K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - KOLNÍK, TÍTUS: Zum Problem der villenartigen Bauten im mitteldanubischen Barbarikum
Spuren einer Holzpalisade wurden an allen Seiten entdeckt, so daß das beiläufige Ausmaß der eingefriedeten Fläche auf ca. 60x70 cm bestimmt werden kann. Auf der SW-Seite wurde der Verlauf zweier Palisaden erfaßt (die äußere war evident älter), im N-Teil waren deutliche Spuren einer Verdoppelung (bzw. Reparierung) der Palisade. Auf der durch die Palisade vom zentralen Gehöft abgeteilten Fläche befand sich ein kleineres steinfundamentiertes Gebäude mit rechteckigem Grundriß von 11,1x8,35 m Größe; mit rechteckigem kleinerem Anbau an der Nordostwand von 3,4x2,8 m Ausmaß. Die wichtigsten Objekte außerhalb des zentralen Hofes waren zwei große Grubenhäuser von rechteckigem Grundriß mit Pfostengruben außerhalb der Ecken, im Schema eines Sechsecks. Konstruktiv handelt es sich um den Typ von Grubenhäusem, der im ganzen quadischen Gebiet gebräuchlich war 14 . Beide Häuser weichen mit ihren Ausmaßen von ca. 9x6 m (Obj. 60) und 11x14 m (Obj. 58) wie auch mit ihrer Mächtigkeit und Tiefe der Pfostengruben vom Rahmen der Objekte dieser Art und allen bekannten barbarischen Siedlungen ab. Die meisten Grubenhäuser sind etwa 3x4 groß. Unikat war auch die Verwendung römischer Tegulae als Dachbedeckung. Evident begegneten sich hier das barbarische Bauprinzip und die römische technische Großzügigkeit. Die Menge kleiner Pfostenlöcher und das massenhafte Vorkommen pyramidaler und konischer tönerner Webgewichte in Gruppen auf dem Fußboden beider Häuser sind Spuren von Webstühlen (Abb. 5). Beide Häuser können als Webereiwerkstätten interpretiert werden. Datierbare Funde: eine Münze Constantius II. (337-361) und eine spätkaiserzeitliche Zwiebelknopffibbel (Keller Typ 4, Variante A 15 zeugen von der Datierung dieser Werkstätten ungefähr in die Mitte des 4. Jh. Im NO-Teil des sog. Wirtschafts-Produktionsbezirkes, wurden auch zwei Töpferöfen freigelegt. Beide gehörten zum einfachen Typ nur mit einem Feuerungskanal (Abb. 6). In beiden Ofen wurde scheibengedrehte Keramik gebrannt. In der Nähe wurden auch zwei Brunnen mit Steinmauern im der oberen Partie und Resten einer hölzernen Blockbaukonstruktion im unteren Teil freigelegt. Die wichtigsten Funde für die Datierung der römischen Bautätigkeit in Cífer-Pác stellen Bruchstücke von gestempelten Dachziegeln dar. Das meiste davon trägt den Stempel der sog. OFARN-Gruppe (OFARN BONOMAG OFARNURSICINIMG, (OFARN) MAXENTI...). Nur einmal ist der Stempel LEGX... vertreten. Es erschienen hier auch zwei Arten der seltenen Ziegelstempel FEARCRIANIS und ARINI... 16 Die Analyse der Ziegelstempel der OFARN-Gruppe erwies, daß sich ihr Vorkommen an den älteren Horizont des spätkaiserzeitlichen Aufbaues und Umbaues des pannonischen Limesabschnittes knüpft, etwa an die letzten Regierungsjahre Constantius II. oder an die frühvalentinianische Zeit. 17 Münzen (16 Stück) weisen eine Streuung von Hadrianus (117-138) bis Constantius II. auf(337-361). 18 Die Keramikfunde aus Cífer-Pác enthalten sowohl spätkaiserzeitliche provinziale Erzeugnisse als auch zahlreiche handgefertigte, doch vor allem scheibengedrehte spätkaiserzeitliche Ware 19 . Das zeugt vor allem von einem größten Anteil des germanischen Bevölkerungsverbandes in der Besiedlung der Station. Dieser ist auch durch das absolute Übergewicht barbarischer spätkaiserzeitlicher Fibeln repräsentiert. Eine spätkaiserzeitliche Silberfibel, die charakteristisch für das fürstliche Milieu in Krakovany-Stráze ist, aber auch der Fund eines römischen Goldfingerrings in der Verfüllung des germanischen Grubenhauses aus dem 3. Jh., könnten als Beleg für das Vorhandensein einer sozial gehobenen Schicht der einheimischen Bevölkerung schon in der Zeit vor der Errichtung der Steinbauten gelten. 20 Eine Zwiebelknopffibel und andere Gegenstände provinzialen Ursprungs (z. B. Bronzenadeln, ein Armring), aber vor allem die eisernen Türbeschläge und zahlreiche Nägel , rö-