K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - HUDECZEK, ERICH-KAINZ, IRMENGARD: Die Villa von Löffelbach in der Steiermark

Klärung der Situation des tieferreichenden Mauerwerkes und der Fundamente einige kleine Sondagen an. Seine Ergebnisse veranlaßten weitere Untersuchungen durch das Landesmu­seum Joanneum (E. Hudeczek und I. Kainz) im Sommer 1993. Die Grabungskampagne 1993 Gegraben wurde hauptsächlich in Schnitten und zwar zuerst dort, wo mit den Sanierungs­arbeiten begonnen werden sollte, in der Raumzeile westlich des Peristyls und im Über­gangsbereich zu den Baderäumen. Besonders Augenmerk wurde dabei eventuell erkennba­rer Mehrphasigkeit in Fundamenten und Mauerverbindungen, Maueranschlüssen, Baufugen, Türschwellen- und Fußbodenhebungen usw. gewidmet. Nur in wenigen Räumen wurde flä­chig gegraben (siehe die gerasterten Flächen in Abb 1). Die wichtigsten Ergebnisse sollen hier kurz zusammefaßt werden: 1. Am Platz der Villa gab es bereits prähistorische Besiedelung, die nach den spärlichen und eher untypischen Keramikfragmenten in die Umenfelderzeit zu datieren sein dürfte und mit der Siedlung auf dem nahe gelegenen Ringkogel korrespondiert. Die Befunde sind aufgrund der kleinen Grabungsflächen nicht sehr umfangreich. Am deutlichsten zeigt sich in Raum 12 im untersten Niveau eine Pflasterung oder Bodenfestigung aus unregelmäßig verteilten kleinen flachen Steinen. Eingetieft in das darunter liegende sterile Erdreich ist als dunkle Verfärbung ein Pfostengraben erkennbar, der von einer Reihe hochkant gestellter Steinplat­ten begrenzt wird (siehe Abb. 2). Natürlich ist der römerzeitliche Bau in keinerlei Zusam­menhang mit diesen prähistorischen Siedlungsspuren zu sehen. Stratigraphisch dazwischen liegt eine ca. 40 cm starke Erdschicht, die durch Abschwemmung höher liegender Hangteile entstanden sein muß und mit nur wenigen von dort mitgeführten untypischen römerzeitli­chen Keramikfragmenten durchsetzt ist. Die Oberkante dieser Schicht, die über einen Zeit­raum von ca. 1000 Jahren entstanden sein muß, bildet das Bodennivau zur Erbauungszeit der Villa. (Abb. 3) 2. Für eine Entstehung des Gebäudes im 2. oder gar 1. Jh. gibt es keine Anhaltspunkte. Die Villa scheint vielmehr erst gegen Ende des 3. Jhs. errichtet worden zu sein. Dafür sprechen auch die spärlichen Keramikfunde. Es konnten keine Überbauungen älterer Mauern oder Aufstockungen festgestellt werden, lediglich vereinzelt wurden Böden gehoben oder aufge­doppelt und in diesem Zuge bei der dadurch notwendigen Hebung der Türschwellen die Türöffnungen bis zur neuen Schwellhöhe ausgemauert (etwa in Raum 13 und 14). Der acht­eckige Raum 17, der mit seinem östlichen Korridor das Peristyl mit dem Badebereich ver­bindet, scheint kein später Verbindungsbau zwischen zwei ursprünglich freistehenden Kom­plexen zu sein, wie Modrijan annimmt 4 . Nord- und Südmauer des Korridors binden in die Porticusmauer (Westmauer von Raum 31) ein, der Korridor muß also gleichzeitig mit dem Peristyl entstanden sein. Damit haben wir aber die relativ sichere Datierung des achteckigen Raumes mit seinen apsidalen Anbauten auch auf Peristyl und die anderen auf Grund der Maueranschlüsse nachweislich gleichzeitigen Gebäudeteile zu übertragen. Dies gilt vermut­lich (wenngleich noch nicht sicher geklärt) auch für Raum 14. Die Anschlüsse der „Aula" (Raum 24) und des mit ihr und dem Peristyl über eine Porticus verbundenen NO-Traktes (ebenfalls mit einem achteckigen Zentralraum) konnten in der Kampagne 1993 noch nicht

Next

/
Oldalképek
Tartalom