden wir zwei Räume mit Mosaiken, nördlich von diesen einen Raum mit opus signinum 13 ; zusammen mit dem Kentaur-Mosaik schmückt (Abb. 910) letztgenanntes die Räume der II. Periode 14 , während das an der Südwestseite freigelegte geometrische Mosaik 15 (Abb. 11-12) später als diese entstand, da man, um einen größeren Raum zu gewinnen, die östliche Abschlußmauer der Villa hatte demolieren müssen (Abb. 12). An der Westseite waren alle Räume mit Mosaiken ausgelegt (Abb. 15-18), einige davon hatte man jedoch erst später an die Abschlußmauer des großen Hofes angebaut. Bei den Bauten der zweiten Periode kam überall die opus mixtum-Technik zur Anwendung 1 (die aus dreieckförmigen Ziegeln gesetzten, die Steinschichten und die Wandebekleidung bildenden Reihen wurden sowohl in der Umgebung der Höfe, als auch des Bades, des Wasserwerkes oder des Peristyliums im Wechsel verwendet). Während wir die frühesten Bauten aufgrund von Münzen des Tiberius und Claudius 17 sowie der italischen Sigillaten 18 (sämtlichst spätere als augusteische Zeit) und Amphoren aus dem 1. Jahrhundert in den Zeitraum Mitte bzw. zweite Hälfte des 1. Jh. datierten, lassen sich die Bauten der II. Periode-ausgehend von einer im Jahre 101/102 geprägten Münze und den Sigillaten des I. Jahrhunderts, die wir in der Auffüllung des Brunnens fanden, der unter dem „Wasserwerk" zum Vorschein kam- auf die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts ansetzten 19 . In Anbetracht der Parallelen des frühesten Mosaiks in Italien sowie aufgrund der frühesten Münze aus der Umgebung des nördlichen Hofes - einer Prägung des Hadrianus - nehmen wir an, daß es im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts vermutlich zu dem großen Umbau gekommen sein dürfte. Zur Bestimmung der Zeitstellung für die Bauten der III. Periode fehlt es uns an Anhaltspunkten. Die Villa wurde bei einer Feuerbrunst vernichtet und im Anschluß daran auch nicht wieder aufgebaut. Die Parallelen der spätesten Mosaike 20 (Abb. 13-14), eine von Gordianus III geprägte Münze sowie die aus der Brandschicht stammenden, in die Severerzeit datierbaren nordafrikanische A/D Sigillata deuten darauf hin, daß die Villa irgendwann im zweiten Viertel des 3. Jahrhunderts endgültig aufgehört hatte zu bestehen 21 . (Abb. 20)