K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - SOPRONI, SÁNDOR: Ein römischer Villenbesitzer aus Aquincum

Natürlich kennen wir die Landgüter der munizipalen Aristokratie von Aquincum nicht nur aus dem Nahebereich der Stadt, sondern auch aus der entfernt liegenden Landschaft des Territoriums (Abb. 4.). Südwestlich, etwa 90 km weit von Aquincum, in Csajág hatten L.Aur.Valentinus und L.Aur Silvester decuriones ein Landgut. Aus dem Hausheiligtum der Villa fand man zwei Altarsteine aus dem J. 216. 41 Weitere Grundbesitzer kennen wir noch von Vál 42 , Bicske 43 , Vereb 44 , und können wir auch einen, in Veszprém gefundenen Altar­stein, den M.UIp.Gaddas Sexvir gestiftet hat 45 , hierher einreihen. Die Größe der munizipalen mittleren Landgüter kann man aufgrund der Dichte der Vil­lensiedlungen annähernd bestimmen. Unmittelbar in der Umgebung von Aquincum haben Géza Alföldy die Größe dieser Landgüter maximal auf 3-4 km 2 , 46 Klára Póczy auf 4-6 km 2 geschätzt. 47 Westlich von der Stadt hat sie nach den Inschriften Grundstücke von 5-8 km 2 rekonstruiert. Nach Dénes Gabler befinden sich die Villen auf dem Territorium von Scar­bantia (Sopron) im allgemeinen 5 km voneinander, aber in einigen Fällen ist nur 2 km die Distanz zwischen den Fundorten. Daher vermutet er die Parzellen der Villenbesitzer von 2— 3 km 2 Größe 48 . In unseren Fall sind wir in einer glücklichen Lage, da die archäologische Topographie des Komitats Pest schon erschienen 49 und aufgrund der Forschungen können wir ein ziemlich genaues Bild der topographischen Anordnung der Villen in der Umgebung von Aquincum darstellen. Von einigen, während der Terrainforschung gefundenen Objekten können wir nicht entscheiden, ob sie zu einer Villa gehörten, oder nicht. Diese Fundorte ließen wir un­beachtet. Im Gebiet des Komitats Pest befinden sich die Villen im allgemeinen 2 km voneinander mit der Ausnahme der nördlichen Gegend, den Raum von Pomáz, Budakalász, wo die Spu­ren der Villen etwas dichter liegen. Noch drei Gebieten können wir hervorheben, wo sich die Villen in ziemlich regelmäßi­gen Abständen befinden. In ersten Reihe müssen wir das Tal des Benta-Baches hervorhe­ben. Das Tal des in die Donau mündetes Baches, war auch in der Römerzeit ein wichtiges landwirtschaftliches Gebiet wo wir die Villen auf beiden Seiten des Baches in regelmäßigen Entfernung finden. Die zweite Region ist das nördliche Zuflußgebiet des Benta-Baches, das Becken von Zsámbék und das dritte Gebiet, welches auch dicht bebaut wurde, ist das Bek­ken von Budaörs und die dazu anschließende Störungslinie bis zum Tal des Benta-Baches. Die nördliche, großenteils waldige und bergige Gegend des Komitats Pest war für eine Be­siedlung nicht günstig und dort finden wir auch keine Spuren von römischen Villen. Zusammenfassend können wir feststellen, daß der zu den Villen gehörende Grundbesitz in der Umgebung von Aquincum im allgemeinen 3-5 km 2 Größe war. Also unterscheiden sie sich von den Villen der anderen Gebiete der Provinz nicht. So groß könnte auch in Bu­daörs das Landgut des M.Ant.Victorinus duumvir in den ersten Jahrzehnten des 3. Jhs. ge­wesen sein.

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